Századvég-Erhebung
Mehrheit für starke Nationalstaaten
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Die Studie „Europa-Projekt 2020“ der Századvég-Stiftung im Auftrag der ungarischen Regierung fokussiert auf die 27 EU-Mitgliedstaaten, Norwegen, die Schweiz und Großbritannien in Anbetracht der Corona-Pandemie, der damit zusammenhängenden Wirtschaftskrise, von Klimawandel sowie steigender Migration. Befragt wurden 30.000 zufällig ausgewählte Personen. Die europäischen Bürger fühlen sich der EU als Gemeinschaft bzw. Konstrukt der Zusammenarbeit verbunden, kritisieren jedoch die Bürokratie in Brüssel. 49% der Befragten haben eine positive Einstellung zur EU, in den V4-Ländern (Ungarn, Slowakei, Tschechien und Polen) sind es gar 58%. 67% der Europäer befürworten eine Aufrechterhaltung der EU-Mitgliedschaft, in den V4 sind es 75%, und sogar 81% der Ungarn plädieren für einen Verbleib in der EU.
Fast 74% der Befragten in Europa sind der Auffassung, dass die Bürokratie in Brüssel abgebaut werden müsse. 81% der Befragten stimmten für eine transparentere Gestaltung der Arbeit der EU. 49% der Europäer befürworten, dass den Nationalstaaten mehr Macht über Brüssel zustehen sollte, lediglich 34% sind der Auffassung, dass umgekehrt die EU mehr Macht erhalten sollte (s. Grafik). Für eine stärkere nationale Souveränität sind sogar 71% der Tschechen, 69% der Slowaken und 54% der Ungarn. Lediglich 35% der Europäer sind der Meinung, dass Brüssel ihre Interessen vertritt. Die Bürger von 17 der 28 EU-Länder sind mit der Interessenvertretung durch Brüssel unzufrieden. 56% der Befragten haben sich dagegen ausgesprochen, dass sich Geschäftsleute mit bedeutendem Einfluss über NGO oder mit Hilfe von Lobbyorganisationen in die inneren Angelegenheiten der EU-Mitgliedstaaten einmischen.
