Niemand hat mehr zur Erforschung des Schicksals österreichischer und ungarischer, aber auch deutscher Kriegsgefangener beigetragen als der weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannte Grazer Historiker Stefan Karner. Das unterstrich kein Geringerer als Dr. Csaba Szabó, Generaldirektor des Ungarischen Nationalarchivs, in seiner Laudatio aus Anlass eines besonderen Festakts in der prachtvollen ungarischen Botschaft zu Wien. Denn dort übergab S.E. Dr. Andor Nagy, Hausherr und Botschafter Ungarns in der Republik Österreich, vergangene Woche dem Historiker Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Stefan Karner das von Staatspräsident Janos Áder verliehene Ritterkreuz des Verdienstordens von Ungarn.

Der Historiker ist Gründer und ehemaliger Leiter des Ludwig Boltzmann-Instituts für Kriegsfolgenforschung in Graz und Vorstand des Instituts für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte der Karl-Franzens-Universität Graz. Mit der hohen staatlichen Auszeichnung wird laut der Verleihungsurkunde seine wissenschaftliche Tätigkeit für die Förderung und Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Ungarn gewürdigt.

Die ehrenvolle Auszeichnung sei nach den Worten von Botschafter Nagy ein würdiges Zeichen der Wertschätzung, welche Karner dafür genießt, dass er – nicht zuletzt als Ko-Vorsitzender der Russisch-Österreichischen Historikerkonferenz – durch seine vielfältigen Kontakte und Beziehungen zu den maßgeblichen russischen Archiven und Institutionen die Gewähr dafür bot und die Grundlage dafür schuf, dass dem Nationalarchiv in Budapest aus Moskau sämtliche Unterlagen über alle ungarischen Kriegsgefangenen übergeben wurden. Dabei handelt es sich um insgesamt rund 600.000 computerisiert aufgearbeitete, und teilweise gänzlich digitalisierte Datensätze mit jeweils 28 Einzelinformationen je Gefangenen.

Es ist daher nur umso folgerichtiger, dass das von Karner 1993 gegründete und bis 2018 geleitete Boltzmann-Institut und das Ungarische Nationalarchiv „besonders in russischen Fragen” weiterhin zusammenarbeiten, wie Generaldirektor Szabó und Botschafter Nagy vor den zahlreich versammelten Kollegen und Freunden aus Österreich, Ungarn sowie Deutschland hervorhoben und dem Ausgezeichneten für seine fruchtbaren wissenschaftlichen Forschungen sowie völkerverbindende Tatkraft dankten.

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