Realismus
„Während einige Länder, allen voran Deutschland, dem Schutz der Interessen der Asylzuwanderer höchste Priorität einräumen, räumen andere, vor allem Ungarn und Polen, dem Schutz der Interessen ihrer einheimischen Bürger Vorrang ein.“ Foto MTI / Zoltán Gergely Kelemen

Essay

Europas Illusionismus gegen Ungarns Realismus

In den aktuellen Konflikten wird die Europäische Union von Ungarn lernen müssen.

Es ist spezifisch westlich, Grenzen überwinden zu wollen. Dies galt lange vor allem nach außen, heute umgekehrt gegenüber außen. Heute sind wir wieder einen Schritt weiter und wollen im Wokismus selbst natürliche Grenzen zwischen den Geschlechtern überwinden. Diese Entgrenzung einer Regenbogenideologie mit ihren Hauptsträngen Genderismus und Antirassismus gilt der Mehrheit in Polen oder Ungarn als dekadente Selbstauflösung von Kultur. Das ungarische und polnische Beharren auf physischen und kulturellen Grenzen gilt den Aufgewachten im Westen wiederum als „rechts, autoritär und nationalistisch“.

Moralismus und Globalismus als Selbstaufgabe des Westens

Ein in globalen Kategorien denkender Moralist will die kurzfristigen Interessen seiner eigenen Gesellschaft überwinden. Bei dem Verzicht auf die Selbstbehauptung des Eigenen, den wir heute in Deutschland und weiten Teilen der westlichen Welt erleben, handelt es sich in Evolution und Geschichte um einen ungewöhnlichen Vorgang.

Er umfasst die Politik der offenen Grenzen und unkontrollierten Migration, mangelnde Wehrbereitschaft gegenüber Feinden, zunehmende Handlungsunfähigkeit der Europäischen Union nach außen und neuerdings auch noch den offenen Kampf gegen die eigene Kultur, die als „postkolonial, rassistisch und homophob“ verleumdet wird.

Die global denkenden Gesinnungseliten Europas fühlen sich nicht mehr ihrem jeweiligen Nationalstaat und auch nicht dem europäischen Kulturkreis, sondern der „One World“ verpflichtet. Ihre Identität liegt im Bekenntnis zur Globalität, in der sie an Luftschlössern ohne Mauern bauen. Bereitwillig opfern sie ihre Partikularinteressen – besonders eifrig in Deutschland – etwa der Autoindustrie, von Energieverbrauchern und Eigenheimbesitzern für globale und weit entfernte Ziele.

Konkrete Rechte der Staatsbürger werden abstrakten universellen Menschenrechten untergeordnet, statt Patriotismus und Gemeinwohl herrscht die Kardinaltugend „Weltoffenheit“ vor. Diese endet allerdings sofort, sobald andere nicht „weltoffen“ sein wollen, so dass eine zunehmende Polarisierung den Demokratien zusätzliche Lasten aufbürdet.

Verachtung alltäglicher Interessen des Volkes

Die Selbstbehauptung des Eigenen gilt ihm als unmoralisch. Lokale, regionale und nationale Instanzen dienen primär globalen Zielen. Gemäß der globalistischen Ideologie darf es nicht einmal länger ein eigenes „Volk“ geben, welches Vizekanzler Habeck bekanntlich „zum Kotzen“ findet. Solche flegelhaften Äußerungen schlagen sich dann in der Verachtung alltäglicher Interessen des Volkes nieder.

Denn es handelt sich nicht um bloße Sprachspiele, sondern um die Arbeit an den Voraussetzungen für den Übergang von der Volksherrschaft in die Gesinnungsoligarchie. Der Marsch durch die Begriffe wird von einem politisch-medialen Komplex der guten Gesinnung vorangetrieben, mit dessen Hilfe man Gegner reihenweise ausschalten und zudem eigene Fehler verdecken kann.

Radikale jakobinische Minderheiten hat es in der Geschichte oft gegeben. Beunruhigend ist jedoch die Selbstverleugnung des Bürgertums, dem es zuvor immer auch um die Selbstbehauptung des Eigenen gegangen war. Den Moralisten und Globalisten gelang eine regelrechte Transformation des Bürgerlichen. Mit dem Appell an das Verantwortungsethos des Bürgers haben die Kultur- und Naturrevolutionäre den Köder gefunden, um Bürger aus ihrer Nahverantwortung für Familie, Gesellschaft und Staat zur globalen Verantwortung umzuleiten.

