Glaubt man einer der Memes, sind dem aus China stammenden Virus die Zustände in ungarischen Krankenhäusern schlicht nicht zumutbar und so sagt eine Viruszelle zur anderen auf dem Flur eines (vermeintlich) ungarischen Krankenhauses: „Lass uns lieber verschwinden von hier, bevor wir uns noch was einfangen!”

Viel eher wird derzeit jedoch das teils irrationale Verhalten der Menschen aufs Korn genommen. Ein Bild eines Ehepaars mittleren Alters, von der Sonne geküsst, doch auf ihrem Gesicht, viel mehr um die Mundregion, ist es kreideweiß. Dazu der Text: „József und Marika sind von ihrer zauberhaften Italienreise heimgekehrt.“ Und wo wir schon beim Thema Masken sind, darf natürlich auch der Seitenhieb auf all jene nicht fehlen, die sich mit Gesichtsmasken eingedeckt haben. Dumm nur, wenn dann das passiert, was auf einem der kursierenden Bilder zu sehen ist: eine junge Frau in eindeutig nachdenklicher Pose, dazu die Überschrift: „Wenn du wegen des Coronavirus´ Gesichtsmasken bestellst und auf denen steht dann ‚Made in China‘.”

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Und damit wären wir auch schon beim Thema Hamsterkäufe, die sich in Ungarn – glaubt man den Memes – vor allem Mehl und Öl konzentrieren. Auch deswegen durfte die schon so häufig als Memegrundlage genutzte „Regierungsinformation“ – ein PR-Instrument der Regierung – nicht fehlen. In deren Coronaversion heißt es: „Wenn du nach Ungarn kommst, bring Mehl und Speiseöl mit!”

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Und noch ein Klassiker darf in diesem Themenkreis natürlich nicht fehlen: Pulp Fiction-John Travolta, der sich verwirrt umsieht; diesmal jedoch vor leeren Supermarktregalen. Die GIF-Datei ist mittlerweile tausendfach geteilt und bringt wohl auf den Punkt, was immer wieder von Experten betont wird: „Die Panik rund ums Virus ist momentan fast noch schlimmer als das Virus selbst“. Vielleicht sind die Memes aber auch einfach nur Ungarns Weg mit der Krise umzugehen, denn wie wir wissen, ist Lachen die beste Medizin.
Konversation

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