Macron
Premier Viktor Orbán (r.) auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron: "Europa wird keine strategische Autonomie erlangen ohne europäische Verteidigungsindustrie, ohne Nutzung der Nuklearenergie und ohne sich selbst mit Lebensmitteln versorgen zu können." Foto: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Macron in Budapest

„Gemeinsam europäisch denken!“

"Heimatliebe, die Stärkung Europas und dessen Autonomie in strategischen Fragen – das sind Punkte, in denen wir Übereinstimmung finden", so Premier Viktor Orbán.

“Europa wird keine strategische Autonomie erlangen ohne europäische Verteidigungsindustrie, ohne Nutzung der Nuklearenergie und ohne sich selbst mit Lebensmitteln versorgen zu können”, fügte Orbán auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron am Montagnachmittag in Budapest hinzu.

Macron für besseren Schutz der Außengrenzen

„Wir brauchen ein gemeinsames europäisches Denken“, erklärte Macron, der sich für einen besseren Schutz der Außengrenzen aussprach. Ungarn und Frankreich stimmten nicht in allen Fragen überein, doch sei Frankreich ein loyaler Partner und Europa verbunden.

Für Frankreich sei Heimatliebe ein wichtiger Aspekt, ebenso wie der gegenseitige Respekt in den Beziehungen der Staaten zueinander. Im Zusammenhang mit der europäischen Souveränität betonte Macron die Rolle einer Verteidigungspolitik auf EU-Ebene und dankte Ungarn für sein Engagement beim Kampf gegen den Terror.

Nuklearenergie für Souveränität in Energiebelangen

Raumfahrtindustrie und Souveränität in Energiebelangen seien starke gemeinsame Nenner. Letzteres wolle er über sinkende Gasimporte und mit dem Rückhalt der Nuklearenergie erreichen. Der französische Präsident sieht abweichende Standpunkte in den Fragen des Medienpluralismus und der Rechtsstaatlichkeit. Ebenso erwähnte er die Kompromissbereitschaft im Dialog.

Ein französischer Staatspräsident stattete Ungarn letztmalig 2007 einen Besuch ab. Orbán merkte dazu an, vom Wetter her wäre der Mai ideal für einen Besuch gewesen, wenn sich Budapest und Ungarn von ihrer schönsten Seite zeigen, „aber in der Politik tut es auch der Dezember“. (Nicht zu überhören war die Anspielung auf die Wahlen im April 2022 in Frankreich und Ungarn.)

2 Antworten auf “„Gemeinsam europäisch denken!“

  1. Es gibt durchaus gemeinsame Interessen. Es ist gut so. Ein Ex Präsident von Frankreich sagte, in der Politik gibt es gemeinsame Interesse und nicht Freundschaft.
    Man “denkt” in einer Sprache. Am meisten tut man es in der Muttersprache. Eine europäische Sprache gibt es nicht, so auch nicht Europäisches Denken.

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