China
Chefdiplomaten im Gespräch: Péter Szijjártó und Wang Ji empfing in Peking. Fotos: MTI/ Außenministerium

Szijjártó in Peking:

Respekt zeigen, gegenseitige Vorteile nutzen

Ungarn setzt auf China als Friedensbringer, als globaler Handelspartner und bei der Digitalisierung des Landes. Diese Themen waren Schwerpunkte des Montag-Programms von Außenminister Péter Szijjártó in Peking.

Der ungarische Gast wurde in der chinesischen Hauptstadt u. a. von Wang Ji, dem früheren Außenminister empfangen, der seit dem vergangenen Jahr das Büro der Zentralen Kommission für auswärtige Angelegenheiten leitet, also quasi als Chefdiplomat der KP Chinas agiert.

Außerdem verhandelte Péter Szijjártó mit seinem Amtskollegen Qin Gang. Dieses Gespräch drehte sich um den Ukraine-Krieg, in dem China wie Ungarn das Friedenslager stärken. „Wir wissen die Anstrengungen Chinas zu schätzen, die es im Interesse eines Friedensschlusses unternommen hat“, betonte Szijjártó mit Hinweis auf den chinesischen Friedensplan für die Ukraine.

Péter Szijjártó (hier mit seinem Amtskollegen Qin Gang) holte weitere 3 Mrd. Euro an Auslandsinvestitionen nach Ungarn.

Die erste Adresse in Mitteleuropa

Nach Verhandlungen mit Handelsminister Wang Wentao kündigte Szijjártó weitere chinesische Investitionen in die Automobilindustrie an, die ein Volumen von 3 Mrd. Euro erreichen dürften. Ungarn versteht sich dabei als erstrangiges Ziel für Ambitionen chinesischer Unternehmen in Mitteleuropa; Ende 2022 zog es erstmals mehr Investitionen aus China an, als jedes andere Land der Region. Vier Unternehmen werden als Zulieferer der deutschen Premiumhersteller den Wandel zur Elektromobilität mit konkreten Projekten vorantreiben.

Szijjártó drängte erneut darauf, dass die Zusammenarbeit der EU mit China von gegenseitigem Respekt und gegenseitigen Vorteilen geprägt sein sollte. „Wir sehen nicht ein, warum wir China als Risiko oder als Bedrohung behandeln sollen. Wir vertreten die Ansicht, dass die Zusammenarbeit mit China enorme Möglichkeiten für alle Partner bereithält“, erklärte Ungarns Chefdiplomat. Das Land wolle diese Kontakte noch vertiefen, „während andere in der EU chinesische Unternehmen auf Sanktionslisten setzen oder Exportbeschränkungen unterwerfen“.

Von Huawei bis CATL

Péter Szijjártó begann den Verhandlungstag in Peking beim Topmanagement von Huawei und beschloss diesen bei einem Arbeitsessen mit CATL-CEO Robin Zeng. Vor dem Abendessen würdigte der Minister CATL als größten Batteriehersteller der Welt, dessen Ansiedlung in Debrecen weitere chinesische Unternehmen nach Ungarn locke. Ungarn biete den Chinesen nicht nur ein herausragendes Investitionsumfeld, man unterhalte auch ausgezeichnete politische Beziehungen. Diese würden dabei helfen, sich im harten Wettbewerb um immer neue Investitionen gegen weitaus größere westliche Länder zu behaupten.

In ähnlicher Weise lobte Szijjártó bereits am Montagmorgen das Engagement von Huawei, das Ungarn eine führende Position in der Digitalisierung verschaffe. Intensiv werde das 5G-Netz ausgebaut und damit das technologische Niveau der Volkswirtschaft angehoben. Ungarn hält daran fest, keinen globalen Anbieter nur aufgrund seines Herkunftslandes aus dem Wettbewerb auszuschließen. Das wisse Huawei zu schätzen und weite dementsprechend die Zusammenarbeit noch aus: mit einem Stipendienprogramm an der staatlichen Verwaltungsuniversität (NKE). Das Programm Huawei SEEDs wurde 2021 in zwölf europäischen Ländern gestartet, ungarische Partner sind bislang die Uni Pécs, die István-Széchenyi-Universität Győr und die Universität Óbuda.

