Mindestlohn
Auf Augenhöhe mit Türken und Chilenen
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Während hierzulande die Sozialpartner keine Einigung über die alljährliche Anhebung des Mindestlohns zu Jahresbeginn fanden, stellte eine Marktforschung von Picodi.com einen internationalen Vergleich an. Nach dem in Euro umgerechneten Wert liegt Ungarn mit weniger als 300 Euro des monatlichen Nettolohns auf Augenhöhe mit Türken und Chilenen. (Die zum 1. Februar wirksame Korrektur – siehe Leitartikel! – bringt auch nur rund 310 Euro auf die Waage.)
Die internationale Spanne reicht beim Mindestlohn von knapp 1.900 Euro in Luxemburg bis zu kaum 50 Euro in Usbekistan. Unter den für Ungarn relevanteren Visegrád-Staaten (V4) ist in Tschechien und der Slowakei ein Mindestlohn von rund 510 Euro fällig, in Polen von 460 Euro. Noch bemerkenswerter: Während die Arbeitgeber hierzulande inmitten der Corona-Krise nicht mehr als einen Inflationsausgleich für möglich halten, haben die Tschechen zu Jahresbeginn zweistellig draufgepackt, die Polen ihre Leistung um zehn Prozent, die Slowaken immerhin noch um 6,6% gesteigert.
Noch schlechter schneidet Ungarn laut Picodi hinsichtlich der Lebenshaltungskosten ab, die sich aus dem jeweiligen Mindestlohn bestreiten lassen. Für den Warenkorb an Grundnahrungsmitteln muss der Ungar beinahe ein Viertel seines Mindestlohns berappen, der Tscheche und der Slowake nur etwas mehr als 17%, der Pole 15%. Österreicher und Schweizer finden sich in dem Vergleich zwar nicht, die Deutschen aber schon, deren ca. 1.250 Euro Mindestlohn für den Kauf von Grundnahrungsmitteln gerade mal zu 9% erschöpft werden.
