Am 24. Februar wurden erneut die besten Restaurants des Landes ausgezeichnet. Alles, was in der hiesigen Gastronomieszene Rang und Namen hat, versammelte sich für das bedeutendste gastronomische Ereignis des Jahres im Budaer Várkert Bazár. In ausgelassener Stimmung fieberten dort mehrere Hundert Gäste der Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger des „Volkswagen Dining Guides“ entgegen.


Kein großen Überraschungen

Diese waren letztendlich für Kenner der ungarischen Restaurantszene allerdings keine all zu große Überraschung mehr. Denn trotz der Tatsache, dass sich der ungarische Gastromarkt weiterhin mit einer Geschwindigkeit entwickelt, die es schwer macht, den Überblick zu behalten – täglich öffnen neue Restaurants, Chefköche kommen und gehen –, verändert sich an der Spitze nur selten etwas.

So ähnelt auch die diesjährige TOP 10, beziehungsweise aufgrund des Gleichstands bestimmter Kandidaten die TOP 12 der ungarischen Restaurants im „Volkswagen Dining Guide“, stark der der Vorjahre.

Einzig die Restaurants Anyukám Mondta, Mák und Olimpia verschwanden 2020 aus der Bestenliste. Dafür wurden die Neueröffnungen Pasztell und SALT sowie das 2019 vorübergehend aus der Top 10+2 verbannte Stand25 des ungarischen Bocuse-d’Or-Gewinners Tamás Széll im Kreis der Erlesensten willkommen geheißen.

Széll und seine Partnerin Szabina Szulló hatten jedoch noch mehr Grund zur Freude: Wie bereits im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung „Restaurant des Jahres“ erneut an das Budapester Nobelrestaurant Stand. Das Mitte 2018 eröffnete Lokal wurde im März 2019 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet und überzeugte auch die Jury des „Volkswagen Dining Guide“ mit seinen modernen, schnörkellosen Interpretationen klassisch ungarischer Gerichte.


Nachhaltigkeit wird belohnt

Bei der Auswahl der Preisträger hatte der „Volkswagen Dining Guide“ in diesem Jahr erneut tatkräftige Unterstützung durch einen international renommierten Experten: Der italienische Chefkoch und langjährige Direktor der italienischen Ausgabe des „Guide Michelin“, Fausto Arrighi, zeichnete für die professionelle Verkostung und Beurteilung der Restaurants verantwortlich.

Dem aktuellen Zeitgeist folgend honorierte der „Volkswagen Dining Guide“ in diesem Jahr erstmals ein Restaurant, das bei seiner Arbeit besondere Rücksicht auf die Umwelt nimmt. Der Nachhaltigkeitspreis des zur Coca-Cola Group gehörigen Getränkeherstellers Römerquelle ging an das Bistro Pajta. Das im westungarischen Őriszentpéter gelegene Ökolokal glänzt durch eine Küche, die sich einzig auf saisonale Zutaten aus der Region stützt.

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Neben dem Pajta erhielten in diesem Jahr noch zwei weitere Lokale außerhalb der ungarischen Hauptstadt eine Auszeichnung: Der vom Edelschokoladenhersteller ZAX gesponserte Preis „Konditorei des Jahres“ ging wie bereits in den vergangenen zwei Jahren an die Patisserie Mihályi in Vác. Und der Titel „Ländliches Restaurant des Jahres“, ebenfalls eine Neuheit unter den diesjährigen Awards, wurde dem Anyukám Mondta im nordostungarischen Encs verliehen.

Mit diesem Preis sollte der Tatsache Rechnung getragen werden, dass sich in den letzen Jahren auch immer mehr Restaurants in ländlichen Regionen Ungarns zu den höchsten gastronomischen Standards bekennen. Anyukám Mondta nimmt hierbei eine besondere Rolle ein. Das von den Brüdern Szabolcs und Szilárd Dudás geführte Lokal hat es geschafft, die etwas abgelegene Kleinstadt Encs zu einem erklärten Ausflugsziel für Gastroliebhaber zu machen.

