Jedes zweite Unternehmen schätzt laut DUIHK-Umfrage seine derzeitige Geschäftssituation als gut ein, nicht einmal 10 Prozent als schlecht – seit dem Frühjahr hat sich an diesen recht guten Zahlen so gut wie nichts geändert. Für das kommende Jahr fällt die Bewertung allerdings schon deutlich zurückhaltender aus: Nur noch 27 Prozent erwarten bessere Geschäfte, 32 Prozent hingegen schlechtere. Der Saldo beider Werte ist damit zum ersten Mal seit 2012 wieder negativ. Noch deutlicher zeigt sich dieser Trend bei den Erwartungen für die ungarische Wirtschaft insgesamt.


Normalisierung nach außerordentlich hohen Wachstumsraten

Laut DUIHK-Präsident András Sávos ist dies jedoch kein Hinweis auf eine drohende Rezession. „In den vergangenen Jahren hatten wir außerordentlich hohe Wachstumsraten in Ungarn. Die jetzigen Umfrageergebnisse signalisieren daher keinen wirtschaftlichen Abschwung, sondern eher eine Normalisierung und eine Verlangsamung des Wachstumstempos“, so Sávos.

Dies belegen auch weitere Ergebnisse der Studie. So wollen zum Beispiel 30 Prozent der Befragten im kommenden Jahr mehr für Investitionen ausgeben als im Vorjahr, nur 24 Prozent wollen die Ausgaben zurückfahren. Ähnlich sieht es bei den Beschäftigungsplänen aus. Fast jedes dritte Unternehmen will noch zusätzliches Personal einstellen, nur 20 Prozent planen einen Stellenabbau. „Diese Werte sind zwar schwächer als in den vorhergehenden Umfragen, kommen aber von einem sehr hohen Niveau und bedeuten unter dem Strich immer noch ein Plus“, so der Autor der Studie, Dirk Wölfer.


Spannung am Arbeitsmarkt lässt kaum nach

Weiterhin schwierig bleibt für die Unternehmen hingegen der Arbeitsmarkt. In den vergangenen 12 Monaten haben zwar 18 Prozent der Befragten eine Entspannung bei der Verfügbarkeit von Fachkräften wahrgenommen, aber etwa 30 Prozent gaben an, dass sich das Angebot an qualifizierten Arbeitskräften verschlechtert hat. 60 Prozent aller Teilnehmer erwähnten den Fachkräftemangel als einen der Risikofaktoren für die eigene geschäftliche Entwicklung.

Dies wirkt sich natürlich auf die Lohnentwicklung aus. In den vergangenen 12 Monaten haben die befragten Unternehmen die Durchschnittsverdienste um rund 10 Prozent angehoben – im Frühjahr hatten sie für das laufende Jahr noch mit 9 Prozent gerechnet. Für das kommende Jahr rechnet man aber mit einer leichten Entspannung, im Durchschnitt stellen sich die Firmen auf Lohnsteigerungen von „nur noch“ 6-7 Prozent ein.

Interessant ist ein Blick über die Landesgrenzen hinaus. Zeit- und inhaltsgleich wurden nämlich ähnliche Umfragen unter deutschen Unternehmen in über 50 Ländern von den dortigen Auslandshandelskammern durchgeführt. In der Region Mittel- und Osteuropa fällt dabei vor allem die Slowakei mit überdurchschnittlich schwachen Ergebnissen auf, generell fügt sich aber die Stimmungslage in Ungarn in einen allgemeinen europäischen Trend ein.

Die kompletten Umfrageergebnisse gibt es kostenlos auf der Homepage der DUIHK. www.duihk.hu/konjunktur

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