Die Europäische Union bildet nicht die erhoffte Synthese zwischen globaler und nationaler Selbstbehauptung. Sie symbolisiert in ihren Strukturen vielmehr deren Widersprüchlichkeit. Dem Bestreben der EU-Kommission, die Asylpolitik zu vereinheitlichen und von Brüssel aus zentral zu steuern, stehen – so Roland Springer – die höchst unterschiedlichen, in vielerlei Hinsicht gegensätzlichen Interessen und Sichtweisen der einzelnen Mitgliedsländer in Fragen von Asyl und Migration entgegen. Während einige Länder, allen voran Deutschland, dem Schutz der Interessen der Asylzuwanderer höchste Priorität einräumen, räumen andere, vor allem Ungarn und Polen, dem Schutz der Interessen ihrer einheimischen Bürger Vorrang ein.

Totaler Realitätsverlust und ersatzreligiöse Heilsvorstellungen

Wenn man den gemeinsamen Kern dieser Fehlsteuerungen und Widersprüche sucht, so landet man bei der Diagnose eines totalen Realitätsverlusts, der aus dekadenter Spannungslosigkeit erfolgt und insofern spätzeitliche Züge trägt. Aber gilt dies für ganz Europa? Wie schon in der Einleitung angedeutet, gilt dies für Mitteleuropa eben nicht. Die Europäische Union wird nur dann eine Zukunft haben, wenn sie sich insbesondere den Realismus der ungarischen Regierung zu eigen machen kann.

Beim westlichen Moralismus und Globalismus handelt es sich um ersatzreligiöse Heilsvorstellungen, denen es im Gegensatz zu christlichen Visionen vom Heil der gesamten Menschheit am Sinn für Subsidiarität und damit für notwendige Abstufungen und fortdauernde Partikularinteressen fehlt. Nicht zuletzt zwischen den Ebenen des Diesseits und des Jenseits bräuchten die Europäer eine neue Arbeitsteilung.

Eine universale Weltordnung ist eine Illusion. Träume sind meist schöner als die Wirklichkeit, aber das Erwachen ist unvermeidlich und dann sehr unerfreulich, wenn über die Träume die Notwendigkeiten des Lebens verschlafen wurden. Dies gilt auch von der Anmaßung einer völligen Freiheit gegenüber der Natur, die nicht mehr über unser Geschlecht entscheiden soll. Wir wollen selbst Schöpfer sein. An diesem Punkt droht der westliche Liberalismus extremistische Formen anzunehmen.

Moralismus führt zu Deglobalisierung

Unterdessen droht der Moralismus den Globalismus zu besiegen und in eine aus dem naiven Idealismus des Wertewestens resultierende Deglobalisierung zu führen. Die sich anbahnende Abwendung der USA von China könnte den politischen Globalismus von einst in wirtschaftlichen Protektionismus umschlagen lassen. In dieser Haltung vereinen sich erneut Moralismus und amerikanische Machtpolitik, die dann nicht mehr auf unipolare Ausdehnung, sondern lediglich die Konsolidierung des Imperiums gerichtet wäre.

Auch gegenüber dieser gegenteiligen Übertreibung könnte Europa von der konnektivistischen Wirtschaftspolitik Ungarns lernen. Die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Werteordnungen gilt Viktor Orbán als Voraussetzung für ökonomische Konnektivität. Dementsprechend intensivieren sich Ungarns wirtschaftliche Beziehungen zu China. Hier lauert schon der nächste Konflikt, zunächst mit den USA, dann mit den transatlantisch orientierten Staaten der EU.

Budapest als Zentrum der Konservativen

Über diese Agenda ist Budapest längst zu einem geistigen Zentrum von Konservativen aus aller Welt geworden. Sie haben von der Erfolgen der ungarischen Regierung gelernt, dass nur eine intellektuelle Durchdringung der wichtigsten Narrative der Versuchung zu widerstehen hilft, sich – wie bei den britischen Konservativen oder der CDU geschehen – von Wahl zu Wahl immer mehr dem Wunschdenken „fortschrittlicher“ Parteien anzunähern und von den Notwendigkeiten der Selbstbehauptung abzuwenden.

Die umgekehrte Entwicklung Ungarns beruht neben den Prägungen der Vergangenheit auch auf der Synthese von Liberalismus und Kommunitarismus. Der mittlere Weg zwischen Freiheit und Ordnung oder auch Individuum und Gemeinschaft stellt sich sowohl dem kommunistischen als auch dem neoliberalen Universalismus entgegen. Es geht um nicht weniger, als um die nie endende Suche nach einem Gleichgewicht zwischen den Gegensätzen des Lebens.

