Das Foto zeigt (v.l.) Miklós Bakk, Zsolt Németh, John O’Sullivan, Präsident des Danube Institutes, Jerzy Snopek und Botond Csoma. Foto: MTI/ Nándor Veres

Sommeruni Tusványos

Gulyás: Energiesanktionen sind falsch

Ungarn hält es für wichtig, die Einheit der EU zu bewahren.

Gleichzeitig sei jedoch die Ausweitung der Sanktionen gegen Russland auf den Energiebereich eine falsche Entscheidung. Dies betonte Kanzleramtsminister Gulyás Gergely bei einem Podiumsgespräch der 31. Sommeruniversität im siebenbürgischen Tusnádfürdő (Balne Tusnád) am Mittwoch.

Die EU habe der Ukraine ihre Hilfe beim Wiederaufbau zugesagt, doch wenn die Energiekrise die Wirtschaft zerschlägt und dies zu politischer Instabilität führt, wird Europa dazu nicht mehr in der Lage sein.

EU ist Verlierer des Kriegs

Allen Anzeichen nach gehört die EU zu den großen Verlierern des Ukraine-Kriegs. Dies erklärte Zsolt Németh, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Parlaments, bei einem anderen Podiumsgespräch am Mittwoch. Über Europa ziehen sich angesichts des fallenden Euro-Kurses, der galoppierenden Inflation und steigenden Energiepreise sowie des Chaos in der internationalen Diplomatie dicke Wolken zusammen. In dieser Situation sind die Länder Mitteleuropas – so auch die ungarisch-polnischen Beziehungen – einer starken Zerreißprobe ausgesetzt. Deswegen können die Länder der Region nur stark bleiben, wenn sie zusammenarbeiten und gemeinsam ihre Interessen vertreten.

Foto: MTI/ Nándor Veres

Németh sprach auch über die Rolle der Medien bei der Wahrung der Einheit Mitteleuropas sowie über die Frage der Waffentransfers und der Sanktionen. Er erklärte, dass die Medien heutzutage „als Teil der hybriden Kriegsführung“ die ungarisch-polnische Freundschaft an mehreren Fronten angreifen. In den ungarischen Medien ist in Bezug auf Polen eine Art Stereotyp der „Amerikafreundlichkeit“ und in der polnischen Presse ungarische „Russenfreundlichkeit“ zu beobachten.

Medien als Werkzeuge

Trotz der unterschiedlichen Positionen gehe es im Wesentlichen nur um politische „Werkzeuge“; es gebe keinen Streit zwischen Ungarn und Polen über strategische Ziele und die Ausrichtung Mitteleuropas. Németh bekräftigte, dass das gemeinsame Ziel die Schaffung einer unabhängigen Ukraine ist, die der EU angehört und in eine gut funktionierende Region integriert ist.

Bei der Podiumsdiskussion sprachen Miklós Bakk, Dozent an der Sapientia-Universität, über die Vergangenheit und die Bedeutung der ungarisch-polnischen Beziehungen, Botond Csoma, Vorsitzender der RMDSZ-Fraktion im Abgeordnetenhaus, über die Entwicklungen im russisch-ukrainischen Krieg, und Jerzy Snopek, ehemaliger polnischer Botschafter in Budapest, über die Haltung Polens zum Ukraine-Krieg.

3 Antworten auf “Gulyás: Energiesanktionen sind falsch

  1. Das ist ja eine schwere und völlig berechtigte Kritik an der EU. Die EU macht nur Unfug, weil im großen Westen nur Unfug herrscht und nur Unfug gewählt wird. Ungarn muß das bei seiner vernünftigen Haltung doch erkennen. Wie kann es da von Einheit der EU reden, wo es doch mit den westlichen Unfugtreibern richtigerweise keine Einheit betreibt?

    1. Man sieht bei den Lebensläufen der ” führenden EU Politikern” Schritern zuhause, ab nach Brüssel. Ob Uschi nur dumm aber schon dement? Sie kann nicht einmal ihr Handy bedienen. Lösch ständig Mails aus Versehen.

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