Bosnien-Herzegowina
„Die EU muss das Heucheln beenden“
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Inmitten der bekannten Schwierigkeiten brauche Europa keine zusätzliche Sicherheits-Herausforderung, fügte der Ungar hinzu. Um die Stabilität Bosnien-Herzegowinas auch auf lange Sicht zu gewährleisten, dränge Ungarn nicht nur auf den EU-Beitritt des Landes, sondern beschleunigt diesen Prozess mit Integrationsexperten vor Ort.
Willen der Menschen respektieren
„Wir bitten unsere westeuropäischen Freunde und die Brüsseler Bürokraten, die EU-Erweiterung nicht länger aufzuhalten und das Heucheln zu beenden.“ Es gebe leider nicht wenige Politiker, die sich vor den Kameras positiv äußern, hinter verschlossenen Türen jedoch, „wenn wir unter uns sind“, gegen die Erweiterung wettern. In der EU werde zu viel über den Westbalkan und zu wenig mit dem Westbalkan gesprochen, beanstandete Szijjártó. Es müsse endlich der Wille der dort lebenden Menschen respektiert werden, an Stelle von politischen Warnbotschaften und dem Androhen von Sanktionen. In diesem Sinne suche Budapest den Dialog mit allen gewählten Politikern.
Friedensmission und 800.000 Dollar Militärhilfe
Ungarn unterstützt die Friedensmission in Bosnien mit 164 Soldaten. Die Orbán-Regierung gewährt der Regierung in Sarajevo 800.000 Dollar Militärhilfe. Damit lenkt Budapest bereits eingezahlte Gelder aus dem NATO-Budget um, die nach dem Abzug aus Afghanistan nicht an die Mitgliedstaaten zurückerstattet werden. Außerdem gewährt Ungarn Wirtschaftshilfe über die Finanzierung von Landmaschinen für Bauern in der Entität Republik Srpska; in zwei Abschnitten dieses Programms flossen bislang 28 Mio. Euro. Ungarische Unternehmen beteiligen sich an der Modernisierung der Energieversorgung Bosniens, an der Verbreitung erneuerbarer Energien, sind in Luftverkehr und Wasserwirtschaft präsent.
