Zu den seit Tagen anhaltenden Staus an der Grenze Ungarns zu Österreich erklärte der Minister, man brauchte Zusagen der Behörden Rumäniens, Serbiens und der Ukraine, wonach diese die durch Ungarn reisenden Gastarbeiter, Bürger ihrer Staaten, auch wirklich ins Land lassen – die Organisation von Quarantäne-Maßnahmen der Heimkehrer aus kritischen Gebieten bereite insbesondere Serbien große Probleme. Ungarn lasse sich davon leiten, dass der Frachtverkehr durch die Pkw-Kolonnen im grenznahen Raum nicht länger aufgehalten wird.

Zur aktuellen Lage in der Corona-Krise erklärte Gulyás, derzeit gehöre Ungarn noch zu den weniger belasteten Staaten Europas. Fachleute sprechen jedoch von einer vielfachen Latenz, nachdem 80% der mit diesem Virus infizierten Personen keine Symptome zeigten. Die Wirtschaft werde durch die Epidemie heftig zurückgeworfen, mehr als 1.000 Hotels machen dicht. Der Arbeitsmarkt müsse flexible Lösungen suchen; die Hauptsache sei, dass die Arbeitsplätze bewahrt werden. Der Minister erinnerte an Viertage-Arbeitswochen in der Krise von 2008/09 – solche „kreativen Lösungen“ seien auch jetzt wieder vonnöten. Das bis Jahresende verhängte Moratorium für Unternehmens- und Privatkundenkredite bedeute nicht, dass die Regierung mit einer bis Dezember andauernden Krise rechne. Es sei wichtig, den Konsum anzukurbeln, sobald sich die Lage an der Virusfront entspanne.

In der kommenden Woche muss das Parlament die nationale Gefahrenlage verlängern, die von der Regierung nur für zwei Wochen verhängt werden kann. Mit dieser Vollmacht im Rücken werde die Regierung weitere Maßnahmen zur Abwehr des Coronavirus und zur Stützung der Wirtschaft treffen.

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