Mit dieser Selbstbehauptungspolitik fordert Ungarn den Moralismus und Globalismus des Westens direkt heraus, was dem Land und seiner Regierung eine uneingeschränkte Abneigung einträgt, die bis hin zur Einbehaltung der Ungarn zustehenden EU-Gelder reicht.

Realismus auch gegenüber dem Krieg in der Ukraine

Im Ukraine-Krieg prallen die Großmachtpolitik Russlands, der Nationalismus der Ukrainer und die Parteinahme des Westens für die Ukraine aufeinander. Der Westen zeigt sich – anders als große Teile der Welt – solidarisch mit der Ukraine. Es gelte, die Grundlagen einer multilateralen Weltordnung zu verteidigen, in der jeder Kleinstaat gegenüber Großmächten die gleichen Rechte, etwa auf Auswahl seiner Bündniszugehörigkeit habe.

Die multilaterale Weltordnungsidee stand Pate bei der Entscheidung des Westens, Russland nicht als Machtpol, sondern als multilateralen Player unter anderen zu betrachten und dessen Großmacht- und Einflusssphären keine Beachtung zu schenken. Wer im Rahmen der multilateralen Weltordnung und des Völkerrechts argumentiert, kommt unweigerlich zur unbeschränkten und einseitigen Verurteilung Russlands.

Der Idee einer multilateralen Weltordnung und ihrem Völkerrecht steht aber anders als beim innerstaatlichem Recht keine Staatlichkeit gegenüber; in diesem Falle könnte es ja nur eine Weltstaatlichkeit sein, die deren Einhaltung garantieren kann. Die Idee, dass alle Staaten gleich sind, hat mit der Realität von Großmächten und ihren Nachbarstaaten nichts zu tun. Sie ist im hohen Maße idealistisch.

In der westlichen Haltung zur Ukrai­ne wird ein Kampf zwischen den Vorstellungen einer multilateralen und multipolaren Weltordnung ausgetragen. Multipolaristen orientieren sich nicht an Idealen, sondern an machtpolitischen Realitäten. Sie sind jedoch nicht „zynisch“, wie von den Idealisten oft behauptet, denn bei Stabilität, Ordnung und Frieden handelt es sich um hohe Werte.

Der realistische Umgang mit Macht gilt der „Realistischen Schule“ der Politikwissenschaft angesichts des eben nicht verrechtlichten, sondern im Kern anarchischen internationalen Systems als unverzichtbar. Zur Realität gehören auch die geografische Lage eines Landes sowie die Sicherheitsansprüche benachbarter Großmächte.

Waffenstarrender Idealismus des Westens

Der waffenstarrende Idealismus des Westens beruht auch darauf, dass ihm die Ukraine als eine Demokratie gilt. Nicht so den Ungarn. Das Verbot von Opposition und Medien sowie die Behandlung ethnischer Minderheiten, so auch der ungarischen habe mit Demokratie nichts tun. Den Kampf der Ukrai­ne um ihre Unabhängigkeit bezeichnet Orbán dennoch als „heldenhaft“. Dieser könne aber nur deshalb geführt werden, weil er massiv vom Westen unterstützt wird. Bei aller Sympathie dürfe die Gefahr einer Eskalationsspirale für den gesamten Kontinent, die mit jeder neuen Waffenart ansteige, nicht übersehen werden.

Da Ungarn nicht die Macht habe, den Krieg zu beenden, möchte es – so Orbán – sich selbst schützen. Ukrainische Interessen stünden nicht vor ungarischen Interessen. An Waffenlieferungen und Sanktionen im Energiebereich beteiligt sich Ungarn daher nicht. Nicht zuletzt, weil eine Beteiligung an den Energiesanktionen angesichts von 80 Prozent Energie­importen aus Russland ein Akt der Selbstaufgabe wäre.

Die ungarische Regierung folgt der geopolitischen Bewertung von Großmächtekonflikten in der so genannten „Realistischen Schule“, die in den USA heute vor allem mit dem Namen von John Mearsheimer verbunden ist. Mearsheimer berichtete mir in einem Gespräch, dass er am Vortag von Viktor Orbán zu einem dreistündigen Gespräch empfangen worden war. Darin habe dieser seine weitgehende Übereinstimmung mit den realpolitischen Positionen erklärt.

Von Ungarn lernen, heißt Realismus lernen

Schließlich wird der Realismus Ungarns auch in der künftigen Strategie Europas gegenüber den USA gebraucht. Beim Kampf der USA um die Weltordnung ist die EU nur ein Objekt, mit schon jetzt erkennbar werdenden negativen wirtschaftlichen und zukünftig womöglich auch verheerenden militärischen Konsequenzen.

