Foto: MTI/ Robert Hegedüs

Ungarn-Deutschland

Beziehungen waren schon mal besser

„Wir brauchen auch im 21. Jahrhundert in guten wie in schlechten Zeiten die ungarisch-deutsche Zusammenarbeit.“ Dieser Überzeugung gab Kanzleramtsminister Gergely Gulyás Ausdruck, der das Deutsch-ungarische Barometer 2023 kommentierte.

Die gemeinsame Meinungsforschung des Nézőpont-Instituts mit der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) mit jeweils 1.000 Befragten in Ungarn und Deutschland zeige nach Ansicht des Ministers, dass die Beziehungen sicher schon einmal besser waren. Man könnte die Ergebnisse aber auch wertschätzen, wenn man bedenkt, wie viele seit langem erbittert daran arbeiten, das gute Verhältnis der beiden Länder zu stören.

Deutsche Medien sind das größte Problem

„Wir gehören nicht zu jenen EU-Mitgliedstaaten, die vom Geld der Deutschen leben wollen“, stellte Gulyás klar, der dazu aufforderte, politische Meinungsverschiedenheiten nicht in die Wirtschaft zu tragen. Das größte Problem stellten die bundesdeutschen Medien dar, denn die gesetzlich garantierte Medienfreiheit existiere in Wahrheit nicht in der Form und der Vielfalt, wie in Ungarn. Während die Hälfte der Deutschen die eigenen Medien nicht als glaubwürdig ansehen könne, erreiche der Anteil positiver Beiträge zu Ungarn dort nur 23%.

Der Direktor des Nézőpont-Instituts, Ágoston Sámuel Mráz (l.), verwies auf den Umstand, die Ungarn seien besser über Deutschland informiert, als umgekehrt. Immerhin habe auf beiden Seiten eine Mehrheit von jeweils 57% eine gute Meinung von der anderen Nation. Während 66% der Ungarn glauben, in Deutschland würden Demokratie und Rechtsstaatlichkeit respektiert, seien nur 42% der Deutschen der gleichen Ansicht bezüglich Ungarns.

Bürger verstehen sich gut

Der Leiter des Budapester KAS-Büros, Michael Winzer (M.), hob hervor, alle seit 2017 regelmäßig vorgenommenen Erhebungen hätten gezeigt, dass sich die Bürger in ihren persönlichen Beziehungen gut verstehen und einander zu schätzen wissen. Derweil sei ein Erkalten des politischen Gedankenaustausches zu beobachten, ein Trend, der insbesondere in den letzten anderthalb Jahren an Fahrt aufnahm.

16 Antworten auf “Beziehungen waren schon mal besser

  1. …. Ungarn seien besser über Deutschland informiert, als umgekehrt.”

    Die Deutschen und Österreicher sind Null informiert. Sowieso gibt es mehrere Gründe dafür_
    1) Mainstreammedien sind in der BRD seit Merkel regierungshörig. In H gibt es Vielfalt, wenn man das Ganze betrachtet.
    2) Ungarn sprechen oft Deutsch, haben es in der Schule gelernt.
    3) Viele berufsaktive kennen Deutschland aus eigener Erfahrung
    4) Ungarn fallen zwar auf gewisse Vorurteile und Fakes rein, sind aber nicht so besserwisserisch wie Menschen aus A oder D.

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    1. Herr Dr. Eichhorn, Sie verallgemeinern immer sehr vieles. Und stecken alle gerne in Ihre von Vorurteilen gefüllten Schubladen. Dem ist aber nicht so. So eine Aussage wie “Ungarn, sind aber nicht so besserwisserisch wie Menschen aus A oder D ” sagt doch schon viel über Ihre Wertvorstellungen aus. Und “Mainstreammedien” sind in Ungarn schon weiter verbreitet, da ja über 80 % in Fideszhand sind. Oder hören Sie zum Beispiel kein ungarisches Radio ? Die schlechtere Beurteilung hat vielleicht ja auch etwas mit der Realität zu tun.

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      1. In D sind die linksgrünen Mainstream-Medien locker über 99%. Oppositionelles TV oder Magazin wie TE kennen die meisten immer noch nicht. Die Menschen in H sehen übrigens sehr viel RTL, atv….Ihre 80% sind Käse. Der ungarische Lebensalltag sieht anders aus.