13 Antworten auf “Respekt zeigen, gegenseitige Vorteile nutzen

  1. selbstverständlich – nur die Größen und Dimensionen der beiden Länder sind – hoffentlich – bekannt – für China ist Ungarn – ein Pünktchen – ein kleiner Landkreis..Für China ist die Lage Ungarns wichtig – und gegen China wird sich keine ungarische Regierung “aufmüpfen”..China ist eine WELTMACHT – und zentral gesteuert – OHNE WIDERREDE!!

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      1. die Osteuropäer, die IN EU UND NATO SIND (mit Ausnahme v Ungarn) – müpfen schon natürlich – gegen China – nur China ist eine ganz andere Hausnummer als Russland.
        China sieht und denkt in – für chinesische Verhältnisse – großen Dimensionen – quasi ein mittlerer Streifen von Estland bis Bulgarien als “interessant” – selbst da ist Ungarn immer noch relativ klein. China würde schaffen die Ukraine aufzubauen (Russland.. wie denn..? mit welchen Geräten..?) – nur dann würde es bedeuten – chinesisches Interessengebiet – nix mit Russland.
        Das weiss die NATO auch – deshalb – die Ukraine muss in die NATO.

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  2. China wundert sich – weshalb Russland mit der Ukraine “nicht fertig ist “- in 15 Monaten – und sieht dadurch die definitive Schwäche Russlands. Für China ist Russland “Juniorpartner(!!)” – Ungarn ein Pünktchen.

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      1. Genau. Und Ferenc hat noch nicht gemerkt, dass die Ukraine seit fast 10 Jahren von der Nato aufgerüstet wird und im Krieg nun verheizt wird. Außerdem weiß er nicht, dass in der Ukraine zig Denkmäler für den Nazi Stepan Andrijowytsch Bandera stehen.

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      2. .. naja, die NATO ist (bisher) nur in “Teilchen” da- oder scheisst Putin die Hosen von 30 Leopard Panzern, und paar Raketen schon voll? Er weiss – was ihm zukommen kann – wenn mal die NATO -mal mit 50% da wäre..Die Britisch Royal Navy auf dem Schwarzen Meer..
        oder in Tallin..
        Aber – die erdrückende technische Überlegenheit der NATO zeigt schon – dass die “Teilchen” die Russen – bis jetzt stoppen konnten – oder warum geht es nicht weiter?? Bachmut nicht geschafft.. “Dolch” Wunderwaffe runter geholt…
        Und wo ist die russische Überlegenheit?? Mit maroden Panzern, die nicht losfahren können…(Drohnenaufnahmen zeigen es)..

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  3. Ungarn ist so bedeutend, dass es sich ohne die europäischen Gelder und hier insbesondere die deutschen Zahlungen, in die lange Schlange der afrikanischer Bettelstaaten einreihen müsste. Das ist allerdings ein anderes Bild als das, was das offizielle Ungarn ständig von sich selber kundtut. Wenn unverdientes Eigenlob stinken würde, könnten dies selbst die Eskimos riechen. Aber wie Erdogan, Putin, Trump und die anderen Möchtegerndiktatoren befindet sich Orban im ständigen Abwehrkampf gegen seine extra dafür erfundenen Feinde, um nicht für die kriminelle Bereicherung seiner gesamten Familie und seines Freundeskreises, die Korruption, den immer schwerer zu verbergenden wirtschaftlichen Niedergang und die Misswirtschaft die Verantwortung übernehmen zu müssen. Außer Nebelbomben wird eigentlich nichts produziert. Wie die wirtschaftlichen Daten zeigen, wird Ungarn Jahr um Jahr im europäischen Vergleich nach unten durchgereicht (jetzt bereits beim Pro-Kopf-BIP von den Rumänen überrundet).