Viktor Orbán bezieht sich häufig auf das einschlägige Buch von Klaus von Dohnanyi über „Nationale Interessen“. Die wahre Gefahr für eine völlige Zerstörung Europas liege darin, dass Europa im Falle eines russischen Angriffs zum alleinigen Kriegsschauplatz würde, ohne jedes direkte Risiko für die USA. Deutschland wäre als zentrale Nachschubbasis sofortigen Raketenangriffen ausgesetzt. Orbán fordert seit langem eine strategische Autonomie der Europäer, von der wir allerdings nach der Sprengung der Pipeline, die in jedem Fall von der CIA gutgeheißen worden sein muss, weiter entfernt sind denn je.

Zur Selbstbehauptung Europas gehört daher die Einsicht, dass es sich auch von den USA emanzipieren muss, um im Rahmen einer „Europäischen Verteidigungsgemeinschaft“ eine defensive Politik betreiben zu können. Diese sollte Europas Grenzen sichern und sich aus den Einflusssphären anderer Großmächte heraushalten.

Modell für eine realistische Politik der Selbstbehauptung

Ungarn könnte den Europäern in vielerlei Hinsicht als Modell für eine realistische Politik der Selbstbehauptung dienen. Dafür bräuchte es aber als erstes die Rückeroberung von offenen Diskursen als Voraussetzung und Inhalt einer offenen Gesellschaft. In ihr müsste wieder offen über alternative Wege gestritten werden – so, wie ich dies in Ungarn erleben durfte.

In den Konflikten zwischen Ungarn und der Europäischen Union spitzt sich der Konflikt zwischen europäischem Zentralismus und der Selbstbehauptung der Nationalstaaten, konkret zwischen den Vertretern einer „Ever closer Union“ und einem „Europa der Nationen“ zu. In ihnen geht es letztlich um den Wert der Vielfalt selbst. Die historische Forschung zu Europa ist sich darin einig, dass Europas Identität in der Vielfalt liegt.

Alle Versuche zur Vereinheitlichung Europas sind gescheitert. Gemäß diesen Erfahrungen wird die Europäische Union nur in dezentralen und subsidiären Formen als ein „Europa der Nationen“ gedeihen. Das neue Paradigma sollte heißen: „Vielfalt nach innen – Einheit gegenüber Gefahren von außen.“ Die Europäische Union muss lernen, mit der Vielfalt und Dezentralität Europas auf eine konstruktivere Weise umzugehen. Ihr Umgang mit Ungarn könnte dafür zum Testfall werden.

 

Weitere, in der Budapester Zeitung erschienene Essays des Autors:

Russland ist der Täter, der Westen der Verursacher

Selbstbehauptung in der Globalisierung

Der Autor ist Professor für Politikwissenschaft und war bis Ende April Gastprofessor beim Mathias Corvinus Collegium in Budapest. Er ist Autor des 2022 erschienenen Buches „Selbstbehauptung, Warum Europa und der Westen sich begrenzen müssen“.

33 Antworten auf “Europas Illusionismus gegen Ungarns Realismus

  1. “Die historische Forschung zu Europa ist sich darin einig, dass Europas Identität in der Vielfalt liegt.”
    Es fällt auf, wie sehr weite Teile der EU in einer selbstgemachten Informations- und Gedankenschachtel stecken. Jeder hält seine eigene angebliche Vielfaltsvorstellung für die richtige. Die deutschen meinen, Vielfalt in der eigenen multikulturellen Auflösung finden zu können, für Ungarn ist das Zerstörung. Für Ungarn ist die Vielfalt der Europäer vorrangig, inklusive kultureller Identität und einer gewissen Abgrenzung.

    Empfehle das Buch von Michael Lüders zum Thema: Moral über alles?
    https://www.youtube.com/watch?v=dMvLQdDQnYg

    Überhaupt sind die Beiträge und Bücher von Lüders relevant und erhellend.

