Foto: MTI/ Zoltán Máthé

China-Ungarn

Finanzkooperation vertieft

Ungarn strebt beiderseitig vorteilhafte Beziehungen zu den asiatischen Staaten an, da die Wirtschaft der beiden Kontinente kaum voneinander zu trennen sei.

Dies erklärte Mihály Varga (M.) auf der Renminbi-Initiativkonferenz der Ungarischen Nationalbank (MNB) am Freitag in Budapest. Auch der KI-Regierungsbeauftragte László Palkovics (r.) betonte, dass sowohl das wirtschaftliche als auch das politische Umfeld günstig für eine Vertiefung der chinesisch-ungarischen Beziehungen sei. Der MNB-Präsident betrachtet Ungarns Öffnung nach Osten als zeitgemäße Entscheidung und engagiert sich weiterhin für den Ausbau der internationalen Beziehungen. Ungarn hat frühzeitig die grundlegenden Veränderungen in der Weltwirtschaft erkannt und eine Diversifizierung der Wirtschaftsbeziehungen mit eurasischen Partnerschaften aufgebaut.

Ungarn setzt auf Partnerschaften in Fernost

Palkovics betonte, dass China in nahezu allen wichtigen Technologiebereichen eine globale Führungsposition einnimmt. Ungarn dagegen biete Investoren hochqualifizierte Arbeitskräfte, Know-how und ein günstiges wirtschaftliches Umfeld sowie Infrastruktur. Die Gewichte in der Weltwirtschaft haben sich verschoben, Ungarn könne durch den frühzeitigen Ausbau der Beziehungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und finanzielle Stabilität der östlichen Staaten zählen. In den letzten Jahren flossen 40-45% der Auslandsinvestitionen von China für Europa nach Ungarn.

Renminbi immer gewichtiger

Ungarn hat als erstes europäisches Land grüne Panda-Anleihen notiert und als Pionier Staatsanleihen sowohl auf dem Offshore- als auch auf dem Onshore-Renminbi-Markt ausgegeben. Mittlerweile sind in Ungarn Kontoführung, Geldtransfers, Kreditvergabe und gewerbliche Finanzierungen in Renminbi möglich. Diese Dienstleistungen richten sich vorrangig an die in Ungarn tätigen chinesischen Unternehmen, stehen aber auch ungarischen Firmen offen, die chinesische Entwicklungs- und Investitionskredite nutzen möchten.

Treffpunkt zwischen Ost und West

Die MNB nutzt alle verfügbaren Ressourcen, um Ungarn als Brücke zwischen Ost und West in der Finanzwelt zu etablieren. Der Vizepräsident der chinesischen Zentralbank, Lan Zou (M. r.), bezeichnete Ungarn als eines der bedeutendsten Länder der Region für China. Obwohl das Handelsvolumen kontinuierlich steigt, gibt es noch viele ungenutzte Potenziale in den bilateralen Beziehungen. Zou plädierte insbesondere für eine intensivere Kooperation zwischen den Zentralbanken und eine stärkere internationale Verwendung der chinesischen Währung.

Chao Yang (M. l.) von der chinesischen Botschaft in Budapest erklärte, dass die chinesisch-ungarischen Beziehungen freundschaftlich und ausbaufähig seien. Man wünsche sich auch eine offenere Haltung der EU gegenüber China und arbeite aktiv daran, bestehende Hindernisse zu beseitigen. Der CEO der Bank of China, Hui Zhang, bewertete Ungarns Haltung als bemerkenswert, insbesondere bei den Themen grüne Finanzierungen, Handelsabrechnungen und Investitionen. Als bedeutenden Erfolg betrachtet er, dass die Bank of China bereits für mehr als 100 Unternehmen in Ungarn Renminbi-Konten anbietet.

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