Wirtschaftsminister Márton Nagy in Debrecen: „Für unsere Wirtschaft ist ein möglichst schneller Übergang zur Elektromobilität ohne Rückschläge lebensnotwendig.“Foto: MTI/ István Derencsényi

Minister Nagy

Knacks am EU-Markt für Elektroautos

Frisch aus Berlin zurück erklärte Wirtschaftsminister Márton Nagy, „der Übergang zur Elektromobilität ist ins Stocken geraten“.

Darauf sei zurückzuführen, dass die ungarische Exportdynamik zuletzt um acht Punkte zurückfiel. Auf einem Forum am Mittwochabend in Debrecen merkte Nagy an: „Der europäische Neuwagenmarkt hat einen Knacks erlebt, die Verbreitung des Elektroautos kommt langsamer voran.“ Das treffe vor allem für Deutschland zu, obgleich der Marktanteil von Elektroautos in der EU ohnehin erst 15% erreicht hat, im Vergleich zu einem Drittel in China. Die direkte Folge seien Massenentlassungen von wohl 12.000 Mitarbeitern bei Tesla, von denen auch die sog. Gigafabrik im brandenburgischen Grünheide betroffen sein soll.

An einem Strang mit Deutschland

„Für unsere Wirtschaft ist es lebensnotwendig, dass der Übergang zur Elektromobilität möglichst schnell gelingt und es auf diesem Weg keine Rückschläge gibt“, hielt der Minister fest. Deutschland und Ungarn würden an einem Strang ziehen, da sich ihre wirtschaftlichen Interessen decken. Zur Stimulierung der Elektromobilität gehöre eine entsprechende Infrastruktur, europaweit brauche es mehrere hunderttausend Ladestationen. „Als hätte Europa vergessen, wie man Netzwerke baut“, merkte Nagy mit Hinweis auf die weitaus effizienteren Chinesen an, bei denen die öffentliche Hand, die Hersteller und die Verbraucher den Übergang Hand in Hand bewältigen.

Politik will auf die Hersteller hören

Noch frisch unter dem Eindruck seiner Gespräche in der deutschen Hauptstadt mit Spitzenmanagern von BMW, Audi und Mercedes-Benz sagte der Wirtschaftsminister, die Politik müsse bei der Ausgestaltung der Strategie auf die Automobilhersteller hören, die den Wettbewerb mit den Chinesen annehmen und Schutzzölle auf chinesische Importe durch die EU ablehnen.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
23. Mai 2024 11:37 Uhr