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  2. Die russischen Freunde , insbes. bei den Fidesz-Anhängern, stehen jetzt massiv unter Druck, die Ukraine hat gestern einen größeren Frontdurchbruch erzielt und Putin muss sich mit seinem eigenen Bluthund auseinandersetzen. Aber es wird wie immer in Ungarn sein: Schuld sind die USA, die EU, der Westen und Soros. Nun werden die Rufe nach einem Waffenstillstand durch die treuen ungarischen Russlandfreunde extrem laut werden und China wird auch nicht mehr lange warten und sich dem Chor der „Freunde des Friedens“ umgehend anschließen.

    https://twitter.com/Tendar?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1672581801435607042%7Ctwgr%5E888b078291d621411d7e431d37f0c82187f1c2c7%7Ctwcon%5Es1_&ref_url=https%3A%2F%2Fwww.focus.de%2Fpolitik%2Fausland%2Fukraine-krieg-im-ticker-jetzt-kehrt-die-ukraine-zu-ihren-strategischen-wurzeln-zurueck_id_57275780.html

    Aber keine Angst Freunde, bevor Russland eine demütigende Niederlage einstecken muss, wird es zu gesichtswahrenden Verhandlungen kommen.

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  3. 16.04 Uhr:

    Der russische Präsidentenflieger hat Moskau in Richtung St. Petersburg verlassen. Das zeigen Flugbewegungen bei „Flightradar24“.
    Prompt meldete sich Putin-Sprecher Dmitri Peskow zu Wort und wies Spekulationen zurück, wonach Wladimir Putin angesichts des gewaltsamen Aufstands der Söldnerarmee Wagner Moskau verlassen haben soll. „Putin arbeitet im Kreml“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Samstag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.
    Auch Ministerpräsident Michail Mischustin befand sich nach offiziellen Angaben an seinem Arbeitsplatz in Moskau.

    https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krieg-im-ticker-jetzt-kehrt-die-ukraine-zu-ihren-strategischen-wurzeln-zurueck_id_57275780.html

    Kann ja auch sein, dass Putin intern nur zusätzliche “Miles and More Punkte” benötigt. Wer weiß das schon in diesen unsicheren Zeiten!

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    1. Sie wissen offenbar mehr als Putin! Vielleicht fliegen Sie mal nach Petersburg und gucken, ob er da ist. Die deutschen Medien schreiben von Gerüchten. Die Regionalmacht Russland im Bürgerkrieg wäre ihr bevorzugtes Kriegsszenario. Kann passieren. Biden ist sicherlich ganz entzückt. Amis sind weit weg.
      Viele im Westen haben genau davor Angst. Bei ihnen löst es geradezu ein geiles Gefühl aus, scheint so.

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      1. Sie schreiben: Die Regionalmacht Russland im Bürgerkrieg wäre ihr bevorzugtes Kriegsszenario.

        Das glaube ich nicht. Siehe auch hier:

        Tomasz Siemoniak (früherer Verteidigungsminister):

        “Jetzt haben wir das Szenario einer sehr wahrscheinlichen Destabilisierung Russlands. ”

        “In Warschau sollte jetzt niemand die Lage politisch ausschlachten. Polen sollte aufs Engste mit NATO und EU kooperieren. Es sollte fordern, dass der Nordatlantikrat noch heute in Brüssel zusammentritt, um über die Lage zu beraten. Der Gipfel sollte eine Verstärkung der Truppen an der Ostflanke auf die Tagesordnung setzen. Das würde das Risiko einer Eskalation in der Region mindern.”

        Quelle FAZ

        Jedenfalls ist das nicht im Interesse des Westens, auch deshalb nicht, weil man nicht mehr die Kontrolle über die Abläufe bei einem Bürgerkrieg hat. Putin als Gesprächspartner ist dem Westen deutlich lieber. Ein geschwächter Putin ist ein Problem.

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      2. “Bei ihnen löst es geradezu ein geiles Gefühl aus, scheint so.”

        Geile Gefühle bekomme ich in anderen Zusammenhängen.

        Wenn es sachlich nicht mehr geht und es unagnehm für Sie wird, weil Sie darauf hingewiesen werden, welchen Unsinn sie “gestern” noch erzählt haben, dann werden Sie anscheinend beleidigend und vulgär. Natürlich alles eine Frage des Chrakters, der Erziehung und der Sozialisation. Kann mir denken, in welchem Umfeld Sie aufgewachsen sind.

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        1. “Kann mir denken, in welchem Umfeld Sie aufgewachsen sind.”
          Es ist lustig, wie sie irren. Gegen Sie bin ich ein frommer Klosterbruder. Pazifist und Katholik.
          Sie aber sind Hunter Biden mit Laptop nahe. Schönes Wochenende.

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          1. “Gegen Sie bin ich ein frommer Klosterbruder. Pazifist und Katholik.”

            Seltsam, welche Wortwahl Mönche und Katholiken in Ihrer Umgebung verwenden. In meiner Pfarrgemeinde ist das bis heute noch nicht üblich und ich hoffe, es bleibt auch dabei.

