Prognose zu Europawahlen
Komfortable Mehrheit für die Mitte
Bei der im März erhobenen Sonntagsfrage erreichten die Konservativen 184 Sitze und damit ihren höchsten Wert seit Januar 2021. Umgekehrt sind die Sozialdemokraten (S&D) als zweitstärkste Kraft mit aktuell 135 Sitzen auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2022 gefallen. Die zentristisch-liberale Fraktion Renew Europe (RE) ist mit 87 Sitzen derzeit wieder drittstärkste Fraktion. Zusammen haben die drei Parteien, die eine informelle Koalition im EP bilden, nun 406 von 705 Sitzen, also eine komfortable absolute Mehrheit.
Ränder werden nicht breiter
Auf der rechten Seite des politischen Spektrums ist der Höhenflug der ID-Fraktion vorbei, die im März nur noch auf 82 Sitze im neuen EP hoffen durfte (im Vergleich zu 93 Mandaten auf ihrem Allzeithoch im Dezember). Die nationalkonservative ECR bringt es auf 81 Sitze. Auf der linken Seite werden den Grünen 52 Sitze vorausgesagt, den Linken 47 Sitze. Fraktionslose und neue Parteien belegen derzeit 52 Sitze.
Konservatives Ungarn
In Ungarn würden nach aktuellem Stand die Regierungsparteien Fidesz-KDNP mit 13 von 21 Mandaten wieder die absolute Mehrheit bei den Europawahlen gewinnen. Der kleine Koalitionspartner KDNP stärkt bis heute die Reihen der EVP, der dort ausgeschiedene Fidesz nähert sich der ECR-Fraktion an. Das linke Lager darf demnach mit 4 Mandaten rechnen (neben der DK wäre noch die Momentum im nächsten EP präsent). Gute Chancen auf ihren Ersteinzug ins EP dürfen sich derzeit die rechte Mi Hazánk und die Satirepartei des zweischwänzigen Hundes (MKKP) ausrechnen, die jeweils 2 Mandate gewinnen könnten.
