Es handelt sich bei der Tutanchamun-Ausstellung um eine Wanderausstellung. Wie muss man sich den Aufwand vorstellen?

Wir zeigen über Tausend Exponate auf 2.000 Quadratmeter Fläche. Es waren acht LKW notwendig, um diese nach Budapest zu bringen. Damit die Objekte in die Innenstadt gelangen konnten, mussten sie zuerst in kleinere Fahrzeuge umgeladen werden. Etwa 20 Mitarbeiter, die mit der Ausstellung reisen, haben eine Woche lang gearbeitet, um die Ausstellung aufzubauen.

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Kurator Tamás Elter:„Das Konzept, das hier verfolgt wird, erlaubt es dem Besucher, die Faszination des Entdeckens nachzuempfinden.“


Ist die Tatsache, dass es sich um Repliken handelt ein Vorteil oder ein Nachteil für diese Ausstellung?Die Gegenstände wurden in Handarbeit von ägyptischen Künstlern in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum in Kairo angefertigt. Dadurch sind sie in ihrer Erscheinung originalgetreu, auch wenn sie nicht aus purem Gold sind wie manche der Originale. Die Originale müssen unter sehr strengen Bedingungen ausgestellt werden.

Das Konzept, das hier verfolgt wird, erlaubt es dem Besucher, ein bisschen die Faszination des Entdeckens nachzuempfinden. Wir zeigen beispielsweise, in welchem Zustand Howard Carter die Grabkammern im Jahr 1922 vorgefunden hat. Das ist mit Originalen natürlich nicht möglich. Repliken verdienen nicht den schlechten Beigeschmack, den Fälschungen haben. Sie haben die Aufgabe, ein Original, das für Öffentlichkeit nicht oder nur schwer zugänglich ist, erlebbar zu machen.

Wir können die Expertise derer anerkennen, die eine Replika anfertigen. Ihre Absicht ist es nicht, jemanden zu täuschen. Auch sollten wir nicht vergessen, dass selbst die Repliken wegen ihrer außerordentlichen Qualität einen hohen Wert besitzen. Den Wert der Originale kann niemand in Zahlen ausdrücken. Wer die Originale sehen will, muss nach Ägypten reisen. Alle Grabschätze von Tutanchamun werden bald im Großen Ägyptischen Museum in der Nähe der Pyramiden von Gizeh zu sehen sein. Dessen Eröffnung wird für das letzte Quartal dieses Jahres erwartet.

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Wer hatte die Idee für diese Ausstellung?

Die Idee ging von deutschen Ägyptologen aus. Eine deutsche Firma hat die Ausstellung zusammengestellt. Seit 2005 ist sie zu sehen und hat bereits mehr als sechs Millionen Besucher begeistert. Sie steht in ihrer wissenschaftlichen Ausarbeitung in Nichts einer Museumsausstellung nach.

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Was sind die neusten Erkenntnisse, die der Besucher über Tutanchamun erfahren kann?

Lange Zeit wurde vermutet, dass Tutanchamun ermordet wurde. Dies ist widerlegt. Auch hatte er keine deformierte Wirbelsäule, noch war er kleinwüchsig.

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Beide Ausstellungen, die Titanic und Tutanchamun, sind wahrliche Publikumsmagneten. Weshalb?

Beides sind Themen, um die sich Rätsel ranken. Das zieht Menschen in den Bann. Beide Ausstellungen versuchen, den Besucher emotional miteinzubeziehen. Rätsel und Schätze sind und bleiben faszinierend. Aus demselben Grund interessiere ich mich seit meinem zehnten Lebensjahr für Tutanchamun und die Pyramiden. Dass ich ein leidenschaftlicher Taucher bin, hat mich dem Thema „Titanic“ besonders nahegebracht. Es freut mich, dass die Ausstellungsverlängerung die Möglichkeit schafft, dass sich noch mehr Menschen von dieser mysteriösen Welt begeistern lassen können.

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1061 Budapest, Király u. 26

Montag bis Sonntag: 9 - 20 Uhr

Weitere Informationen: https://www.tut-exhibition.hu

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