            “Sie aber sind Hunter Biden mit Laptop nahe”

            Nur des Verständnisses wegen, können Sie diesen Satz auch in der deutschen Sprache so formulieren, dass ein “Hunter Biden mit Laptop nahe” das versteht. Auch im eigenen Kirchenslang formuliert? Ja, ja, die Umgebung ist schon sehr prägend.

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    2. In St.Petersburg mit 60.000 Schulabsolventer ein Volksfest, wie schon seit vielen Jahren stattgefunden hat.
      Wenn jemand ein Rest von Verstand hat, wünscht und ersehnt sich NIRGENDSWO! einen Bürgerkrieg.
      Die USA hat nicht zusammen in den Kriegen, die sie angezettelt und/oder teilgenommen hat, weniger Toten hatte, wie in ihren Bürgerkriegen. Ich sagte Kriegen. Nicht nur Nord und Süd, sondern Neusiedler und Uhreinwohner.

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  4. Und nun das wieder, als ob er selber und Putin nicht ständig damit gedroht hätten und am Ende nur wegen China eine Rückzieher gemacht haben:

    “Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats der Russischen Föderation, Medwedew, droht, dass die ganze Welt am Rande der Zerstörung stünde, wenn die Atombomben unter der Kontrolle von „Banditen” stünden. Vermutet, dass ausländische Spezialisten die Meuterei vorbereitet haben.”

    https://liveuamap.com/

    … und natürlich folgt wieder deren Verfolgungspsychose, dass nur die westlichen Ausländer hinter all dem Bösen stecken können. Mein Gott, was für finstere Löcher befinden sich nur anstelle ihrer Gehirne in deren Köpfen. Da ist ein Hardcore-Horrorfilm ein Kaffeekränzchen dagegen. Früher musste man damit rechnen, deshalb in die Klapsmühle eingewisen zu werden, heute ist man bei bestimmten Leuten in Ungarn ein Held, wenn man solchen Unsinn verzapft.

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  5. Wo bleiben denn jetzt die Kommentare von Mokus, D.R., Zimmermann, Hohensonstwas und den anderen Russlandfanatikern. Es schallt immer noch schrill in meinem Ohr: “Der Sieg ist demnächst unser oder so ähnlich! Die Ukraine wird umgehend platt gemacht. Mein Gott, wie kann man als vernunftbegabtes Wesen freiwillig seinen Verstand abschalten uns so einen Unsinn glauben. Das war bereits im 3. Reich und während der Kommunistischen Herrschaft im vorherigen Jahrhundert so und wie es geendet ist, davon kann sich jeder, der es will, sich persönlich überzeugen. Wenn sie wenigstens etwas daraus lernen würden, dann hätte das alles noch einen Sinn gehabt, nur befürchte ich, das alles wird keinen Einfluss auf die Wahrnehmung der Realität bei diesen Personen haben. Es werden nur wieder neue Verschwörungstheorien über den Westen phantasiert, alles andere wäre ein Wunder.

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      1. Die sogenannten Experten und Journalisten in den westlichen Medien sind häufig nur Wiederkäuer (wie auch die Kühe) und am Ende kommt leider sehr häufig auch nur Mist raus. Allein die Fakten in den Artikeln kann man für Bildung einer eigenen Meinung verwerten.

        Jeder, der seinen Verstand benutzt, muss klar gewesen sein, dass ein Einmarsch in Moskau den Untergang der Wagnergruppe ausgelöst hätte. Es ging nicht darum. Es ging ihm nur darum die militärische Führung in Moskau zu schwächen, indem er gezeigt hat, dass er bis 200 km vor Moskau marschieren kan, ohne dabei auf Widerstand zu stoßen. Damit hat er nicht nur das Verteitigungsministerium geschwächt, sondern auch die Autorität von Putin angegriffen, der Weißrussland zur Hilfe holen musste, um einen “Waffenstillstand” zu erreichen. Und hier beginnt auch das Problem des Westens. Wenn man nicht weiß, welche Macht und welchen Einfluß Putin noch hat. Der russische Verhandlungsführer muss jedenfalls die Autorität besitzen, das Verhandelte in seinem Bereich durchzusetzen. Viele werden sich jetzt fragen, wie mächtig ist Putin jetzt überhaupt noch, wenn er sich von seinem ehemaligen Koch so vorführen lässt?

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      2. Der Coup von Wagner-Boss Prigoschin hat ein überraschendes Ende genommen. Die Wagner-Gruppe ziehe sich zurück, teilte Prigoschin am Abend mit.

        Nun werden erste Details zum Deal zwischen Prigoschin und dem Kreml bekannt.

