Präsident Wladimir Putin zusammen mit Ministerpräsident Viktor Orbán beim Gespräch im Kreml: „Wir kennen uns persönlich schon sehr lange, und ich weiß, dass Sie bei Ihrer Arbeit vor allem die Interessen Ihrer Heimat Ungarn und des ungarischen Volkes vertreten.“ Fotos: MTI/ Zoltán Fischer

Orbán bei Putin

Fortsetzung der Energiekooperation

Nahezu vier Stunden lang hat Ministerpräsident Viktor Orbán am Freitag im Kreml mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin verhandelt.

Der Gast bekräftigte anschließend, russische Energieträger bilden auch in Zukunft die Basis der Energieversorgung Ungarns. Orbán würdigte die Stabilität und Berechenbarkeit der russischen Energielieferungen und betonte, Ungarn habe Interesse an einer Fortsetzung der bilateralen Energiekooperation. Es war bereits das 14. Treffen mit Putin, der sehr wohl wisse, dass Ungarn eine souveräne Außenpolitik verfolgt. „Wir haben kein einziges Gebiet unserer Zusammenarbeit auf Druck von außen hin aufgegeben“, hob der Ministerpräsident einen gewichtigen Aspekt heraus.

Ungarn drängt auf Frieden

Auch das Interesse Ungarns am Frieden in der Ukraine sei Moskau bekannt. Orbán gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die aktuell auf dem Tisch liegenden Vorschläge zu einer Waffenruhe und zum Frieden führen werden. In diesem Zusammenhang bekräftigte er natürlich die Bereitschaft, Ungarn als Schauplatz von Friedensverhandlungen anzubieten.

Putin dankte Orbán, dass er die Idee eines amerikanisch-russischen Gipfeltreffens in Ungarn positiv aufgenommen habe. „Das war Trumps Vorschlag, der darauf verwies, dass Washington ebenso wie Moskau gute Beziehungen zu Budapest unterhalte. Wir haben diesem Vorschlag mit Freude zugestimmt.“

Der Präsident Russlands machte die Entscheidung für Budapest als Schauplatz des Treffens dessen ungeachtet vom Verhandlungsstand abhängig. Auf jeden Fall dankte er dem ungarischen Ministerpräsidenten schon vorab, sich für den Erfolg eines solchen Gipfels einzusetzen.

Pragmatische Beziehungen

Zu den bilateralen Beziehungen merkte Putin an, diese seien heute von Pragmatismus geprägt. „Wir kennen uns persönlich schon sehr lange, und ich weiß, dass Sie bei Ihrer Arbeit vor allem die Interessen Ihrer Heimat Ungarn und des ungarischen Volkes vertreten“, wandte sich der Kremlchef direkt an seinen Gast.

Auch wenn die Ansichten etwa in internationalen Belangen immer mal auseinandergehen, habe man doch eine Atmosphäre geschaffen, in der sich alle offenen Fragen ehrlich diskutieren lassen. So sei ihm der „ausgewogene“ Standpunkt Ungarns zur ukrainischen Frage bekannt.

Im Handelsvolumen zwischen Russland und Ungarn gab es im vergangenen Jahr bedauerlicherweise einen Rückgang um 23%, im laufenden Jahr aber bereits wieder eine Korrektur um 7%. Ungeachtet der sehr guten Zusammenarbeit auf dem Terrain der Energie gebe es auch dort Fragen und Probleme, die gelöst werden müssten, schloss Putin.

Orbán
Die anschließende Verhandlung der beiden Staatsmänner dauerte nahezu vier Stunden.

Nach Informationen aus dem Kreml dauerten die Gespräche der Staatschefs letztlich nahezu vier Stunden. Von russischer Seite wurde betont, Ungarn habe in den ersten zehn Monaten rund 5,4 Mrd. Kubikmeter Erdgas bezogen, im Vergleich zu 8,6 Mrd. Kubikmeter im Gesamtjahr 2024. Moskau sieht in den langfristig vereinbarten Lieferungen via Gaspipeline einen Wettbewerbsvorteil Ungarns gegenüber Flüssiggas (LNG).

Bei der Lieferung von Erdöl habe man im Auge, dass die EU Ungarn eine Ausnahmeregelung von den Ölsanktionen gegenüber Russland gewährte. Nach dem Ende der langen Unterredung begleitete Putin seinen Gast Orbán persönlich bis zur Limousine.

Szijjártó: So macht die US-Befreiung Sinn

„Die Befreiung von den US-Sanktionen macht nun Sinn, da Russland bekräftigt hat, seine Lieferverpflichtungen hinsichtlich Erdöl und Erdgas einzuhalten. Ungarns Energieversorgung bleibt sicher“, kommentierte Außenminister Péter Szijjártó die Ergebnisse der Verhandlungen in Moskau.

