Karol Nawrocki (r.) bereitete seinem Gast Tamás Sulyok einen herzlichen Empfang. Fotos: MTI/ Zsolt Szigetvári

Ungarn-Polen

Freundschaftstag im Einvernehmen

Die Staatspräsidenten Tamás Sulyok und Karol Nawrocki begingen am Montag auf herzlichste Weise den Tag der ungarisch-polnischen Freundschaft.

„Die Freundschaft unserer Völker ist über die Tagespolitik erhaben, denn sie ist aus einer historischen Schicksalsgemeinschaft gewachsen“, betonte der ungarische Gast nach der gemeinsam mit seinem Amtskollegen begangenen Zeremonie im südostpolnischen Przemysl. Beide Länder verbinden seit ihrer Staatsgründung die christlichen Werte, eine gemeinsame Identität und Kultur. Die Nationalversammlungen Ungarns und Polens bestimmten den 23. März im Jahre 2007 zum Festtag der Freundschaftsbande zwischen beiden Völkern.

Das Besuchsprogramm begann mit einer Kranzniederlegung auf einem Militärfriedhof für gefallene Soldaten des Ersten Weltkrieges – damals waren in Przemysl mehrere 10.000 Ungarn stationiert. Nawrocki begrüßte Sulyok mit militärischen Ehren, darauf folgten die offiziellen Gespräche. Auf der Pressekonferenz im Anschluss betonte der Gastgeber, dass sich die tiefe Freundschaft zwischen Polen und Ungarn nicht durch politische Schwankungen erschüttern lässt. Beide Nationen wollen zur EU gehören, sorgen sich aber zugleich um den Zustand der Gemeinschaft. Als Beispiele nannte Nawrocki den Widerstand gegen das Mercosur-Abkommen, gegen die Brüsseler Klima- und Migrationspolitik sowie gegen Bürokratisierung und Zentralisierung. Die größte Meinungsverschiedenheit gebe es in der Beurteilung des Ukraine-Krieges, denn für Polen seien Wladimir Putin und Russland „die gleiche existenzielle Bedrohung wie 1920 die Bolschewiken“. Und er fügte hinzu: „Wir Polen lieben die Ungarn, aber wir hassen Putin, der ein Kriegsverbrecher ist und weiter nichts.“ Er akzeptiere jedoch, dass jedes Land seine diplomatischen Entscheidungen eigenständig trifft.

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