        Demnach verlieren Verteidigungsminister Schoigu und Generalstabschef Gerassimov ihre Posten. Das berichtet der Twitter-Accout „OSINTdefender“ unter Berufung auf russische Staatsmedien.

        https://www.focus.de/politik/ausland/ukraine-krieg-im-ticker-wagner-vormarsch-gestoppt-dafuer-sollen-prigoschin-feinde-posten-verlieren_id_57275780.html

        Das würde das untermauern, was ich oben geschrieben habe: Putin beugt sich der Erpressung. Warum macht er das, wenn er doch so mächtig ist? Hier läuft einiges unter der Oberfläche ab, was wir nicht sehen können. Auf jeden Fall ist das ein Autoritätsverlust von Putin, den er hätte vermeiden können, wenn er die Probleme früher erkannt und gehandelt hätte. Der Inlandgeheimdienst hatte bereits im Vorfeld des Ukrainekrieges versagt.

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      3. “US-Geheimdienste hatten amerikanischen Medienberichten zufolge bereits im Vorfeld Hinweise auf Pläne des russischen Söldnerführers Jewgeni Prigoschin, einen Aufstand gegen die Militärführung in Moskau anzuzetteln. Geheimdienstvertreter hätten bereits einen Tag vor Beginn des Aufstands Vertreter des Weißen Hauses, des Verteidigungsministeriums und des Kongresses über die Möglichkeit von Unruhen in Russland informiert, berichteten die „Washington Post” und die „New York Times” am Samstagabend.”

        “Erste Hinweise auf ein geplantes Vorgehen Prigoschins und seiner Söldnergruppe Wagner …… hatten die Geheimdienste der „Washington Post” zufolge bereits Mitte des Monats. Mitte der Woche hätten sich die Hinweise dann …. verdichtet…….. Der “Washington Post” zufolge gehen die US-Geheimdienstler davon aus, dass der russische Präsident Wladimir Putin selbst bereits mindestens einen Tag vor dem Beginn des Aufstands über die geplante Rebellion informiert war.”

        Querlle: FAZ

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  6. Viele fragen sich vielleicht jetzt, wie konnte das überhaupt passieren. Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Unter echten Psychopathen (nicht die, die man nur umgangssprachlich so nennt) gibt es keine Solidarität und auch keine emotionale Bindung untereinander. Das alles ist nur Fassade für die dumme Galerie. Man engagiert sich nur gemeinsam, wenn jeder sich Vorteile aus der gemeinsamen Handlung verspricht. Kommt einer der „Partner“ zu dem Schluss, dass ein gemeinsames Ziel nicht mehr erreichbar ist und/oder werden am Ende Nachteile erwartet, dann endet auch die Waffenpartnerschaft sofort und man nimmt auf Verluste keine Rücksicht mehr. Siehe dazu auch das 3. Reich, als Ungarn kurz vor Ende des Krieges noch schnell die Seiten wechseln wollte. Man kann hinterher irgendeine Story für das “gläubige” Publikum aus dem Hut zaubern. Irgendwer wird es schon glauben (wie z.B. der Angriff auf die Wagner-Truppe durch das russische Militär). Das ist so einfach wie vorhersehbar.

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      1. Schön , dass Sie wieder einen sehr wesentlichen und erhellenden Beitrag hier im Kommentarbereich bringen. Es ist anscheinend doch nicht ganz umsonst, dass ich hier etwas schreibe, sonst würden Sie sich nicht so fürchterlich ärgern, weil ich Ihnen den Spiegel vorhalte. Aber an Ihrer Ausdrucksweise und der Konkretheit ihrer Argumente sollten Sie noch ein bisschen arbeiten. Deduktion ist nicht jedes Mannes Stärke und Vier- oder Fünfwortsätze sind eigentlich nur Krippenbereich die Regel.

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          1. Sie überraschen mich immer wieder mit Ihren kurzen und eindeutigen Statements: Mein Spiegel ist mein Spiegel! Wie könnte es auch anders sein? Diese Klarheit im Ausdruck ist immer wieder verblüffend.

            “Marsch auf Moskau ist übrigend beendet.”

            Es freut mich, dass Sie auch spät am Abend noch die geistige Fitness besitzen und mir das noch mit mitteilen wollen. Wer hätte das gedacht? Sie vermutlich nicht, sonst hätten sie es hier nicht explizit erwähnen müssen. Vielen Dank, aber das wusste ich schon längere Zeit.

            “Ihren Mist liest keiner.” vs. “Ihr Spiegel ist Ihr Spiegel. Da glotzen nur Sie rein.”