Der Bezug von Erdöl über die Druschba-Trasse (im laufenden Jahr bislang 8,5 Mio. t) und von Erdgas über die TurkStream-Pipeline (gut 7 Mrd. Kubikmeter) erfolge reibungslos. Außerdem habe man sich darauf verständigt, das Projekt zur Erweiterung des AKW Paks zu beschleunigen – am 5. Februar werde der erste Beton gegossen.

„Wladimir Putin hat uns zugesichert: Wenn es einen Friedensgipfel geben sollte, wird dieser zweifellos in Budapest stattfinden.“

Den Kritikern am Kreml-Besuch des ungarischen Ministerpräsidenten gab Szijjártó mit auf den Weg, Ungarn sei ein souveränes Land, dessen Außenpolitik von den nationalen Interessen geleitet sei. Die Zusammenarbeit mit Russland basiere auf gegenseitigem Respekt und sei ausgewogen. Es liege im Interesse Ungarns und seiner Energiesicherheit, dass diese Zusammenarbeit auch künftig in der gleichen Form möglich sein wird. Die Energiekooperation mit Russland aufzugeben würde gegen die grundlegenden Interessen Ungarns verstoßen.

„Viktor Orbán ist die Stimme des gesunden Menschenverstandes in Europa.“

19 Antworten auf “Fortsetzung der Energiekooperation

  1. Oh, Herr Orban hat sich vier Stunden lang die Befehle aus Moskau abgeholt. Ein weiterer Kotau vor Putin.

    Macht nichts, Hauptsache der Friedensgipfel, sollte es überhaupt einen geben, findet in Budapest statt und es gibt Erdöl über die Drushba-Trasse.

    Natürlich ist Ungarn ein souveräner Staat, aber man sollte vielleicht darauf achten bei wem man sich so vehement andient und nicht nur Mittel zum Zweck ist.

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    1. Sicher würde der Peter nach der Grenzöffnung und der offiziellen Unterstützung der Ukraine viel viel besser Verhandeln…Mit Putin lässt sich nur gut Verhandeln, wenn man seinen “Mann” steht, offen und ehrlich ist. Genau deshalb geht das mit Trump und Herrn Orban so gut. Er hat schon so viel für Ungarn und die Welt erreicht, siehe seinen Kampf gegen zum Speien, das ihm ein Platz in der Geschichte unter den ganz Großen sicher ist. Aber Ihnen wären natürlich offene Grenzen und Milliarden für die Fu äh Ukraine lieber.

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      1. Offene Grenzen wären mir lieber, richtig geraten.
        Aber warte, ach ja, die gibt es ja schon in Europa.

        Herr Magyar spielt hier im Thema keine Rolle, es geht um Herrn Orban.
        Aber das ist Ihnen ja stets egal, Hauptsache Sie werden ihre Beleidigungen los.

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        1. Das ist ein schweres Geständnis, daß Sie Europa unter der feindlichen Invasion begraben wollen. Aber natürlich spielt Herr Magyar eine Rolle, Ungarn befindet sich im Wahlkampf, und es ist wichtig, was er künftig anstellen wird/würde.

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          1. Magyar hat bis seinem 42. Lebensjahr nichts zum Stande gemacht. War Enkel eines kommunistischen Richter-bei Prufungen immer betont und im Schleppe seiner Mutter, seiner Frau. Nach seinem Verrat Frau, Kinder, Freunde- wurde von Brussel aufgebaut.
            Messias Ur, oder Der Mann.
            Renomist ist ein mildes Ausdruck.

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              1. Das Ptoblem ist: Erőss hat mit AVH Bonzen gearbeitet. Magyar hat immer auf ihn verwiesen. Bis seinem lebensjahr 42.hat er nichts zum Stande gebracht. War nur Anhängsel. Eifersuchtig, neidisch, narzistisch, mit Hass erfüllt. Verräter.

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    2. Das paßt besser auf die sonstigen europäischen scheinbaren Machthaber, die ja nur Handlanger der Multis sind, nun für deren Kriegszwecke, auch mit einem Dritten Weltkrieg, wohin das Säbelrasseln aus Brüssel und Unterabteilungen leicht führen kann.

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    3. Aber klar deshalb nimmt sich Putin auch extra 4 Stunden Zeit, der hat ja sonst nichts zu tun. Es hätte doch auch eine Email für die Befehle gereicht, auch für Putin geht es darum Victor Orban zu stützen. Bekommt Peter Emails aus dem Kreml, eher von der Leier ?

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