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        1. Herr Dr. Eichorn, das behaupten Sie ! Aber es entspricht halt nicht der Realität. Ich habe hier ganz andere Erfahrungen gemacht. Und diese Ausdrücke “Mainstream” Presse oder Lügenpresse, gehören eben auch zu dem “Neusprech”. Da wird zu wenig differenziert, nur wenn Ihnen etwas aus diesen Medien nicht gefällt, heisst das ja noch lange nicht , dass dies unwahr ist. Und es steht im Zeitalter von IT jedem frei, sich zu informieren, nur so läuft das eben bei den meisten nicht. Und alleine an der Ausdrucksweise erkennt man doch woher die “Infos” stammen. Ich ertappe mich selbst dabei desöfteren “Brüssel” statt EU zu sagen. Soros ist in aller Munde. Und über die von der Regierung finanzierten “slogans” und Plakate, möcht ich hier gar nicht sprechen. Das würde noch ein mal ein ganz anderes Fass, von wegen staalich finazierter Parteiporpaganda und Korruption aufmachen.

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          1. Haben Sie etwa nicht mitbekommen, was in der BRD alles den linksgrünen Medien zugeschoben wird. Im Frühjahr wurde öffentlich, welche Moderatoren Extra-Geld bekamen, insbesondere für Covid-Konformismus. Der Spiegel bekommt Extra-Geld von den Amis (Gates etc). Aber das sehen Sie alles nicht. Die Linken Blätter hängen am Tropf.
            Und: Natürlich gibt es Mainstream-Medien. Sie beherrschen in der BRD fast alles. Langsam aber hat die Bevölkerung die Faxen dicke. Darum der Zuspruch der AfD. Sie werden es sehen. Die knacken irgendwann die 25% bundesweit.

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            1. Herr Dr. Eichorn, ich sehe das schon, aber auch eben anders als Sie. Ist ja nicht weiter schlimm, wenn man verschiedener Meinung ist. Aber denken Sie das ist hier anders ? Zur AfD, hoffentlich hat dieser Spuk bald ein ende, sowas hatten wir in der Form schon mal. Das ging nicht so gut aus. Was wollen Sie denn umsetzen von Ihrem Programm ? Sehen Sie sich doch Meloni an, auch erst grosse Reden , und jetzt eben die Regierungsrealität, welche von wirtschaftlichen Zwängen diktiert wird.

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              1. Was wollen Sie (die AfD) denn umsetzen von Ihrem Programm ?”

                Möglichst einen Austritt aus der EU, um nicht für andere weiter zahlen zu müssen und ebenfalls ist denen auch die Nato ein Dorn im Auge. Es gibt eine starke mehrheitliche Strömung in der AfD, die auch für einen Austritt aus der Nato sind.

                Damit sich mögliche Partner bei der nächsten EU-Wahl nicht vor den Kopf gestoßen fühlen, hat man das auf dem letzten AfD-Parteitag verklausuliert und fordert nun mehr oder weniger einen losen EU-Staatenbund. Was als Resultat im Endeffekt das Gleiche bedeuten würde. Das eigentliche Ziel, Nichtzahlung an andere EU-Länder, ist weiter im Hintergrund bestimmend! Wer in Ungarn die AfD unterstützen möchte, soll das ruhig tun, nur sollte ihm klar sein, dass sein Freund sämtliche Zahlungen an Ungarn einstellen möchte.

                Ob man dann auch so entrüstet sein wird wie jetzt? Aber natürlich weiß man hier, dass das mit der CDU nicht geht und die braucht die AfD dazu! Nur ein Hornberger Schießen der AfD?

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              2. Schwurbelt nur weiter. Erstens bin ich nicht in der BRD und auch nicht AfD.
                Zweitens entspricht meine Aussage über die dt. Medien den Tatsachen. Wer kauft denn noch Spiegel oder SZ, sehr wenige.
                Übrigens ist Meloni nicht Orbán., der sich nicht verbiegen lässt in der Frage der Massen-Migration. In welcher Welt leben Sie eigentlich. Kriegen Sie nix mit?

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                1. Tut mir leid, wenn ich in Ihren Augen schwurbele, aber zu Ihren Aussagen habe ich überhaupt nichts gesagt. Ich wollte nur Herrn Riegers Frage zur AfD beantworten.

