Forum in St. Petersburg
Ein einziger Minister aus dem „Westen“
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Außenminister Péter Szijjártó sprach am Donnerstag auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg von mehreren Voraussetzungen für die europäische Versorgungssicherheit in Energiebelangen. Die wichtigste sei das Verständnis, bei der Energieversorgung handele es sich nicht um eine ideologische oder politische Frage, sondern ausschließlich um eine physische Angelegenheit. „Und eben deshalb sind wir hier präsent. Schauen Sie, Ungarn hat seine Gasspeicher bereits so weit gefüllt, dass es seinen Jahresbedarf zu 37% abdecken kann. In der EU erreicht der durchschnittliche Wert keine 21%.“ Mit anderen Worten: Wenn der Winter eintritt, müsse Ungarn nicht einmal darüber nachdenken, ob es Beschränkungen beim Gasverbrauch einführen sollte. Die russischen Importe nach Europa dürften derweil um 35-40 Mrd. m3 zurückfallen, was noch manche Verwerfungen an den Märkten hervorrufen könnte.
Turkish Stream ist lebensnotwendig
Szijjártó räumte gleichzeitig ein, Ungarns Energieversorgung wäre physisch „unmöglich“, sollten die russischen Quellen gekappt werden. In diesem Zusammenhang verwies er als positiven Effekt auf den erfolgreichen Abschluss der großen jährlichen Wartungsarbeiten an der Gaspipeline Turkish Stream. Seit einigen Tagen bezieht Ungarn aus südlicher Richtung wieder 10 Mio. m3 Gas pro Tag. Auch die Öllieferungen über die Ukraine würden kontinuierlich fließen. Hier merkte der ungarische Chefdiplomat jedoch an, wie extrem die Ukrainer die Transitgebühren angehoben hätten. Das geschehe offenbar abgestimmt mit den Kroaten, von denen Ungarn nunmehr verstärkt Erdöl aus südlicher Richtung (also unabhängig von russischen Lieferungen) bezieht.
„Wir können Deutschland nicht folgen!“
Schließlich teilte Szijjártó einmal mehr gegen Deutschland aus. „Auch wenn wir hier von einem großen und starken Land sprechen, ist Ungarn doch nicht bereit, Deutschland bei seinem Atomausstieg zu folgen.“ Die Nuklearenergie sei nicht nur ein Garant der Versorgungssicherheit, sie sei der einzige Weg, um die Energiekosten niedrig zu halten und die grüne Wende zu schaffen.


Deutschland kauf Atomstrom kontiuirlich von Frankreich Atomstrom. Schenheilig.