Ägypten
Ministerpräsident Viktor Orbán und Ägyptens Präsident Abd al-Fattah as-Sisi. Fotos: Ministerpräsidentenamt/ Zoltán Fischer

Ungarn-Ägypten

Strategische Partnerschaft

Ungarn und Ägypten unterzeichneten am Dienstag in Kairo ein strategisches Partnerschaftsabkommen.

Das von Ministerpräsident Viktor Orbán und Ägyptens Präsident Abd al-Fattah as-Sisi unterzeichnete Abkommen sieht für beide Seiten eine vorteilhafte, langfristige  Zusammenarbeit in den Bereichen Atomindustrie, Hochschulbildung, Wirtschaft und Energieversorgung vor, informierte Außenminister Péter Szijjártó. Diese Partnerschaft trage deutlich zur erfolgreichen Bewältigung der Herausforderungen in der Wirtschaft und bei der Energiesicherheit bei.

Beide Länder für Frieden

Beide Länder haben bereits in internationalen Organisationen zusammengearbeitet, aber der Ukraine-Krieg ließ diese Zusammenarbeit noch enger werden. „Ägypten ist im Friedenslager und fordert wie Ungarn eine diplomatische Lösung des Krieges. Es ist Teil der globalen Mehrheit, die außerhalb Europas ganz sicher ein Ende des Krieges in der Ukraine will.“ Man fand Übereinstimmung, dass anstelle der Eskalation Ruhe in den Konflikt gebracht werden müsse.

 

„Wir nehmen die Auseinandersetzung auch mit der westlichen Welt auf, denn wir wollen eine diplomatische Lösung, einen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen.“

 

Orbán sprach Ägypten zudem in der Migrationsfrage seinen Dank aus. „Wir wollen nicht, dass die Welt von heimatlosen Migranten bevölkert wird, die von ihrer Heimat getrennt wurden, wir wollen, dass jeder sein Leben in seiner Heimat meistern kann.“ Ägypten sei eine starke Bastion der Verteidigungslinie gegen illegale Migration. Europa schulde Ägypten für seine Arbeit Dank, Respekt und Unterstützung.

In Bezug auf die Gespräche mit lokalen islamischen und koptischen christlichen Führern betonte die ungarische Delegation, dass die Regierung in Kairo als Beispiel für ein islamisches Land angesehen werden könne, das der Notwendigkeit große Aufmerksamkeit schenke, die christliche Gemeinschaft in die Gesellschaft zu integrieren und ihr religiöses Erbe zu bewahren.

Ägypten
Ministerpräsident Viktor Orbán bei einem Treffen mit ägyptischen koptischen Christen.

LNG aus Ägypten ab 2026

Im Verlaufe des Tages wurden mehrere weitere Vereinbarungen unterzeichnet, so über nukleare Zusammenarbeit. Der Schwerpunkt dieses Abkommens liegt auf dem Austausch von Erfahrungen beim Bau von Kernkraftwerken, der Ausbildung von Fachkräften und gegenseitigen Bildungsprogrammen. Dies ist ein besonders wichtiger Schritt, da Ägypten und Ungarn derzeit in Kernkraftwerke investieren; mit derselben Technologie und demselben Auftragnehmer.

Szijjártó kündigte die Aufnahme von Verhandlungen über den Kauf von ägyptischem Flüssiggas (LNG) an, das nach dem Ausbau der Infrastruktur in Griechenland ab 2026 in die ungarische Versorgung integriert werden soll, um so zur Energiesicherheit beizutragen.

Es sei wichtig, dass die bilaterale wirtschaftliche Zusammenarbeit eine neue Stufe erreicht. Deshalb wurde eine Vereinbarung getroffen, dass ungarische Unternehmen die Sonderwirtschaftszone Suez für produktive Investitionen zu Vorzugsbedingungen nutzen können.

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