                  Da Sie nun aber anscheinend darauf bestehen, von mir eine Stellungnahme zu bekommen, hier kommt sie:

                  Sie schreiben: “1) Mainstreammedien sind in der BRD seit Merkel regierungshörig. In H gibt es Vielfalt, wenn man das Ganze betrachtet.”

                  Ich habe dazu vor kurzer Zeit hier mal eine standardisierte Umfrage unter Polen, Ungarn, Tschechen und Slowaken veröffentlicht. Ergebnis: Die Mehrzahl der Ungarn traut den eigenen Medien noch weniger als die Bürger in den mit Ungarn verglichenen Ländern. Wenn oben im Umkehrschluss steht, dass 50 % der Deutschen den eigenen Medien trauen, so waren es damals bei der Umfrage nur 30 % der Ungarn, wenn ich mich richtig erinnere.

                  Aber ich weiß, in Ihren Augen sind fast alle Deutschen geistig minderbemittelt und besserwisserisch. Mea culpa!

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      1. Wo wird denn in der Welt ungarisch gesprochen ? Genauso gut könnten Sie fragen wo denn Suaheli unterichet wird ! Wers lernen will, kann das. Obligatorich als Fremdsprache in Schulen ist es illusorisch, weil nicht relevant. Warum sollten denn deutsche oder östereichische Schüler ungarisch lernen ?

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        1. Ungarisch ist nicht relevant. Ok, damit wäre das ja geklärt. Eine wichtige Aussage des Artikels war, Ungarn kennen und verstehen D besser als umgekehrt.
          “Der Direktor des Nézőpont-Instituts, Ágoston Sámuel Mráz (l.), verwies auf den Umstand, die Ungarn seien besser über Deutschland informiert, als umgekehrt.”
          Lesen Sie das Buch von Werner Patzelt.

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          1. Sie schreiben, “Ungarn kennen und verstehen D besser als umgekehrt”, war der Grund Ihrer Frage, die aber lautete, “wo wird in der BRD oder Österreich erfolgreich Ungarisch in Schulen unterrichtet?”.

            Das können Sie das aber nicht Herrn Rieger vorwerfen, wenn Sie sich so missverständlich ausdrücken! Das sind zwei Paar verschiedene Stiefel, denn sie müsste eigentlich heißen, warum wissen die Deutschen so wenig über Ungarn. Dann hätten auch Herr Rieger und ich das verstanden.

            Es geht ihm und mir ganz sicher nicht darum, das Ungarische zu unterdrücken oder herabzuwürdigen. Ich freue mich über jeden, der dazulernen will und wenn ich nicht so faul und bequem wäre, würde ich sicher auch die ungarische Sprache erlernen. Versucht habe ich es insgesamt dreimal, habe aber immer wieder entnervt aufgegeben.

            Fremdsprachen lernen war leider auch nie meine Stärke, die hier immer auch das Auswendiglernen gefragt ist, auch nicht in der Schule, meine Stärken liegen eher im formallogischen-mathematischen Bereich. Außerdem – wie bereits gesagt – bin ich ein Mensch, für den die Bequemlichkeit sehr wichtig ist.

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            1. Es ist Fakt, dass die Ungarn viel besser D verstehen als umgekehrt. Gründe gibt es viele, so wie es einen gewaltigen Grund gibt, warum weltweit Englisch dominiert. Ich wiederhole, gut dass Herr Patzelt das Buch geschrieben hat, als tiefer Einstieg in eine neue Welt für jene, die sich ein Urteil erlauben.

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          2. Übrigens nur nebenbei bemerkt, auch in Ungarn lernt man heutzutage als 1. Fremdsprache in Regel Englisch. Versuchen Sie mal mit einem Restaurantlehrling am Balaton in der deutschen Sprache zu unterhalten, dann werden Sie schnell feststellen, dass Sie mit Englisch deutlich weiter kommen. Bei den älteren ist das natürlich anders und in den Großstädten kommen sie nur dann mit Deutsch weiter, wenn der Gesprächspartner mal im deutschsprachigen Ausland gearbeitet hat. Die deutsche Sprache ist in Ungarn überall auf dem Rückzug. Das war mal anders.

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12. Juni 2024 10:10 Uhr