Die DK von Ex-Ministerpräsident Ferenc Gyurcsány rechtfertigt dies mit dem vertraulichen Charakter der Position. Allerdings wirft die Staatsanwaltschaft in einem schwebenden Verfahren Czeglédy vor, mit der illegalen bzw. nicht rechtmäßigen Beschäftigung von Schülern und Studenten Extraprofite erlangt und den Staat um Milliarden geprellt zu haben. Drei Spitzenmanager der Firma wurden bereits rechtskräftig zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, Czeglédy selbst aber noch nicht. (Seine Verurteilung zögerte die DK raffiniert heraus, indem sie den Mann auf ihre Liste zu den Europawahlen setzte. Bei den Kommunalwahlen trat Czeglédy in Szombathely als „unabhängiger“ Kandidat an und gewann ein Mandat in der Bürgerschaft.)

„Die Beauftragung von Czeglédy stärkt nicht das öffentliche Vertrauen in den vom Fidesz übernommenen Städten, sie ist ein Eigentor. Es schädigt die Glaubwürdigkeit der gesamten Opposition, wenn ein alles andere als unabhängiger Politiker mit der Durchleuchtung beauftragt wird“, schrieb die Momentum-Bewegung am Samstag und erinnerte daran, dass der Anwalt bereits vor 2010 rechtskräftig in einer Betrugssache auf Bewährung verurteilt worden war. „Das ist, als würde die Regierung den Anwalt der Familie Orbán mit einer Durchleuchtung beauftragen.“ Die DK wies die Vorwürfe zurück, da sie das seit Jahren laufende Verfahren gegen die Czeglédy-Firma als politisch motiviert bezeichnet. Der Kritik schloss sich derweil die Jobbik an, die von einer „Verhöhnung der Zusammenarbeit im Oppositionslager“ sprach. Auch die LMP zeigte sich „verstört“ und bezeichnete die öffentlichen Aufträge für die Anwaltskanzlei als „inakzeptabel“. „Es macht keinen Sinn, dass jemand Angelegenheiten der Vergabe öffentlicher Gelder überprüfen soll, der selber nicht zuverlässig ist“, schreiben die Grünen.

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