Außenminister Péter Szijjártó zusammen mit seiner südkoreanischen Amtskollegin Kang Kyeong-hwa: „Die koreanischen Investoren sind außerordentlich zufrieden mit den Rahmenbedingungen in Ungarn.“ (Foto: Außenministerium/ Mátyás Borsos)

Ungarn-Südkorea

Mehrere 100 Mio. Euro an Investitionen

Ungarn darf auch in den kommenden Monaten auf mehrere 100 Mio. Euro an Investitionen aus Südkorea hoffen. Das sagte Außenminister Péter Szijjártó, der am Montag in Seoul mit seiner südkoreanischen Amtskollegin Kang Kyeong-hwa verhandelte. 

Szijjártó erinnerte daran, dass 2019 eine Wende bei den Auslandsinvestitionen brachte, denn zum ersten Mal seit Jahrzehnten floss das meiste Kapital nicht aus Deutschland nach Ungarn, sondern aus Südkorea. Diese Entwicklung erklärte sich aus Entscheidungen in den Konzernetagen, die größten Batteriewerke für Elektroautos in Ungarn aufzubauen. „Diese koreanischen Unternehmen sind außerordentlich zufrieden mit den Rahmenbedingungen in Ungarn, sie wissen die hohe politische Stabilität, Arbeitsmoral, Fachverstand und Fleiß der ungarischen Arbeitnehmer sowie ganz besonders die niedrigsten Steuern in Europa, wie etwa die Gewinnsteuer, zu schätzen“, erläuterte der Fidesz-Politiker.

Gleich mehrere Unternehmen der e-Autobranche hätten Anschlussinvestitionen zugesichert, woraus sich noch in diesem Jahr ein Investitionsvolumen von mehreren 100 Mio. Euro summieren wird. „Damit wird Ungarn neben dem traditionellen auch im modernen Segment zum Flaggschiff der europäischen Automobilindustrie“, resümierte der Außenminister.

Szijjártó unterstrich, dass auch die politischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern ausgesprochen gut seien. Es gebe überhaupt kein Hindernis, diese sowie die wirtschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen. Das Handelsvolumen erreichte zuletzt 3,5 Mrd. USD, woraufhin die ungarischen Exporte bis Ende April allen Corona-Schwierigkeiten zum Trotz um nochmals 35% zulegen konnten. Neben den Verhandlungen mit mehreren Ministern traf der ungarische Chefdiplomat in Seoul mit den Unternehmensspitzen von SK Innovation, Samsung SDI, Doosan Solus und Hankook Tire zusammen.

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