Der „Tag der Ehre“ ist eines der größten und wichtigsten Vernetzungstreffen europäischer Faschisten zum Gedenken an die deutschen Wehrmachtssoldaten, Angehörigen der Waffen-SS und kollaborierenden ungarischen Truppen und Pfeilkreuzler, die am 11. Februar 1945 aus dem Belagerungsring der Budaer Burg durch die Rote Armee ausbrachen. Von den 20.000 bis 25.000 Soldaten überlebten nur wenige hundert. Organisiert worden war der „Tag der Ehre“ im Városmajor-Park in der Nähe der Budapester Burg von Légió Hungária und Hungarian Hammerskins. Zu den Teilnehmern gehörten u. a. Vertreter der deutschen rechtsextremen Szene sowie Anhänger des französischen Vichy-Regimes.

Etwa 700 Meter vom Neonazi-Aufmarsch entfernt fand eine Gegendemonstration von ebenfalls rund 500 Antifaschisten statt. Versuche, den Polizeikordon zu durchbrechen und die Neonazi-Veranstaltung mit Rauchbomben zu stören, schlugen fehl. Sie skandierten: „Nazis geht nach Hause“ und „Vaterlandsverräter“. Die Gruppen „Autonomia“ und „Antifainfo Budapest-Hun“ hatten in den sozialen Netzwerken unter dem Motto „Budapest ist kein faschistischer Versammlungsort!“ zum Widerstand gegen die Neonazis aufgerufen. Ein Teil der Gegendemonstranten waren ausländische Mitglieder der internationalen linken „Antifaschistischen Aktion“.

Die ungarische Polizei hatte die Demonstration zunächst verboten. Ein Gericht in Budapest hob das Verbot dann aber unter Berufung auf das Versammlungsrecht auf. Die Veranstaltung ging ohne Zwischenfälle zu Ende. Die Kommunalverwaltung des 1. Stadtbezirks gab sich verwundert, da durch den Aufmarsch der Neonazis das Gedenken an Tausende Menschen entehrt werde. Der Stadtbezirk organisiert vom 8.-11. Februar eigene Veranstaltungen, um an die Belagerung Budapests zu erinnern, da hier zahlreiche Menschen unter unwürdigen Verhältnissen ihr Leben verloren. Noch bis zum Dienstag sind zudem am Kapisztrán tér, Akadémia Park, Széll Kálmán tér, Széna tér und Városmajor 80 Fotos über die Tage der Schlacht um Budapest zu sehen.

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