Finanzminister Mihály Varga: Im Moment herrscht Windstille mit Blick darauf, was der Weltwirtschaft erst noch bevorsteht. Foto: MTI/ Nándor Veres

Tusványos

Finanzminister erklärt Preisstopp

„Die EU wird im Wesentlichen durch die eigenen Sanktionen geschwächt“, sagte Finanzminister Mihály Varga auf der 31. Tusványos-Sommeruniversität am Donnerstag in Siebenbürgen.

Die Frage laute nun, ob die EU die gegen Russland eingeleiteten Strafmaßnahmen überleben kann.

Der Minister betonte: Europa ist vorläufig auf die russische Energie angewiesen, der Übergang nehme viel Zeit in Anspruch und verschlinge beträchtliche Ressourcen. Die Sanktionen funktionierten nicht, weil sie international torpediert werden. Der EU mache zudem der schwindende Wert des Euro gegenüber dem Dollar zu schaffen. „In dieser Hinsicht gehört Europa zu den größten Verlierern“, resümierte Varga.

Die wegen der galoppierenden Energie- und Lebensmittelpreise steigende Inflation sowie die Zinserhöhungen und die daraufhin verteuerten Kredite lassen die Welt und Ungarn in eine Rezession steuern. Ob diese tatsächlich eintritt oder nur das Wachstum scharf abgebremst wird, sei im Moment noch offen. Es gebe aber niemanden, der aktuell auf eine radikale Besserung vertraut. Die FED nehme keine Rücksicht auf soziale Opfer in ihrem Kampf gegen die Inflation. Die Orbán-Regierung versuchte, mit den Preisstopp-Maßnahmen gegenzusteuern, die jedoch auf lange Sicht nicht aufrechterhalten werden können. Man wollte den heimischen Unternehmen aber Zeit geben, sich auf die schwierigere Wirtschaftslage einzustellen.

Ein Gedanke zu “Finanzminister erklärt Preisstopp

  1. Will man mittel- und langfristige Ziele erreichen, muss man eben auch etwas dafür bezahlen.

    Die EU hat schon andere Krisen überstanden. Varga scheint noch immer nicht erkannt zu haben, dass die freie Marktwirtschaft solche Krisen rasch überwindet und der Staat nur sozial abfedern, aber möglichst wenig eingreifen sollte.
    Die hohen Kosten für fossile Energieträger wird dazu führen, dass sich die Wirtschaft (inkl. den Privathaushalten) sich rasch auf andere Energieträger umstellt. Aufgrund des Klimawandels ist dies sowieso nötig.
    Menschen mit niedrigem Einkommen muss der Staat in diesem Umwandlungsprozess unterstützen.
    Die Orban-Regierung hatte den Fehler gemacht, diese Unterstützung im Gießkannenprinzip über die gesamte Bevölkerung verteilen zu wollen. Dies überfordert einen Staatshaushalt und treibt die Inflation an.

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