Eine weitere Neuheit stellte bei der diesjährigen „Volkswagen Dining Guide“-Gala die Auszeichnung „Sympathischstes Restaurant des Jahres“ dar. Der vom Schaumweinhersteller Törley gesponserten Preis ging an das Budapester Két Szerecsen Bisztró.


Ádám Mészáros ist „Chefkoch des Jahres“

In der Kategorie „Bestes alternatives Gastroangebot“ zeichnete der „Volkswagen Dining Guide“ in diesem Jahr die Artisan-Bäckerei Freyja – the croissant story aus. Wie der Name verrät, beschränkt sich das Angebot dieses Lokals auf das aus Frankreich bekannte Plunderteiggebäck. Croissants werden hier allerdings in vielen verschiedenen und – wie die Tester des „Volkswagen Dining Guide“ befanden – besonders leckeren Variationen angeboten.

Den durch das Unternehmen Miele gesponserten Preis „Nachwuchschefkoch des Jahres“ erhielt diesmal Ádám Mede vom Budapester Fine-Dining-Restaurant Laurel. Auch der „Chefkoch des Jahres“ hört auf den Namen Ádám. Ádám Mészáros, seit fast vier Jahren Küchenchef des mit zwei Michelin-Sternen gekrönten Onyx, wurde mit der Auszeichnung geehrt. Mit dem Titel „Innovativste Küche des Jahres“ darf sich von nun an das erst vor wenigen Monaten eröffnete Restaurant SALT schmücken. Für seine besondere Hingabe an die Gastlichkeit erhielt wiederum das Edelrestaurant Arany Kaviár, welches in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, den Preis für den „Besten Service“. Mit der Unterstützung des Geflügelproduzenten Master Good wurde am Galaabend auch der Award „Vielversprechendstes Restaurant des Jahres“ vergeben. Dieser ging an Chefkoch János Erdei für das im November 2019 eröffnete Fine-Dining-Lokal Pasztell.

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Unter anderen zeigte auch das Budapester Fine-Dining-Restaurant Laurel sein Können.


Zu guter Letzt wurde in diesem Jahr erneut der Lebenswerk-Preis des „Volkswagen Dining Guide“ vergeben. Ausgezeichnet wurde diesmal jedoch kein Chefkoch. Der dritte Preisträger der 2018 erstmals vergebenen Auszeichnung ist József Pergel, Gastgeber des legendären Budaer Restaurants Déryné und mit fast 50 Jahren Berufserfahrung ein Urgestein der Gastronomie. Wie es in der Urteilsbegründung hieß, wollte man mit der Würdigung Pergels zeigen, dass Spitzengastronomie immer Teamwork ist und somit nicht nur auf die Höchstleistungen der Küche, sondern eben auch auf das Servicepersonal baut.

Das sind Ungarns TOP 10+2 Restaurants des Jahres (in alphabetischer Reihenfolge):

Arany Kaviár mit Chefkoch László Kanász

Babel Budapest mit Chefkoch István Veres

Borkonyha mit Chefkoch Ákos Sárközi

Costes mit Chefkoch Miguel Vieirea

Costes Downtown mit Chefkoch Miguel Vieirea

Onyx mit Chefkoch Ádám Mészaros

Pasztell mit Chefkoch Erdei János

SALT mit Chefkoch Tóth Szilárd

St. Andrea Restaurant mit Chefkoch Ádám Barna

Stand mit den Chefköchen Szabina Szulló und Tamás Széll

Stand25 mit den Chefköchen Szabina Szulló und Tamás Széll

Textúra mit Chefkoch Ákos Sárközi


Welche weiteren gastronomischen Betriebe zu den TOP 100 in Ungarn gehören, erfahren Sie im „Volkswagen Dining Guide TOP 100 Restaurantführer“. Dieser ist ab sofort im Buchhandel, in ausgewählten Zeitungsläden und an Tankstellen erhältlich.

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