Unterzeichnung der Absichtserklärung in Budapest durch den Direktor und den CEO der Synthos Green Energy, Robert Rudich und Rafal Kasprow, sowie das Aufsichtsratsmitglied der Hunatom Zrt., Róbert Griljov (sitzend, v. l.), im Beisein von Außenminister Péter Szijjártó, des Geschäftsträgers der US-Botschaft, Robert Palladino, des Synthos-Gründers Michal Solowow und des Geschäftsträgers der polnischen Botschaft in Ungarn, Jacek Sladewski (stehend, v. r.). Foto: MTI/ Zsolt Szigetvári

Neue Nukleartechnologien

Der modulare Energie-Anker

Ungarn geht daran, die Einführung kleiner modularer Reaktoren (SMR) mit US-Technologien vorzubereiten. Das verkündete Außenminister Péter Szijjártó am Mittwoch in Budapest.
So könnte die Anlage eines modularen Reaktors ausschauen, wie erst vor einem Monat mit Finnland vereinbart. Foto: GE Vernova

Es gehe darum, die Implementierung dieser Zukunftstechnologie, mit der Ungarn seinen Energiehunger dauerhaft sicherstellen will, sowohl technologisch und juristisch als auch in Bezug auf die Infrastruktur und die Finanzen auf den Weg zu bringen. Der Außenminister betonte die Absicht der Orbán-Regierung, die im turbulenten Umfeld gefährdete Sicherheit der Energieversorgung wiederherzustellen. Weil man gleichzeitig die niedrigsten Tarife für die Bevölkerung garantieren wolle, müsse Ungarn einen zunehmend größeren Teil seines Energiebedarfs unabhängig von Importen abdecken.

SMR-Technologie behebt Dilemma

Die einen revolutionären technologischen Wandel durchlaufende Nuklearenergie sei die primäre Lösung für dieses Dilemma, denn sie sei sicher verfügbar und preiswert. Mittlerweile gehen die Versuche mit den SMR-Technologien in die Umsetzungsphase, welche modularen Kleinreaktoren ideal für große Industrieansiedlungen wären. Für ein Land in den Dimensionen Ungarns seien weitere Großkraftwerke wie das AKW Paks nicht realistisch, stellte Szijjártó klar.

Partner-Dreieck mit USA und Polen

Weltmarktführer seien US-Unternehmen wie GE Vernova, deren Technologien in Lizenz für Mitteleuropa von der polnischen Firma Synthos Green Energy gehalten werden. Der Minister verwies auf Genehmigungen, die von Seiten der kanadischen Behörden für den Bau eines SMR erteilt wurden. Die staatliche Hunatom Zrt. schloss nun eine entsprechende Vereinbarung zur Vorbereitung eines ähnlich gelagerten Projekts mit der polnischen Firma Synthos, um die US-Technologien auch nach Ungarn zu holen. Bei Hunatom handelt es sich um ein Mitglied der das Projekt AKW Paks II. vorantreibenden Gruppe, das auf Entwicklungen der Nukleartechnologien spezialisiert ist.

Palladino: „Das alles geschieht nicht zufällig!“

Der Geschäftsträger der US-Botschaft in Budapest, Robert Palladino, sprach angesichts der Unterzeichnung der Vereinbarung von einem wichtigen Meilenstein in den Beziehungen zwischen den USA und Ungarn. „Das ist eine Art strategische Zusammenarbeit in der Region, eine echte Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt beruht.“ Mit Blick auf die zuletzt intensiv vertieften Beziehungen in Rüstungsindustrie, Handel, Weltraumforschung und im Energiesektor meinte der US-Diplomat, das alles geschehe nicht zufällig, sondern basierend auf gemeinsamen Interessen und den gemeinsamen Werten Souveränität und Freiheit. „Es geht uns darum, unser Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen“, resümierte Palladino.

Infographik von GE Venora zur Funktionsweise der SMR-Technologie. Quelle: gevernova.com

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