Der 1951 im rumänischen Arad geborene Zoltán Böszörményi, ein siebenbürgisch-ungarischer Dichter, Romancier, erfolgreicher Geschäftsmann und Mäzen lebt in Monaco, Budapest, Arad, Toronto und auf Barbados. Man könnte ihn auch einen Weltbürger nennen.


Ins Exil geprügelt

Sein erster Gedichtband, Auf Strudels Flügeln, erschien 1979, der zweite, Titelvorschläge, 1981 gleichfalls in Bukarest: „Was”, so berichtet der Autor, „was nach sich zog, dass ich von einem auf mich einprügelnden Vernehmungsoffizier gefragt wurde, ob ich schon einmal einen tödlich ausgehenden Verkehrsunfall gesehen hätte. Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, daß ich binnen weniger Augenblicke zum Amokläufer geworden bin. Ich machte mich auf den Weg zur damaligen jugoslawischen Grenze.“ Dem folgte sein Exil in Kanada.

Die Erlebnisse seiner Flucht und die Anfänge des Exils hat er in dem 2017 im Mitteldeutschen Verlag erschienenen Roman „In den Furchen des Lichts“ sowie in „Weicher Körper der Nacht“, einem spannungsgeladenen Liebes- und Kriminalroman, aufgearbeitet. Auf Deutsch soll „Weicher Körper der Nacht“ im kommenden Herbst veröffentlicht werden.


Balletttänzer und Philosoph

In ungarischer Sprache erschienen mehrere Gedicht- und Erzählbände sowie vier Romane. Seine Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. 2012 erhielt er in Ungarn den renommierten Attila-József-Literaturpreis, 2018 den höchst anerkannten Babérkoszorú (dt.: Lorbeerkranz).

In Rumänien hat Böszörményi eine Ausbildung als Balletttänzer absolviert, in Kanada Philosophie studiert. Letzteres spiegeln auch seine Gedichte. Seelische Anspannung und emotionales Engagement wechseln zwischen Anschauung und Reflexion. Das Ich will über sich und die Welt Klarheit gewinnen.


Beinahe-Flugzeugabsturz überlebt

Nachdem man einen Beinahe-Flugzeugabsturz überleben durfte, geht das Leben irgendwie weiter. Aber wie? Das Trauma äußert sich auf verschiedene Weise. Bei Böszörményi flüchtet es sich in ein Langgedicht: Notlandung in Shannon.

Der vorliegende Lyrik- und Erzählband trägt den vielsagenden Titel „Notlandung“. Alles, was er schreibt, gleicht letztendlich einer Notlandung in Vergangenheit und Gegenwart, um Erlebtes, Gelesenes, Gehörtes und Gedachtes zu verarbeiten. In seinen Gedichten und Erzählungen versucht Zoltán Böszörményi, menschliche Not und das Hineingeraten in Leid und Enttäuschung, Wahrheitssuche und Sinnfindung literarisch einzufangen.


Sinn- und Identitätssuche

Ein Zyklus ist der Erinnerung an Große unserer Kultur, der Verneigung vor ihnen gewidmet: Imre Kertész, Paul Celan, Dante, Péter Esterházy, Hemingway, György Konrád, Thomas Mann, Michelangelo, Petrarca, Raffaello, John Updike, Vergil, Nikola Tesla, den Erfinder des Rundfunks, und Leonardo da Vinci.

Im Mittelpunkt von Böszörményis tiefschürfenden Gedichten und Erzählungen stehen Liebe und Tod, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Freundschaft und Verrat, mit einem Wort, die Schönheit und Hässlichkeit des Lebens, Sinn- und Identitätssuche, das Leben des Dichters, das letztlich auch unser Leben ist.

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In seinen Gedichten und Erzählungen versucht Zoltán Böszörményi, menschliche Not und das Hineingeraten in Leid und Enttäuschung, Wahrheitssuche und Sinnfindung literarisch einzufangen.

SOHA VÉGET NEM ÉRŐ SZERETKEZÉS


undorodom a megbízhatatlan korrupciótól

mely megrészegít öl butít és nyomorba dönt

a korrupció legyen bátor szellemes

legyen nemes gondolatébresztő

legyen képzelőereje

legyen olyan mint a tűzvész

pusztítson el mindent

hogy a mindent újra lehessen építeni

legyen megismételhető

a pozitív erők koncentrációja

ellene semmit se tehess

(az igazság úgyis értelmi nem érzelmi cselekedet)

a korrupció legyen indulatos lelkes urbánus

virágoztassa fel a köztársaságot

mellőzzön érvet közömbösséget ábrándot

legyen káprázatos csillogó mindent magával ragadó

mint egy megáradt dél-amerikai folyó

aforisztikus leleplező de indiszkrét

Delila ne törje meg soha Sámson erejét

Cicerót büntetlenül szabadjon olvasni

legyen végtelen gyönyör

soha véget nem érő szeretkezés

legyen Érosz

a látványosság kirakata

kegyetlen vágy a töprengés küszöbén

termékeny sivatag ragadozó növény

forró valóság a zsarnokság ellentéte

totális történelmi tévedés

emlékeztessen Tacitusra Rómára Jeruzsálemre

Arisztotelészre a mindenkori történelemre

szeresse Machiavellit az izgalmas perverzitást

imádja Kantot logikája ne satnyuljon el soha

a korrupció legyen szentimentális megnyerő

pártütők között a legvulgárisabb pártütő

a vadak vadja

közönyt üldöző

a biztos pont mely kifordítja sarkából a világot

(mert ki szereti a bizonytalanságot)


NICHT ENDEN WOLLENDER LIEBESAKT


bin angewidert von leichtfertiger korruption

die trunken macht tötet verdummt ins elend stürzt

korruption soll mutig geistreich sein

edel gedankenanregend

phantasiebildend

soll wie eine feuersbrunst sein

alles vernichten

um es wieder aufzubauen

soll wiederholbar sein

gegen die konzentration positiver kräfte

sollst du nichts ausrichten können

(gerechtigkeit ist ohnehin rationales

kein emotionales handeln)

korruption soll reizbar sein beseelt urban

soll die republik aufblühen lassen

argumente gleichgültigkeit schwärmereien meiden

soll phantastisch sein schillernd

alles mit sich reißend

wie ein angeschwollener südamerikanischer strom

aphoristisch entlarvend doch indiskret

Delilah soll Samsons kraft nicht brechen

Cicero soll ungestraft lesen dürfen

soll sein unendliche wollust

nicht enden wollender liebesakt

Eros soll sein

das aushängeschild der sehenswürdigkeit

grausames verlangen

an der schwelle des grübelns

fruchtbare wüste fleischfressende pflanze

hitzige wirklichkeit gegensatz zur tyrannei

totaler historischer irrtum

soll erinnern an Tacitus Rom Jerusalem

Aristoteles an die jeweilige geschichte

soll Machiavelli lieben die aufregende perversion

für Kants logik schwärmen niemals verkümmern

korruption soll sentimental sein

unter sympathischen rebellen

der vulgärste rebell

gleichgültigkeit verfolgend

ein sicherer punkt

der die welt aus den angeln hebt

(denn wer mag schon unsicherheit)

Konversation

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