Donau-Staustufe
Kompromiss in Sicht
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Der Regierungsbeauftragte Gábor Czepek stellte klar, dass es keinen Staudamm im Donauknie bei Nagymaros geben wird. Der über Jahrzehnte schwelende Konflikt wegen des bereits 1977 zwischen Ungarn und der damaligen Tschechoslowakei geplanten und später einseitig ohne Ungarn ausgeführten Projekts der Staustufe bei Gabcikovo soll nun im Einvernehmen beigelegt werden.
Nachdem Umweltbewegungen in Ungarn ab Mitte der 1980er Jahre gegen das Projekt Sturm liefen, stieg das Land aus dem internationalen Vertrag aus, woraufhin die Slowakei 1992 einseitig die Donau umleitete. Ein internationales Gericht verpflichtete die Seiten 1997 zu einem Kompromiss. Für die Slowakei steuert die Wasserkraft der Donau ungefähr ein Zehntel des Energiebedarfs bei. Deshalb plant die Regierung in Bratislava eine Verlängerung der Betriebsdauer um 30 Jahre. Ungarn bittet die Slowakei im Tausch für die Akzeptanz der für das Land ökologisch nachteiligen Umstände, die der Landschaft des Szigetköz nordwestlich von Győr zukommenden Wassermengen zu erhöhen.
Außerdem möchte man in Zukunft von der grünen Stromerzeugung profitieren: Energieminister Csaba Lantos spricht von einem Drittel-Anteil, den Ungarn zu vergünstigten Preisen von der Slowakei beziehen würde. Diese Energiemenge könnte den Bedarf der Bevölkerung in den zwei Anrainer-Komitaten Győr-Moson-Sopron und Komárom-Esztergom ganzjährig decken. Eine Grundsatzvereinbarung soll noch im Sommer den langwierigen Rechtsstreit beilegen.
