Foto: MTI / Noémi Bruzák

AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel bei der CPAC Hungary

„Leuchtturm der Freiheit“

Der Höhepunkt des zweiten CPAC-Tages war mit Blick auf das Interesse und die Resonanz des Publikums zweifellos die Rede der AfD-Co-Vorsitzenden Alice Weidel.

Ihre erste CPAC-Rede war zugleich auch eine Premiere für die AfD. Noch wenige Wochen zuvor war eine Teilnahme der AfD auf der CPAC-Bühne vom Fidesz als zu riskant betrachtet und daher abgelehnt worden. Erst Mitte Mai hatte sich dann plötzlich die Einschätzung geändert und war Alice Weidel persönlich um eine Teilnahme an der CPAC Hungary gebeten worden. Wobei dies zunächst noch vertraulich behandelt wurde: Ihr Name tauchte erst am Tag ihrer Abreise nach Budapest auf der Referentenliste und im Programm auf. Dort war ihr Auftritt dann überaus prominent platziert: gleich zu Beginn des zweiten Konferenztages unmittelbar nach der Rede von Außenminister Péter Szijjártó.

„Vorsitzende der nächsten Regierungspartei“

Vor einem sehr gut gefüllten Saal bedankte sie sich zunächst für die Einladung und stellte sich als Vorsitzende der zweitstärksten politischen Kraft Deutschlands und der „nächsten Regierungspartei“ vor. Ebenso wie bei einer am Nachmittag des Vortages vom MCC und dem konservativen Nachrichtenmagazin Mandiner organisierten Podiumsdiskussion nutzte sie ihren Auftritt auch jetzt wieder, um das Publikum über die Vorgänge in Deutschland aufzuklären.

Alice Weidel
AfD-Co-Vorsitzende Alice Weidel an der Seite des FPÖ-EP-Abgeordneten Harald Vilimsky (2.v.l.) am Vortag ihrer CPAC-Rede bei einer Podiumsdiskussion im konservativen Begegnungsbistro Scruton V.P. in der Pester Innenstadt. Foto: BZ / Jan Mainka

„Die etablierte Politik hat Deutschland zu einer Gefahrenzone für seine Bürger gemacht. Die Menschen leiden unter Massenmigration, explodierender Kriminalität, hohen Steuern, Energiepreisen, Inflation und Vermögensvernichtung“, beschrieb sie. Die Wähler hätten daher die alte links-grüne Regierung abgewählt. Nun haben sie aber eine Regierung bekommen, die denselben katastrophalen Weg fortsetzt. „Sie haben eine Regierung bekommen, die vorgibt, illegale Einwanderung zu verhindern, während sie die Tore weit offen lässt.“

„Merz hat seine Seele an die Linken verkauft und hält sie nun an der Macht“, unterstrich Alice Weidel. Im Austausch dafür sei er zum Bundeskanzler gewählt worden. Inzwischen sei der „verzweifelte Machterhalt mit allen Mitteln zum Hauptanliegen unserer etablierten Politiker“ geworden. „In Panik beugen sie Gesetze, manipulieren die Verfassung und streichen die Grundrechte der parlamentarischen Opposition, um einen demokratischen Machtwechsel zu verhindern.“

Alice Weidel
„Merz hat seine Seele an die Linken verkauft und hält sie nun an der Macht.“ Foto: BZ / Jan Mainka

„Krieg gegen die freie Meinungsäußerung“

Die derzeitige Regierung setze auch den von ihren Vorgängern begonnenen „Krieg gegen die freie Meinungsäußerung“ fort. „Sie versucht, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen, indem sie sie als rechtsradikal und extremistisch darstellt.“ Unter dem Vorwand, Hassrede und Desinformation zu bekämpfen, würden legitime Meinungen kriminalisiert.

