Foto: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Orbán-Interview

Immer mehr im Anti-Kriegslager

Ministerpräsident Viktor Orbán geht davon aus, dass sich mit der Zeit fast täglich „mehr und mehr dem Antikriegslager anschließen werden“. Diese Aussage machte er am Montag nach seinem Besuch im Vatikan gegenüber dem Nachrichtensender M1.

Auf den Einwand, nur wenige Staats- und Regierungschefs würden für den Frieden eintreten, antwortete Orbán: „Das ist eine Täuschung, denn die Welt ist nicht jener Westen, wo nur wenige Menschen offen auf der Seite des Friedens stehen. Wenn man die gesamte Menschheit betrachtet, ist die überwältigende Mehrheit auf der Seite des Friedens.“ Er nannte die Araber und den Fernen Osten, angeführt von China und Indien. Die „stärkere Hälfte der westlichen Welt“, nämlich die USA, stünden ebenfalls auf der Seite des Friedens.

Orbán wies darauf hin, dass in Mitteleuropa die friedensbefürwortenden und kriegsfeindlichen Tschechen „jetzt zurückkommen“, die Slowakei und Ungarn über kriegsfeindliche Regierungen verfügen und „sich auch in Polen der Wind dreht“.

Orbán erklärte im Zusammenhang mit dem Treffen mit Papst Leo XIV., dass es „auf der Welt ein verborgenes Netzwerk von Antikriegsführern“ gebe. Dieses Netzwerk habe „zwei Konzentrationspunkte“: einen politischen, der sich um den US-Präsidenten dreht, und ein spirituelles bzw. mentales Zentrum, von dem „die Politiker, die gegen den Krieg kämpfen, immer wieder Energie, Motivation, Engagement, Segen und Ermutigung erhalten“ – letzteres Zentrum befindet sich im Vatikan, beim Heiligen Vater selbst.

In Verbindung mit dem Friedensgipfel in Budapest erklärte Orbán, dieser sei eine Absicht, die die beiden Verhandlungsparteien gegenseitig erklärt hätten, ohne dass jemand wisse, wann dieser stattfindet, da die Delegationen ständig miteinander verhandeln. Fakt sei aber, dass der Gipfel in Budapest stattfinden wird.

Im Zusammenhang mit dem EU-Gipfel der vergangenen Woche, bei dem 26 Mitgliedsstaaten einen einzigartigen Ansatz zur Zukunft der Ukraine in der Gemeinschaft verabschiedeten, erklärte Orbán, es gebe eine Reihe von Ländern, die unter keinen Umständen dazu beitragen würden, dass ein Mitgliedsstaat von einer solchen Entscheidung ausgeschlossen würde. „Und das nicht, weil sie Ungarn lieben, sondern weil sie dieses Schicksal nicht selbst erleiden wollen.“

 

2 Antworten auf “Immer mehr im Anti-Kriegslager

  1. Da muss ich Ihnen recht gaben, alles geht seinen Weg bis zum (bitteren) Ende.

    Deshalb ist es wichtig, dass Gott mir die Gnade gibt, mit Gelassenheit die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann; den Mut, die Dinge zu ändern, die ich ändern sollte; und die Weisheit, zwischen beiden zu unterscheiden.

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12. Februar 2026 10:10 Uhr