Die MOL-Gruppe fördert in geringen Mengen auch hierzulande Erdöl und Erdgas, doch ist Ungarn dringend auf Importe angewiesen. Foto: MTI/ Zoltán Balogh

Energiesicherheit

Kiew: Beschwert euch in Moskau!

Nachdem die Ukrainer zum wiederholten Male die Druschba-Öltrasse attackierten, kam es zu einem heftigen Schlagabtausch auf der Ebene der Außenminister.

Aus Kiew hatte Andrij Sybiha wenig diplomatisch verlauten lassen, wenn Ungarn ein Problem damit habe, sollte es sich mit seinen Beschwerden nicht an die Ukraine, sondern gleich „an seine Freunde in Moskau“ wenden. Péter Szijjártó konterte nicht weniger kampflustig, sein Amtskollege stehe mit den Fakten auf Kriegsfuß. Russland liefere schon seit Jahrzehnten zuverlässig Erdöl über diese Trasse an Ungarn, in dessen Interesse dies geschehe. Die Angriffe der Ukraine auf diese Versorgungsader erfolgten derweil entgegen den Interessen Ungarns. „Ich bin Außenminister Ungarns und habe in dieser Eigenschaft die Interessen Ungarns voranzustellen“, schrieb Szijjártó, gespickt mit der Warnung, die Ukraine erhalte einen erheblichen Teil ihres Stroms aus Ungarn.

Sybiha hatte den Drohnenangriff mit dem Hinweis versehen, Ungarn würde seit Jahren gewarnt, Russland sei ein unzuverlässiger Partner. „Ungarn hat dessen ungeachtet alles getan, um seine Abhängigkeit von Russland auch nach der offenen Aggression aufrechtzuerhalten.“ Aus der Sicht der Orbán-Regierung bezweckten die Angriffe der Ukraine auf die ungarische Energieversorgungs-Infrastruktur, Budapest im Auftrag der EU-Zentrale in Brüssel in den Krieg hineinzuziehen. Dazu stellte das Außenministerium in Budapest klar: „Um es noch einmal ganz deutlich zu sagen: Dies ist nicht unser Krieg, wir haben damit rein gar nichts zu tun. Solange wir regieren, wird sich das auch nicht ändern!“

Nachdem die Ukrainer am frühen Montagmorgen erfolgreich eine Pumpstation der Öltrasse auf russischem Gebiet mit Drohnen angegriffen hatten, konnten die Öllieferungen nach Ungarn am Dienstagabend bereits wieder aufgenommen werden. Die Druschba-Trasse ist maßgeblich für die Versorgung Ungarns mit Erdöl.

Ungarn als Energielieferant

Ungarn liefert laufend mehr Erdgas an die kriegsgepeinigte Ukraine: Flossen 2022 nach Angaben des Versorgungsunternehmens FGSZ noch 620 Mio. m3, waren es im vergangenen Jahr bereits 1,7 Mrd. m3. Letztere Liefermenge wurde im laufenden Jahr bereits Mitte August wieder erreicht, teilte das Energieministerium mit. Damit hält Ungarn mehr als die Hälfte aller Anteile der ukrainischen Gasimporte. Ungarns Stromexporte in das Nachbarland vervierfachten sich von 2022 bis 2024 auf 2,14 TWh. Hier schwankt Ungarns Anteil an der Energieversorgung der Ukraine aus dem Ausland um 40%.

6 Antworten auf “Kiew: Beschwert euch in Moskau!

  1. Ungarn sollte sofort die Energieversorgung zur Ukraine einstellen, “Auge um Auge, Zahn um Zahn ”
    Die Ukraine verhält sich vom ersten Tag an wie ein aggressiver Bettler.
    Selenskyj weiß ganz genau das er Narren Freiheit hat und das nutzt er aus.
    Deshalb wird er Ungarn immer mehr Schaden.

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