Außenminister Péter Szijjártó verhandelte in Sotschi mit internationalen Partnern über die Energiesicherheit Ungarns. Foto: Außenministerium

AKW Paks 2.

„Meilensteine“ bei der Umsetzung

Die Nuklearenergie muss ein Terrain der normalen internationalen Zusammenarbeit bleiben, äußerte Außenminister Péter Szijjártó am Montag in Sotschi. Am Rande der Atomexpo gab er zugleich den Start von türkischen Gaslieferungen bekannt.

Ungarns Außenminister lehnte einmal mehr alle ideologischen Ansätze ab, mit denen die friedliche Nutzung der Nuklearenergie in Frage gestellt wird. „Ideologien haben nichts mit der Energieversorgung gemein, zumindest solange die Energieträger nicht in Rucksäcken oder Sporttaschen transportiert werden können“, verwies Szijjártó einigermaßen sarkastisch auf die Notwendigkeit von Infrastruktur. In diesem Sinne stärke es die Energieunabhängigkeit des Landes, wenn ab 1. April über die Gaspipeline TurkStream erstmals türkisches Erdgas nach Ungarn gepumpt wird – für das laufende Jahr sind testweise zunächst nur 275 Mio. m3 an Lieferungen vorgesehen.

Immerhin habe die EU jene Diskussion beendet, die AKW-Investitionen diskriminieren wollte. Das sei lebenswichtig, weil der Strombedarf der Gemeinschaft laut Prognosen bis 2030 um die Hälfte zunehmen könnte. Ungarn treibe deshalb sein Projekt AKW Paks 2. voran, das in Zusammenarbeit von Rosatom als Generalunternehmer mit zahlreichen westlichen Firmen verwirklicht wird. Neben den Russen sind nach seiner Darstellung Firmen aus den USA, Deutschland, Frankreich und der Schweiz in das Projekt involviert.

Szijjártó sprach von weiteren „Meilensteinen“ bei der Umsetzung des „Jahrhundertprojekts“. Die ersten nukleartechnischen Anlagen habe Rosatom bereits hergestellt, im April beginne die Fertigung des Reaktorbehälters. Deutsche und US-Firmen sorgten derweil für die Bodenverfestigung, und Framatome verhandle mit Siemens über die deutsch-französische Steuerungstechnik.

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24. April 2024 11:25 Uhr