Fotos: Ministerpräsidentenamt/ Vivien Cher Benkő

Erdogan bei Orbán

Gewinner des 21. Jahrhunderts

Am Montag besuchte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan Budapest. Er traf mit Ministerpräsident Viktor Orbán und Staatspräsidentin Katalin Novák zusammen.

Zusammen mit dem türkischen Staatsoberhaupt trafen auch acht Minister in Ungarn ein. Es wurden mehrere Abkommen unterzeichnet. Zudem wurde das ungarisch-türkische Kulturjahr 2024 eingeläutet.

Orbán und Erdogan unterzeichneten eine Vereinbarung über eine vertiefte strategische Zusammenarbeit. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz erklärte Orbán, damit wollen beide Länder zu den Gewinnern des 21. Jahrhunderts gehören.

Orbán kündigte an, dass Ungarn während seiner EU-Ratspräsidentschaft im kommenden Jahr alles daran setzen werde, die Zollunion zwischen der EU und der Türkei zu modernisieren, und die Türkei bei der Visa-Liberalisierung zu unterstützen. Zu den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sagte er, dass sich der bilaterale Warenaustausch in den letzten zehn Jahren verdoppelt habe, wobei 500 türkische Unternehmen in Ungarn und 100 ungarische Unternehmen in der Türkei tätig seien. Die türkischen Investitionen in Ungarn nehmen zahlen- und wertmäßig stetig zu und wurden auf neue Bereiche ausgeweitet.

Orbán betonte zudem die Rolle der Türkei für die Sicherheit Ungarns und die Energiesicherheit. „Ungarn ist ohne die Türkei nicht sicher, und wir können die Bedrohung Ungarns durch die illegale Migration nicht ohne die Türkei kontrollieren.“ In Verbindung mit dem Ukraine-Krieg betonte er, dass die Türkei als einzige in der Lage sei, als Vermittler Ergebnisse zu erzielen, wie beim Getreide-Abkommen gezeigt.

Nachdem vor 100 Jahren diplomatische Beziehungen zwischen Ungarn und der Türkei aufgenommen wurden, wird das nächste Jahr dem Kulturjahr gewidmet sein, 2025 wiederum zum Jahr der Zusammenarbeit in Wissenschaft und Innovation erklärt, kündigte Orbán an.

Erdogan: Historische Beziehungen vertiefen

Die türkisch-ungarischen Beziehungen seien freundschaftlich und tief verwurzelt. Beide Seiten seien gewillt, diese weiter auszubauen, betonte Erdogan. Man sei bestrebt, Investitionen in dem jeweils anderen Land sowie gemeinsame Investitionen in Drittländern zu fördern. Erdogan erklärte, dass die Türkei Ungarn in seinen Bemühungen um eine erfolgreiche rotierende EU-Ratspräsidentschaft voll und ganz unterstützen wird.

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