EU-Migration 

Das offene Europa

Die EU-Mitgliedstaaten haben 2024 nahezu 1,2 Mio. Zugewanderten die jeweilige Staatsbürgerschaft gewährt. Ungarn zählte 1.700 Neubürger.

Laut Eurostat nahm die Zubilligung einer Staatsbürgerschaft in der EU-27 gegenüber 2023 um 11,5% zu – im Zehnjahresvergleich erreicht dieser Anstieg sogar 55%. Deutschland stand 2024 für ein Viertel (!) aller Einbürgerungen, Spanien und Italien brachten es zusammen auf weitere 40%. Nahezu neun von zehn Antragstellern stammen aus Drittstaaten außerhalb der Gemeinschaft, Syrien, Marokko und Albanien sind die größten Ursprungsländer. Gemessen an der eigenen Bevölkerungszahl holt sich Schweden die mit Abstand meisten Neubürger ins Land, aber auch Italien, Spanien und die Niederlande sind lebendige Beispiele der „offenen Gesellschaft“.

In Ungarn ging die Zahl der Einbürgerungen derweil von 2.400 deutlich auf 1.700 Personen zurück. Wenngleich das die Eurostat-Zahlen nicht explizit belegen, dürfte das Gros wie gehabt bei den Auslandsungarn liegen, die an die Staatsbürgerschaft des Mutterlandes gelangen – zumal Ungarn seinen Landsleuten eine doppelte Staatsbürgerschaft gestattet. Sechs von zehn Eingebürgerten stammten aus einem anderen EU-Land, mit dominantem Anteil von Bürgern aus Rumänien und der Slowakei. Bürger aus der Ukraine und aus Serbien, also aus den Nicht-EU-Nachbarländern, waren ebenfalls sehr stark vertreten. Auch einige Dutzend Deutsche erwarben die ungarische Staatsbürgerschaft und landeten in der Liste der Herkunftsländer für die Neubürger Ungarns noch hinter Russen, Venezolanern und Vietnamesen.

Schreibe einen Kommentar

Weitere Artikel

BZ+
17. April 2026 13:25 Uhr
BZ+
16. April 2026 12:34 Uhr