Ukraine-Krieg

Kiew warnt, Budapest kontert

„Viktor Orbán spielt immer wieder mal ein sehr gefährliches Spiel.“ Diese Kritik formulierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einem Interview. Am Dienstag reagierte Außenminister Péter Szijjártó auf diese Worte.

Selenskyj gab der französischen „Le Monde“ ein Interview, in dem es naturgemäß auch um die Positionierung der Europäer zum Ukraine-Krieg ging. Der Präsident der Ukraine meinte, die russische Invasion habe die Europäer um die Ukraine geschart. Auch wenn es in allen Gesellschaften abweichende Meinungen gebe, stünden doch 90 Prozent der europäischen Spitzenpolitiker an der Seite von Kiew. Diese Unterstützung ermöglichte es der Ukraine erst, Russland zu stoppen.

„Vor allem für Ungarn gefährlich“

„Es gibt aber auch andere Töne. Ungarn mit Viktor Orbán spielt immer wieder mal ein sehr gefährliches Spiel. Ein vor allem für Ungarn gefährliches Spiel“, äußerte Selenskyj, der sich wunderte, warum Budapest so radikale Botschaften an die Ukraine formuliere, obgleich man doch selbst sehr gut wisse, was eine Invasion und ein faschistisches Regime mit sich bringen. Orbán erreiche auch damit nichts, dass er auf Trump setze. Für die Ukraine sei es irrelevant, wer im Weißen Haus sitzt, solange die amerikanische Gesellschaft ihre Einstellung zur Ukraine, den gemeinsamen Werten und Putin nicht ändert.

Großes Risiko der Eskalation

Die Reaktion aus Budapest ließ nicht lange auf sich warten. Am Dienstag auf einer Pressekonferenz zu den Selenskyj-Äußerungen befragt erklärte Außenminister Péter Szijjártó: „Gefährlich ist einzig und allein der Krieg, in dem Menschen sterben und ein hohes Eskalationsrisiko besteht.“ Ungarn habe als unmittelbarer Nachbar der Ukraine ganz sicher kein Interesse daran, dass sich der Konflikt ausweitet.

12 Antworten auf “Kiew warnt, Budapest kontert

  1. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die USA diesen unverschämten ukrainischen Clown durch jemanden ersetzen, der einen nicht ganz so russophoben Kurs fährt, sodass es nicht zum 3. Weltkrieg sondern zu einer Verhandlungslösung kommt. Die Finanzierung der Waffen trägt ja quasi eh nur noch die EU, allen voran der deutsche Steuerzahler. Und die USA waren ja erfolgreich: Blackrock-Unternehmen haben durch Waffenlieferungen Milliarden verdient und haben sich außerdem bereits 30% der ukrainischen Agrarflächen einverleibt.

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  2. Andreas hat recht. Volle Zustimmung. Keine der beiden Kriegsparteien muss ja gleich “die weiße Fahne” hissen, aber beide Seiten sollten es wenigstens mal versuchen, trotz aller Gegensätze, Beleidigungen usw. zu verhandeln. Schon der Versuch wäre es wert, weil damit wahrscheinlich Menschenleben gerettet werden könnten.

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  3. Ich glaube nicht, dass die Jahrzehnten geknechtete Russen in Donbass zu ihren Knechter zurück wollen.
    Es gibt so etwas, wie Selbstbestummungsrecht der Völker. In Afrika sehen wir, was die willkürlich gezogene Grenzen gebracht haben. Mord, Krieg.

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    1. Wenn Sie die Berichte vor 10-15 Jahren gelesen haben und sich daran erinnern nein, dann werden auch Sie wissen.
      Ich habe nie in der letzten 5 Jahren Nachrichten gehört, dass vom Krim, Donbass die Russen nach Westukraine geflüchtet haben oder aus Russland nach Ukraine. Umgekehrt ca 5 Million Menschen nCh Russland geflüchtet

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    2. P.S. Es gibt 2 Filme uber Donbass. Spielfilm und Report. Falls die Hälfte nicht war ist, ist es grausam genug..
      Sogar deutsche Medien habe früher daruber geschrieben, als Frau Nuland ( die Frau mit f…die EU) nicht den Msidanputsch mit 5 M. Organisiert hat. Nun ist sie weg. Die USA hat jetzt etwas anderes in Visier.

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    1. Schauen Sie die UNO Statistiken an. Wie viel Juden haben Ukraine seit die SU aufhörte zu existieren, Ukraine verlassen. Warum wohl? Wie der Ungarischen Minderheit die Rechte aus SU Zeit eschnitte wurde?
      Russen waren aber mehr, als 10 Millionen. Sie hatten Alternative und flüchteten nicht, wie Juden und schluckten keine weitere Demütigung, Bombardierung..
      Ist es keine Schande fur Ukraine, fur EU, dass die Minderheiten in Ukraine die Rechte zuruckhaben wollten die sie in der SU hatten?
      Es ist Schande fur die EU und Schande fur UkrIne die soooooi EU Komptibel sein sollte.

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  4. Zitat: “Ich würde mir deswegen noch lange keine Beurteilung zutrauen.”

    Das klingt nicht sehr glaubwürdig, wo Sie sich doch zutrauen, Filme bzw. Dokumentationen abzuwerten, die Sie nicht mal kennen.

    Logisch wäre doch, dass Sie sich zunächst erkundigen, um welche Filme bzw. welche Dokumentationen es sich handelt, sich diese ansehen, und erst dann beurteilen, ob man daraus Informationen gewinnen kann, wie sie Frau Westermann in ihrem Kommentar zur Disposition stellt.

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  5. Leo,
    so meinte ich das nicht. Ich muss die Dokumentationen nicht kennen. Wir wissen aber auch, wie viel heute (und sicher auch früher schon, keine Frage) getrickst, gelogen, Halbwahrheiten verbreitet, etwas ganz unter den Tisch gekehrt usw wird.)
    Mir geht es darum, dass wir am besten nur so viel und so weit beurteilen, wie man es auf Grund gesicherter Erkenntnisse tatsächlich kann, also nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Mir ist klar, das das nicht leicht ist, aber natürlich andere Meinungen nicht ausschließen darf. Die muss man schon aushalten. So, nun mache ich Schluss, schließlich will ich auch nicht eine unschöne Diskussion lostreten.

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23. April 2024 12:40 Uhr