Ungarn-Ukraine
Botschafter einbestellt
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Diese Worte brachte Außenminister Péter Szijjártó am Dienstag dem ukrainischen Botschafter in Ungarn zu Gehör, den er auf Bitte von Ministerpräsident Viktor Orbán einbestellt hatte. Kiew habe eine neue „Qualitätsstufe“ im Wahlkampf eingeleitet, denn Präsident Wolodymyr Selenskyj und seine Regierung mischen sich nun unverhüllt, schamlos und in gröbster Form ein, um der Tisza-Partei bei den Parlamentswahlen am 12. April zum Sieg zu verhelfen. Ungarn habe dem Botschafter ausdrücklich erklärt, man werde keine Einmischungsversuche dulden und seine Souveränität mit allen Mitteln verteidigen. Es liege klar auf der Hand, dass die von Brüssel gesteuerte Tisza im Falle ihres Wahlsieges unverzüglich einem EU-Beitritt der Ukraine zustimmen und Ungarn der europäischen Kriegskoalition anschließen würde. Es sei jedoch ebenso klar, dass Ungarn den Ungarn gehört, die eigenständig über die Zukunft ihres Landes entscheiden können. „Diese Entscheidung fällt in Ungarn, nicht in Brüssel oder Kiew“, hielt Szijjártó fest, nicht ohne daran zu erinnern, dass die EU-Führung mittlerweile 1.500 Mrd. Euro als Finanzbedarf der Ukraine anerkenne.
Wie das Nachrichtenportal mandiner.hu aufdeckte, melden die Ukrainer bereits ganz unverblümt Bedarf an Waffen der Ungarischen Armee an. Auf dem Portal unian.net beschwerte man sich darüber, dass die Orbán-Regierung Kampfflugzeuge vom Typ L-39NG Skyfox aus politischen Gründen nicht an die Ukraine übergebe. Das könnte sich aber nach den Wahlen ändern, wenn die Tisza gewinnen sollte. Ungarn habe seit 2022 ein Dutzend dieser insbesondere bei der Drohnenabwehr nützlichen Maschinen aus Tschechien bezogen.
