Bolsonaro
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und Ministerpräsident Viktor Orbán: Einigkeit zwischen ihnen herrschte unter anderem bei der Befürwortung des traditionellen Familienmodells. Foto: Ministerpräsidentenamt/ Vivien Cher Benkő

Ungarn-Brasilien

Koalition der Vernünftigen

„Unsere beiden Länder gehen gleichermaßen an die globalen Herausforderungen heran", so Ministerpräsident Viktor Orbán auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro am frühen Donnerstagnachmittag.

Dabei dachte Orbán konkret an die Migration, die Unterstützung für verfolgte Christen, den Schutz der Familien, aber auch das Eintreten für den Freihandel und die Stärkung der Streitkräfte.

„Unsere Koalition der Vernünftigen möchte nicht, dass die Welt im Ergebnis der Migrationsströme verändert wird“, erklärte Orbán mit dem Hinweis auf Bestrebungen „großer internationaler Organisationen“, Migration als etwas Positives für die Menschheit hinzustellen.

Gemeinsam globalen Migrationspakt der UNO verhindert

Ungarn und Brasilien hätten den globalen Migrationspakt der UNO verhindert. Nun aber verhandle die EU über „den kleinen Bruder dieses Paktes“. Der ungarische Ministerpräsident stellte klar, „wir werden verhindern, dass sie uns Migrationsregeln zuerst empfehlen, die schließlich verbindlich werden“.

Im Gespräch der Staatspräsidenten klärte Jair Bolsonaro seinen Gastgeber János Áder (r.) auf, die Welt habe ein falsches Bild von der Lage im Amazonas-Gebiet. Foto: MTI/ Noémi Bruzák

Absurde Haltung der Europäer

Ähnlich absurd seien die weltweit immer intensivere Christenverfolgung und der Umstand, dass die „aus christlichen Wurzeln geborenen Gesellschaften und insbesondere die europäische kaum etwas dagegen unternimmt“.

Einigkeit bestand auch darin, am traditionellen Familienmodell festzuhalten. Der Freihandel sei für Ungarn mit seiner offenen Wirtschaft existenziell, Brasilien stehe bereit, ungarisches Kapital zu empfangen. Die militärische Zusammenarbeit werde nach dem Kauf von zwei Transportmaschinen vertieft.

Orbán bedankte sich bei Bolsonaro, der aus Moskau nach Budapest reiste, für seinen Beitrag dazu, den Frieden in Europa zu bewahren. Er erinnerte daran, Brasilien sei einer der neun strategischen Partner der EU und ein Kooperationspartner der NATO. Bolsonaro betonte, niemand habe Interesse an einem Krieg, denn dabei könnten alle nur verlieren.

Bolsonaro erklärt Regenwald-Problematik

Der brasilianische Präsident traf sich auch mit dem ungarischen Staatspräsidenten János Áder. Nach dem Treffen erklärte er unter anderem, die Welt habe ein falsches Bild von der Lage im Amazonas-Gebiet. Brasilien werde allzu leicht als Zerstörer des Regenwaldes hingestellt. Dabei werden Flora und Fauna auf nahezu zwei Dritteln der Gesamtfläche bewahrt und dort auch aufgeforstet. Die diesbezüglichen Angriffe seien auf die Agrarlobby zurückzuführen.

4 Antworten auf “Koalition der Vernünftigen

    1. wenn schon, dann wird hier ungarisch gesprochen.
      Geopolitisch sind eben nicht die USA oder England für Ungarn Nr. 1
      Sie können ja mal schauen, wer da in Ungarn versucht die Macht zu übernehmen. Primitive Postkommunisten, die schon mal bewiesen haben, wie Bankrott und Wahlbetrug geht.
      Ungarn kann wie Frankreich oder die BRD verhandeln und handeln. Das Ding mit Lukaschenko hat schon Biden von den Vereinigten Kriegshetzern Herrn Orbán unterstellt.

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