Putin-Rede

Einmarsch nach Budapest war ein Fehler

Die Entsendung von Panzern nach Ungarn 1956 und in die Tschechoslowakei 1968 war eine falsche Politik. Das erklärte der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag in Wladiwostok auf der Plenarsitzung des Ostwirtschaftsforums.

„Wir haben schon lange erkannt, dass dieser Teil der Politik der Sowjetunion falsch war und nur zu Spannungen geführt hat. In der Außenpolitik sollte nichts getan werden, was eindeutig gegen die Interessen anderer Nationen gerichtet ist. Doch der Westen, primär die USA, machen heute die gleichen Fehler. Die USA üben Duck auf ihre Verbündeten aus. Sie haben keine Freunde, nur Interessen.“

Der russische Staatschef reagierte damit auf die Bemerkung eines Moderators, mehrere Länder, darunter Ungarn und Tschechien, seien der Meinung, Russland habe sich während der Sowjetära wie ein Kolonialist verhalten, indem es Truppen in die Hauptstädte dieser Länder schickte.

Die Bewertung der Ereignisse von 1956 in Ungarn stand dieser Tage in Russland im Mittelpunkt. Im Entwurf eines neuen Schulbuchs für die 11. Klasse war unter einem Foto der umgestürzten Stalin-Statue in Budapest zu lesen: „Die aufständischen Radikalen, nicht wenige von ihnen ehemalige Kämpfer der Streitkräfte des faschistischen Ungarns, machten sich während des Aufstandes nicht nur durch den Vandalismus an sowjetischen Denkmälern und Symbolen, sondern auch durch die Ermordung zahlreicher Vertreter der Ungarischen Arbeiterpartei strafbar.“

Ein Gedanke zu “Einmarsch nach Budapest war ein Fehler

  1. Putin will wohl bessere Beziehung zu Ungarn und zur Slowakei herstellen, vielleicht (gewagt) sogar zu Tschechien. Von mir aus.
    Na, gut, daß Rußland endlich wenigstens so weit zugesteht. Dann gibt es ja wohl dem Moderator recht, wer immer das ist.
    Für die russischen Schulbücher ist so ein Entwurf bestimmt nichts Neues, die müssen doch seit 1956 so geschrieben sein. Dann wird der Entwurf doch wohl jetzt verbessert oder zumindest ergänzt?
    In der Auflistung fehlt z.B. die DDR 1953. Wohl, weil dort die Sowjetunion keine weiteren Panzer mehr brauchte, sondern längst genug dort waren, weil sie die Aufständischen nur bedrohen und dabei in die Luft schießen mußten (entgegen dem Tötungsbefehl des sowjetischen Geheimdienstchefs Berija), bevor die Aufständischen irgendwas erreichen könnten. Dagegen konnten die Ungarn 1956 trotz vorhandener Sowjettruppen kurz die Regierung auswechseln, bis noch mehr Russen kamen; und in der Tschechoslowakei wurde sogar die vorhandene Marionettenregierung abtrünnig

    0
    2

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
12. Juni 2024 10:10 Uhr