            Anscheinend doch – sie selber lesen ihn, denn sonst müssten Sie ein Hellseher sein, der weiß, was ich schrieb, ohne es gelesen zu haben. Sie können ruhig zugeben, dass Sie begierig darauf warten, einen neuen Beitrag von mir zu lesen. Sie brauchen sich deshalb auch nicht zu schämen, weil Sie sich durch die beiden Sätze verraten haben und ohne die Beiträge zu lesen, nicht schlafen können.

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  7. Der Prof. widerspricht sich ja selbst. Auf der einen Seite propagiert er Realismus in der internationalen Politik, heißt die Lufthoheit der Großmächte über die Kleinen zu akzeptieren. Aber für das klitzekleine Ungarn gilt es in seinem Verhältnis zum Westen dann jedoch nicht. Da quasselt er von der Emanzipation Ungarns bzw. der EU von den USA, anstatt dass sie die geopolitischen Gegebenheiten anerkennen. Wem solche Widersprüche nicht auffallen, sollte besser einen Beruf wählen, der geringere formalogische Ansprüche stellt.

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  8. Zeitungsente?

    Brisanter Bericht über strenggeheime Friedenskonferenz mit Putin-Verbündeten in Kopenhagen

    “07.47 Uhr: Inmitten des Wirbels um den Wagner-Aufstand gibt es einen brisanten Bericht über eine Friedenskonferenz zum Ukraine-Krieg. Dem „Deutschlandfunk“ zufolge soll in Kopenhagen ein strenggeheimes Treffen zwischen der Ukraine, westlichen Verbündeten und vier der fünf Brics-Staaten stattgefunden haben. Brasilien, Indien, China und Südafrika hätten Vertreter vor Ort gehabt, heißt es in dem Bericht, lediglich Russland sei nicht vor Ort gewesen.”

    “Demnach sei es vor allem darum gegangen, die Brics-Staaten, die als Verbündete Russlands gelten, zu überzeugen, die Ukraine statt Russland zu unterstützen.”

    “Außerdem interessant: Das Treffen sei auf Initiative der Ukraine einberufen worden. Angeblich könnten bereits im Juli offizielle Friedensgespräche stattfinden. Eine Bestätigung von offizieller Seite gibt es bisher nicht.”

    Quelle: Focus

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  9. Dänsiche Zeitungen haben schon am Freitag über EU mit einigen Brics Staaten Treffen berichtet. Die EU wollte die Btics Stasten Neutralität im Krieg angreifen. Es hieß wortwortlich: mit Worten, wenn es nicht geht, mit Drohung und Zwang.
    Wenn jemand in kein Kriegshysterie gefallen ist, ist Normalo und kein ” Putin Freund”. Und wenn die EU Zwang oder massives Zureden als legitim betrachtet, hat sich von Demokratie, Selbstbestimmung verabschiedet.

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  10. Die Herren Kleve und Maier mit “AI” sind die “Spaltpilze” in der Diskussion! Erkennbar: keine Lösungen, Diskussion auf “Nebengleis” und enorme Anzahl an Beiträgen – sicher computer gestützt! Interessant nur um deren Strategie zu erkennen! Sonst jede Diskussion mit denen ein Spaltererfolg!! Strategie seit immer der Erhaltung der Herrschaft durch Angstmache und Verunsicherung! Funktioniert doch nicht immer!

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    1. Spaltpilze? Sie meinen so etwas wie jemanden, der eine einheitliche “Volksmeinung” spaltet oder so etwas ähnliches. Vieleicht haben Sie es noch nicht gemerkt, auch sie leben jetzt in einer Demokratie, wo es zwangsläufig verschiedene Meinungen gibt. Auch gibt es keine richtige oder falsche Meinung, denn jede Meinung hat das Recht geäußert zu werden. Jeder entscheidet selber, was richtig ist! Was Sie wollen, haben wir Gott sei Dank überwunden. Sie können das Rad nicht zurück drehen, sie können nur in ein Land auswandern, dass ihrem Gesellschaftsmodel nahekommt. Ich würde Ihnen Nordkorea vorschlagen. Da gibt es garantiert keine Spaltpilze. Nur in faschistoiden und kommunistischen Systemen macht der Vorwurf Spalter einen Sinn, denn hier gibt der Staat vor, was richtig, falsch ist und was gedacht werden darf. Auch Ihre Ausdrucksweise lässt den Schluss zu, dass sie ihre kommunistische Vergangenheit noch nicht bewältigt haben. Was sind Sie – Faschist, Kommunist oder was sonst? Demokrat nicht!

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