Während der Inlandsgeheimdienst bei der Verhinderung von Terroranschlägen immer mehr versage, versuche er stattdessen die AfD als Verfassungsfeind zu denunzieren und einen Vorwand für deren Verbot zu konstruieren. „In Wirklichkeit ist der Inlandsgeheimdienst nichts weiter als ein Dienst zum Schutz der schwindenden Macht des Establishments.“

Der Grund für diese „absurden Machenschaften“ sei ganz einfach: „Nur durch den Ausschluss unserer Partei von der Regierung können die linken Eliten gegen den Willen der Mehrheit an der Macht bleiben.“ Mehr als 10 Millionen Wähler von einer angemessenen Vertretung auszuschließen, zerstöre jedoch die Grundlagen demokratischer Herrschaft. An dieser Stelle zitierte Weidel den US-Vizepräsidenten JD Vance, der auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar daran erinnert hatte: „Demokratie beruht auf dem heiligen Prinzip, dass die Stimme des Volkes zählt.“

„Wind of Change“

Ein „Wind of Change“ wehe kräftig in Europa und der gesamten westlichen Welt. „Die Zukunft gehört freien, patriotischen Bürgern und souveränen Nationen“, sei sie sich sicher. „Wir kämpfen für freie Meinungsäußerung, den Grundstein aller Freiheit.“  Und weiter: „Wir kämpfen für sichere Grenzen und Recht und Ordnung. Wir kämpfen für die Sicherheit unserer Kinder und der nächsten Generationen. Wir kämpfen für souveräne Nationen und die nächste Generation. Wir kämpfen für das Recht, freie Bürger und freie Nationen zu sein. Und nicht zuletzt kämpfen wir für Frieden in der Ukraine und für gute Beziehungen zu unseren Nachbarn und den USA.“

Abschließend bedankte sie sich bei Ministerpräsident Orbán, den sie als „Leuchtturm der Freiheit“ bezeichnete, für die Gastfreundschaft. Alice Weidel schloss ihre von viel Zwischenapplaus unterbrochene Rede mit dem Slogan der zurückliegenden EU-Ratspräsidentschaft von Ungarn: „Make Europe Great Again!“. Das Publikum würdigte ihre Rede mit Standing Ovations, einer Anerkennung, die bei dieser CPAC Hungary nur zwei weiteren Rednern zuteil wurde.

4 Antworten auf “„Leuchtturm der Freiheit“

  1. Alice für Deutschland und Europa.Geistig ist sie soviel wie ungefähr alle Grün-innen ,X, D, zusammen. Geballte Kompetenz und vor allem Ehrlichkeit und Offenheit ,andere gehen der Wahrheit und Wirklichkeit lieber aus dem Weg. Ohne die AfD ist Deutschland am Ende, Gesetze und vor allem das Grundgesetz sind jetzt schon außer Kraft. Die Wirtschaft wird systematisch aus dem Land vertrieben, davon profitiert Ungarn, das gute Politische und menschliche Bedingungen stellt. Wie man so liest ,ist dort der linke Schwachsinn aber auch etabliert, kommt nur nicht zum Zug, da sind die Ungarn wohl schlauer als wir und mit Victor Orban ist ein Guter Politiker an der Macht. Es gibt also Hoffnung, wenn die Bürger am Ball bleiben kämpfen und vor allem selber denken und sich frei informieren, bald fällt sogar vielleicht die GEZ Abzocke…

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  2. Boris Kálnoky schreibt aktuell auf X:
    „Was Ungarn bei den Wahlen 2026 NICHT tun wird:

    – Die Wahlen nach ihrer Durchführung annullieren (Rumänien)
    – Den führenden Oppositionskandidaten von der Wahl ausschließen (Frankreich, Türkei,
    Rumänien)
    – Die Verfassung mit dem alten Parlament ändern, bevor das neue Parlament vereidigt wird
    (Deutschland)
    – Ein Verbot der führenden Oppositionspartei in Betracht ziehen (Deutschland)
    – Menschen dafür bestrafen, dass sie online böse Dinge über die Regierung sagen (Großbritannien, Deutschland).“

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