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  4. Mittlerweile hat der letzte Partner in der EU erkannt, dass Fidesz eigentlich nur bei selbstproduzierten Traumblasen führend ist. Nur die Deutschen (oder soll ich besser sagen, die unverbesserlichen Altkommunisten und neuen Nachkriegsfaschisten), die verstärkt nach Ungarn auswandern und die wegen ihres Hasses auf sich selbst auch niemals echte zwischenmenschliche Bindungen eingehen können, für die jedes Lächeln eine Art Blasphemie ist, beinahe wie der Totenkult der Nazis und die wie die Zeugen Jehovas täglich vom Untergang der westlichen Welt träumen oder schwadronieren, ohne überhaupt zu verstehen, was das persönlich für sie bedeuten würde, träumen von einem postkommunistischen neuen Zeitalter und behaupten keck, dass sie nationale Patrioten wären, obwohl ihre intoleranten Einstellungen, ihr abgrundtiefer Hass auf alle individuelle Freiheiten und ihre Menschenverachtung sich nicht geändert haben und sie aller Verstecke beraubt. Eigentlich ist Ungarn nur bei der Inflation einsame Spitze. Wenn das positiv wäre, hätte Fidesz sofort dafür die Verantwortung übernommen. So aber natürlich nicht. Wer ist immer noch nicht kapiert hat: Ungarn ist in Europa das Land der Verschwörungstheorien nach Russland. Ein Land, dass vielleicht 1 % der Menschen dieser Welt kennt, das aber laut Fidesz ständig von der ganzen Welt bedroht wird. Der ganzen Welt? Das stimmt nicht, die wahren Freunde wie Russland, Nordkorea, Iran und China tun das natürlich nicht. Ich würde mich jedenfalls freuen, wenn Ungarn sich nicht weiter verstecken müsste, sich endlich ehrlich äußern könnte und die Seiten wechseln würde, denn die unterschwelligen Fidesz-Ansichten passen viel besser zu diesen anderen Herren. Mein Tipp: Nicht zu lange warten damit, denn wie die Geschichte gezeigt hat, ist schon einmal ein ungarischer Seitenwechsel aus dem Stand im 2. Weltkrieg total in die Hose gegangen.

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  5. Bereits 2016 schrieb Politico, was der ehemalige US-Präsident Bill Clinton vor Jahren über Ungarn und die Ungarn gesagt hatte: Ungarn, das Land, dass ohne die Vereinigten Staaten und den langen Kalten Krieg nicht frei wäre, hat jetzt entschieden, dass diese Demokratie zu viel Mühe macht, sagte Clinton im Wahlkampf für seine damalige Frau Hillary. Daher wollen die die Ungarn eine „Putin-ähnliche Führung“ schaffen.
    Hinzu kommt noch, dass seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine die polnisch-ungarischen Beziehungen einen historischen Tiefpunkt erreicht haben. Nationen, die eigentlich vom Staatsverständnis sehr ähnlich sind.

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  6. Diese beiden Nationen, die früher über Jahrhunderte hinweg umfangreiche, man könnte sagen besondere Beziehungen miteinander pflegten, sind heute weiter voneinander entfernt als je zuvor und Ungarn steht alleine und isoliert als eine Art Paria in der EU und im Westen da, auf Dauer unfähig, das unter den gegebenen Verhältnissen zu ändern, denn Fidesz und Orban werden (siehe Erdogan) dafür sorgen müssen, dass sie auch zukünftig alle Wahlen gewinnen und der Westen wird sich nicht wegen den Ungarn „verbiegen“.
    Daraus folgt eigentlich:
    Ungarn sollte baldmöglichst die Seiten wechseln. Mittlerweile ist es den allermeisten Ländern in der EU und im Westen egal, ob Ungarn etwas sagt oder nicht. Selbst ehemalige ungarische Hoffnungsträger wie Italien und Polen wenden sich von Ungarn völlig ab. Man hört den Ungarn nicht mehr zu, gar nicht zu reden von der ungarischen Meinung bei Entscheidungsprozessen.

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  7. Der Einfluss Ungarns ist realistisch gesehen fast Null und beschränkt sich eigentlich nur noch auf das Veto-Recht. Und auch das wird zukünftig unterlaufen werden. Dann steht der Kaiser völlig ohne Kleider da. Kritik ist das Eine, man hört sie bei sich selber nicht gerne, aber subversive Kritik will eigentlich niemand haben, auch nicht der sogenannte „dekadente“ Westen.
    Noch besteht die Möglichkeit, dass China und Russland Ungarn dafür sogar belohnen würden. Wie lange das aber noch so sein wird, weiß niemand. Denn wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Ungarn hatte schon einmal den Seitenwechsel verschlafen.

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