Csaba Dézsi ist Internist, Kardiologe, Politiker – und mehrfach veröffentlichter Autor. Dabei ist sein schriftstellerisches Werk ebenso breit gefächert wie sein professioneller Werdegang: Eine Zappa-Biografie, eine historische Annäherung an die Rolle der Ärzte im 20. Jahrhundert und zwei Märchenbücher, eines davon „Die Abenteuer von Gerson und Panka“, ein reich bebildertes, liebenswertes Geschichtenbuch über zwei Ara-Papageien und ihre menschlichen Familienmitglieder. Die Namensgleichheit zwischen Autor und einem der wichtigen Nebendarsteller im Buch ist kein Zufall, denn Dézsi ist leidenschaftlicher Papageienhalter und die beiden Hauptakteure im Buch sind von dem Papageienpärchen der Familie Dézsi inspiriert. Doch wie kommt hier nun Fußball ins Spiel?


„Fußball ist kein Leistungssport“

Im Januar trat Zsolt Borkai nach seinem Sexvideo-Skandal zurück, aus den dann ausgeschriebenen Wahlen ging Dézsi (in den Farben der Regierungspartei Fidesz) als Sieger hervor. Und wie er sich so in die Alltagsgeschäfte in Győr einarbeitete, kam ihm auch der Zweitligist der Stadt, der Győrer ETO (Győri Egyetértés Torna Osztály Football Club) entgegen. Als verantwortungsbewusster (Lokal-)Politiker war die Entscheidung schnell getroffen, unter Dézsis Ägide würde der ETO nicht weiter finanziell gefördert. Dies teilte der Bürgermeister dem Clubbesitzer József Mányi Ende Januar mit. In einem Interview vergangene Woche Freitag mit einer Lokalzeitung machte dieser seinem Ärger daraufhin Luft – und eben darauf reagierte Dézsi nun in einem Facebook-Post und dem beigefügtem Comic.
In diesem Post gibt Dézsi das Gespräch wieder und lässt dabei auch solche Bonmots nicht aus, wie die Antwort Mányis auf die Frage, wann der Club denn in die Erste Liga aufsteigen würde. Seine Antwort: „Das ist auch langfristig nicht Teil der Zielsetzung für den Club.“ Außerdem hätte Borkai Mányi damals noch versichert, dass es „keinen Leistungsdruck“ für den Club geben würde. Der neue OB fragt – zu Recht – rhetorisch: „Was soll das heißen, kein Leistungsdruck bei einem Proficlub?“ und fordert als „Sportler, als lebensrettender Arzt, als Politiker (…), dass sie kämpfen, als ginge es um ihr Leben!“

Es sieht also ganz so aus, als gäbe es auch weiterhin kein Geld für den ETO (den Dézsi übrigens nicht als Leistungssport-Club anerkennt, denn ein Leistungssportler würde mehr Zeit mit Training denn mit Ausruhen verbringen). Dafür gab’s aber einen süßen Comic, in dem Dézsi noch einmal erklärt, was wirkliche Hingabe und Kämpfen bedeuten.

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