Präsident Milorad Dodik verleiht den Verdienstorden der Republik Srpska an Ministerpräsident Viktor Orbán. Fotos: MTI/ Zoltán Fischer

Ehrung für Orbán

An der Seite der bosnischen Serben

Ministerpräsident Viktor Orbán wurde vor dem Wochenende in Banja Luka mit dem Verdienstorden der Republik Srpska geehrt. Auf einem Wirtschaftsforum im Anschluss versprach er 140 Mio. Euro für Projekte, die ungarische an Stelle deutscher Firmen ausführen sollen.

„Die bosnischen Serben dürfen auch weiterhin auf die Unterstützung Ungarns rechnen, unsere Völker sind aufeinander angewiesen“, erklärte Orbán bei der Preisverleihung am Freitag. „In der EU fehlt die Erkenntnis, dass Europa die Serben braucht, dass es ohne Serben keine europäische Sicherheit, keine Stabilität gibt.“ Die Auszeichnung sei Ausdruck von Freundschaft und Vertrauen, aber auch von Zukunftsoptimismus. Den Verdienstorden der Republik Srpska an der Kette überreichte Viktor Orbán Präsident Milorad Dodik, der die gleiche Auszeichnung ein Jahr zuvor dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zugestand.

MVM & Co. am Ball

Ungarns Regierung wird Projekte für die Modernisierung von Infrastruktur und Energiewesen in der bosnischen Republik Srpska mit 140 Mio. Euro fördern. Entsprechende Dokumente unterzeichnete Wirtschaftsminister Márton Nagy in Banja Luka. Projekte der Abfall- und Kreislaufwirtschaft sowie die Errichtung von Wind- und Solarparks werden unter Einbeziehung der ungarischen Gesellschaften Alteo, MVM und Veolia realisiert. Ursprünglich sollten eben diese Projekte mit deutscher Unterstützung verwirklicht werden. Das politische Berlin zog die Zusagen jedoch zurück, weil der Ampel-Regierung die nationalistischen Bestrebungen eines Milorad Dodik nicht schmecken.

„Da gehen wir nicht hin“

Ungarn kann diese Lücke deshalb ausfüllen, weil „wir heute über regionale Champions verfügen“, meinte Ministerpräsident Orbán mit dem Verweis, vor 14 Jahren wäre das damals noch extrem kapitalschwache Ungarn dazu nicht imstande gewesen. Heute reihten sich rund 1.500 Unternehmen auf, die zu Engagements im Ausland in der Lage sind. Der Premierminister erläuterte an dieser Stelle seinen im Westen missverstandenen Kurs, wonach „Ungarn den Ungarn gehört, weshalb wir von den Ausländern erwarten, sich entsprechend zu verhalten“. In diesem Sinne werde die serbische Regierung vorgeben, in welchen Sektoren sie die Ungarn herzlich willkommen heißt.

„Wo man uns nicht gerne sehen will, um sich keine Konkurrenz aufzuladen, da gehen wir nicht hin“, stellte Orbán klar. „Dieses Land gehört den Serben“, die Ungarn würden nur dort agieren, wo dies gewünscht sei. Zudem dürfe die wirtschaftliche Zusammenarbeit keine Einbahnstraße sein; Ungarn erwarte die Serben nicht nur als Gastarbeiter, sondern auch als Unternehmer.

Ministerpräsident Viktor Orbán: „Dieses Land gehört den Serben, wir agieren nur dort, wo dies gewünscht ist.“

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