Agrarminister István Nagy glaubt, dass die Entscheidungsträger in Brüssel den Ernst der Lage noch immer nicht begreifen. Foto: MTI/ Márton Mónus

Agrarkrise

Das täglich Brot ist gefährdet

„Die EU-Führung darf die Lebensmittelsicherheit nicht aufs Spiel setzen.“ Agrarminister István Nagy forderte Brüssel auf, zur Normalität zurückzukehren.

„Die Entscheidungen der EU-Führung zur Landwirtschaft gefährden das täglich Brot der Landwirte“, sagte der Minister am Montag auf einer Pressekonferenz in Budapest. Die radikalgrünen Ideologien haben die Agrarpolitik der Gemeinschaft in einer nie erlebten Tiefe infiltriert, dass die Bauern nun überall in Europa aufstehen. Dabei haben die Entscheidungsträger in Brüssel noch gar nicht begriffen, welch wichtiges Element der europäischen Wirtschaft der Agrarsektor ist.

Soziale Folgen unüberschaubar

Diese Politik müsse ein Ende finden, gerade und auch was die unkontrollierte Einfuhr ukrainischer Agrarprodukte in die Gemeinschaft betrifft, deren wirtschaftliche und soziale Folgen ganz und gar nicht überschaubar sind. „Es sieht ganz danach aus, als wollte die EU-Kommission gar keine Lösung für das Problem, die den Landwirten Osteuropas nicht helfend unter die Arme greift, obgleich diese einem ungerechten Wettbewerb ausgesetzt sind.“ Es wäre an der Zeit, dass die Entscheidungsträger die Interessen jener Menschen wahrnehmen, die in der Gemeinschaft leben. Ungarn hat die dem ländlichen Raum feindlich gesinnte Politik seit 2010 systematisch zurückgedrängt, die Ackerland in fremde Hände gab und die Nahrungsmittelindustrie dem Verfall preisgab. Bis 2027 stehen für die Entwicklung des ländlichen Raums insgesamt 2.900 Mrd. Forint (7,65 Mrd. Euro) bereit, darunter 2.300 Mrd. Forint aus dem ungarischen Haushalt.

Auf die Stimme der Landwirte hören

Der Vorsitzende des Bauernverbands Magosz, István Jakab, verwies auf die „schicksalshaften“ Europawahlen vom Juni. Dann müssten Europaabgeordnete gewählt werden, die auf die Stimme der Landwirte hören und ihre Sorgen verstehen, die nicht länger die Lösung der Ernährungsfrage in künstlicher Biomasse sehen. Ungarns Bauern sind solidarisch mit den europäischen Landwirten und lehnen die zynischen Beschlüsse aus Brüssel ab, wie ihr Protest am Wochenende an der Grenze zur Ukraine unter Beweis stellte. Die Serie von Entscheidungen, die von „verrückten Ideologien“ getrieben sind, müsse ein Ende finden.

Ungarische Bauern bei einem Protest gegen die ukrainische Produktschwemme. Fotos: MTI/ Attila Balázs

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22. Juli 2024 12:50 Uhr