Damit sich die Entwicklung fortsetzt, muss die ungarische Wirtschaft wachsen. Dazu bedarf es der gemeinsamen Arbeit und des Dialogs zwischen Regierung und Unternehmen. Die Wirtschaft wächst seit fünf Jahren kontinuierlich, im III. Quartal lag das Wachstum bei 5% – ein Spitzenplatz unter den EU-Ländern. Die internationalen Institutionen verbessern der Reihe nach ihre Prognosen für Ungarn, zuletzt hat sich der IWF in seinem Jahresbericht anerkennend über die hiesige Wirtschaftspolitik geäußert. In dem Dokument wurden die Ergebnisse der wachstumsfreundlichen Fiskalpolitik, die Maßnahmen gegen Erwerbslosigkeit und Verletzlichkeit der Wirtschaft positiv hervorgehoben. Trotz der ständig sinkenden Steuern ist das Haushaltsdefizit des Landes niedrig. Steuersenkungen und Familienvergünstigungen werden durch das Wachstum und die hohe Anzahl der Erwerbstätigen sowie den Kampf gegen die Schwarzwirtschaft kompensiert.

Varga verwies darauf, dass sich das Wachstumstempo der Weltwirtschaft verlangsamt, deswegen sei eine der wichtigsten Fragen des kommenden Jahres, wie die erreichten Ergebnisse geschützt werden können. Die Regierung wird deswegen Anfang 2020 über einen weiteren Aktionsplan zum Schutz der Wirtschaft verhandeln. Ziel sei die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit, jedoch unter Fortführung der früheren strengen Haushaltsdisziplin. Im Zeichen der unternehmensfreundlichen Wirtschaftspolitik seien weitere Steuersenkungen und Bürokratieabbau sowie die Förderung von Entwicklungen in der Digitalisierung vorgesehen. Der erste Aktionsplan zum Schutz der Wirtschaft wurde im Mai verkündet, dieser beinhaltete u. a. die Senkung der Sozialabgabe um 2 Prozentpunkte, Steuersenkungen für Kleinunternehmen in der Kiva, eine vergünstigte Umsatzsteuer für kommerzielle Unterkünfte und Unterstützung der Unternehmen beim Bau von Arbeiterwohnheimen.

VOSZ-Präsident Tibor Tolnay zufolge sei 2019 ein erfolgreiches Jahr für die Mehrheit der Unternehmen gewesen. Er hält die weitere Steuersenkung für den KMU-Sektor, die Umstellung auf ein wissensintensives Wirtschaftsmodell sowie einen effizienteren öffentlichen Sektor für wichtig.

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