Novák
Katalin Novák in der Parlamentsdebatte zur Befreiung junger Leute unter 25 von der Einkommensteuer: „Wir begegnen jedem mit Gastfreundschaft, der mit Respekt und dem Ansinnen einer gemeinsamen Zukunft zu uns kommt.“ Foto: MTI/ Szilárd Koszticsák

Novák in „Welt am Sonntag“

Fantasien wie bei Karl May

Die Stellvertretende Vorsitzende des Fidesz, Katalin Novák, hat Unterstellungen von EVP-Fraktionschef Manfred Weber zurückgewiesen, der Fidesz sei nach dem Bruch mit der EVP als rechtsextreme Partei einzuordnen.

In einem Gastbeitrag in der „Welt am Sonntag“ beklagte Novák hingegen, die ihrem Namen nach „Mitterechts“-Parteien würden Werte wie Freiheit, Nation, herkömmliche Familie, christliche Kultur und Menschenwürde nicht mehr vertreten.

 

“Es gibt immer mehr Menschen, die das Gefühl haben, dass Freiheit, die Nation, die traditionelle Familie, die christliche Kultur, die Menschenwürde Werte sind, die von den sogenannten Mitte-Rechts-Parteien nicht mehr vertreten werden. Diese Menschen sind zu Recht empört, dass sie wegen ihrer Abweichung vom liberalen linken Mainstream stigmatisiert, ausgegrenzt und diskriminiert werden.”

 

Als aktuelles Beispiel, für „vom linksliberalen Mainstream abweichende Meinungen gebrandmarkt, ausgegrenzt und diskriminiert zu werden“, führte auch sie den ungarischen Torwarttrainer Zsolt Petry an, „der von Hertha BSC wegen seiner toleranten, aber vom deutschen Mainstream abweichenden Meinung fristlos gekündigt wurde“.

Leben in Ungarn keine Fantasie

Die Fidesz-Politikerin erinnert daran, dass die Ungarn „seit über 1.000 Jahren als christliche Nation im Herzen Europas leben“ und klare Vorstellungen von ihrer Zukunft hätten. „Wir begegnen jedem mit Gastfreundschaft, der mit Respekt und dem Ansinnen einer gemeinsamen Zukunft zu uns kommt“, schreibt sie.

Dann zieht Novák einen Vergleich zwischen „deutschen und Brüsseler Kommentatoren“ und Karl May, der auch nie in dem von ihm beschriebenen Wilden Westen gewesen sei. Das Leben in Ungarn spiele sich aber weder in der Fantasie ab, noch sei es Wildwestromantik.

Die „unverzeihlichen Sünden“ des Fidesz

Warum das Ungarn-Bild in den deutschen Medien mit politischer Absicht verzerrt dargestellt wird, macht Novák an drei „unverzeihlichen Sünden“ der seit 2010 amtierenden Orbán-Regierung fest. Seit 2011 ist die Ehe zwischen Mann und Frau im Grundgesetz verankert, 2015 lehnte Ungarn die Masseneinwanderung ab und heute wird mit national zugelassenen (östlichen) Impfstoffen geimpft.

Die Linken aber verfehlten ihr Ziel, diese Politik zu isolieren. Der Austritt des Fidesz aus der EVP habe gezeigt, „dass die Mehrheit der rechtsgerichteten demokratischen Parteien in Europa gerne enger mit der ungarischen Regierungspartei kooperieren würde“, resümiert Novák. Schließlich erteilt sie jenen Spekulationen eine Abfuhr, für den Fidesz gäbe es in Deutschland andere „natürliche politische Andockstellen“ als CDU/CSU.

Lesen Sie hier den kompletten Aufsatz.

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