EU-Neuwagenmarkt
Bald die Hälfte elektrisiert
Dieser Artikel ist Teil unseres Bezahl-Angebots BZ+
Wenn Sie ein Abo von BZ+ abschließen, dann erhalten Sie innerhalb von 12 Stunden einen Benutzernamen und ein Passwort, mit denen Sie sich einmalig einloggen. Danach können Sie alle Artikel von BZ+ lesen. Außerdem erhalten Sie Zugang zu einigen speziellen, sich ständig erweiternden Angeboten für unsere Abonnenten.
Der europäische Fachverband ACEA konnte für das I. Halbjahr nicht nur deutlich bessere Zahlen vorlegen, als noch 2022 erlebt. Die Gesamtauslieferungen wuchsen in der EU um ein gutes Sechstel, in den Monaten März und Juni wurde erstmals seit Jahren wieder mehr als eine Million Neuwagen verkauft. Nachdem die Corona-Krise die globalen Lieferketten zerstörte, können Ukraine-Krieg und Inflation den Markt nicht vergleichbar erschüttern, zumal sich jetzt ein Teil der seit Jahren aufgestauten Nachfrage entlädt. Die Zahlen aus den „Friedenszeiten“ bis 2019 erreicht der EU-Neuwagenmarkt aber bei weitem nicht.
Schweden teilte Ungarns Schicksal
Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres legten die Auslieferungen in den Monaten Januar-Juni 2023 in Kroatien und Portugal um ca. 45% zu – diese Märkte zeigen demnach die stärkste Erholung. Österreich (+16,5%) und Deutschland (+13%) finden sich abgeschlagen im Mittelfeld. Im I. Halbjahr 2023 schrumpften gerade mal zwei Märkte, mit Schweden (-2,5%) teilte dieses Schicksal Ungarn (-1,5%). Unter Ungarns EU-Nachbarn zeigte Rumänien (+25,5%), das Krise auch anders geht. Laut ACEA wurden im I. Halbjahr in der EU insgesamt 5,4 Mio. Neuwagen zugelassen; die Vergleichszahlen von 2019 verfehlt dieser Wert noch um ein Fünftel.
705.000 Elektroautos im Halbjahr
Unterdessen stieg der Marktanteil der Elektroautos unter den Neuwagen (jeweils für den Monat Juni) von 10,5% auf 15%. Gemeinsam mit den Hybridfahrzeugen (HEV und PHEV) wuchs der Anteil derweil von 40,5% auf 47,5%. Der Anteil der Verbrennungsmotoren fiel auf die Hälfte des Gesamtmarktes, beim Benziner moderat von 38,5% auf 36,5%, beim Diesel von 17,5% auf 13,5%. Die reinen Elektroautos verkaufen sich in der EU mittlerweile besser, als Diesel-Pkw.
In Bulgarien, Griechenland, Belgien und Finnland schossen die Anmeldungszahlen für die Stromer im ersten Halbjahr um 155-160% über die Vorjahreszahlen hinaus. Seit Jahresbeginn wurden in der EU beinahe 705.000 Elektroautos verkauft, gut die Hälfte mehr, als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Ungarn (+26%) rangiert auch in dieser Dynamik-Tabelle wieder nur am Ende, knapp vor Malta (+25%). Der deutsche Markt entwickelte sich für Elektroautos kaum besser (+32%), Österreich legte 61% drauf. Das entsprach ungefähr dem Zuwachs Rumäniens (+57%) und der Slowakei (+64%), während in Ungarns Nachbarschaft bei Slowenen und Kroaten (mit geradewegs verdoppelten Verkaufszahlen) ein regelrechter Stromer-Boom einsetzte.
In Ungarn HEV vor Benziner
Übrigens haben hierzulande die Hybridfahrzeuge (HEV) beim Marktanteil mit 39% im I. Halbjahr den Benziner als beliebteste Antriebsform verdrängt. Der Verbrenner verlor zum Vorjahr gut zwei Punkte und steht aktuell bei 38%. Entgegen dem EU-Trend hat der Diesel in Ungarn derweil nochmals leicht auf 13,5% zulegen können. Die Zulassungen der Elektroautos (gut 5%) sind nunmehr knapp an jenen für Plug-in-Hybride vorbeigezogen.
