„Zwar sind heute 60 Prozent der ungarischen Universitätsabsolventen Frauen, in der Physik jedoch nur jede vierte, im Maschinenbau und in der Fahrzeugbranche nur jede sechste. In der Elektronik sieht es noch düsterer aus, hier kommt auf 13 Männer nur eine Frau“, erklärte András Sávos, DUIHK-Präsident und Geschäftsführer der Knorr-Bremse Vasúti Járműrendszerek Kft., bei der feierlichen Eröffnung der Veranstaltungsreihe am Dienstag in der Sporthalle von Gastgeber ELMŰ-ÉMÁSZ, wo die Veranstaltung in Budapest stattfand. Am Mittwoch trommelten die DUIHK-Aktivisten dann in Miskolc und am Donnerstag in Pécs für mehr weibliches Personal in technischen Berufen.

In den drei Städten nahmen jeweils 12 bis 20 deutsche und ungarische Unternehmen und Bildungsinstitute an der interaktiven Ausstellung teil, um den anwesenden Mädchen technische Berufe und vor allem den Spaß daran nahezubringen. Insgesamt nahmen an allen drei Orten weit über Tausend interessierte Schülerinnen teil. Zum festen Bestandteil jeder Veranstaltung gehörten wieder Podiumsgesprächen, bei denen erfolgreiche Managerinnen und Ingenieurinnen von ihren beruflichen Erfahrungen berichten.

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Mit der Messe soll auch das Interesse von Mädchen auf Karrieremöglichkeiten im Inland gelenkt werden. (Foto: BZT / Jan Mainka)


„Indem Frauen motiviert werden, eine Berufskarriere auf technischen Gebiet einzuschlagen, wird zugleich etwas gegen den auf diesem Gebiet herrschenden, immer eklatanteren Fachkräftemangel getan“, erklärte Silke Janz, Geschäftsführerin der Penny Market Kft. gegenüber der Budapester Zeitung. Gleichzeitig möchten die deutschen Firmen mit ihrer Initiative aber auch etwas gegen die Abwanderung beziehungsweise für die Rückwanderung tun. „Wir möchten den ungarischen Jugendlichen deutlich machen, was für attraktive Karrieremöglichkeiten es in ihrer Heimat gibt“, so die Top-Managerin, die zugleich auch zum engeren Organisationsteam der populären Roadshow gehört. Sie ist sich sicher, dass die Veranstaltungsreihe in den kommenden Jahren auf jeden Fall fortgesetzt werde. „Es handelt sich um eine langfristige Investition in den Wirtschaftsstandort Ungarn.“

„Die Initiative hilft den Jugendlichen bereits früh bei der Berufsorientierung. Deswegen nimmt innogy/ELMŰ-ÉMÁSZ am Programm teil“, unterstrich wiederum Marie-Theres Thiell, Vorstandsvorsitzende der ELMŰ-ÉMÁSZ-Gruppe, DUIHK-Vizepräsidentin und zum dritten Mal Gastgeberin der Budapester TechGirls-Veranstaltung. „Ich ermutige die Mädchen, sich an den Frauen ein Beispiel zu nehmen, die einen sogenannten Männerberuf gewählt haben und sich dort als Führungskraft bewähren.“ Frauen könnten sich in allen technischen und wissenschaftlichen Bereichen nicht nur in Ungarn, sondern auf der ganzen Welt eine hervorragende Karriere aufbauen, unterstrich die Vorstandsvorsitzende.

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Umweltfreundlich: Gastgeberin Marie-Theres Thiell und Justizministerin Judit Varga erzeugen am Stand der ELMŰ-ÉMÁSZ-Gruppe Strom zum Braten von Eierkuchen. (Foto: DUIHK / Csaba Pelsőczi)

Mittlerweile wird dieser Einsatz deutscher Unternehmen für Ungarn auch immer stärker von der hiesigen Politik geschätzt und unterstützt. Bei der Budapester Auftaktveranstaltung waren – neben der symbolischen Schirmherrschaft durch Innovationsminister László Palkovics – gleich zwei hochrangige Vertreter der ungarischen Regierung persönlich zugegen: Justizministerin Judit Varga und László György, Staatssekretär im Innovationsministerium.

„Die Hälfte der Weltbevölkerung sind Frauen, dennoch sind sie in technischen Bereichen unterrepräsentiert“, unterstrich die Ministerin bei ihrer Ansprache. Dabei bestimme die Technik, wie unsere Zukunft beschaffen sein wird. Deswegen sei es wichtig, dass auch die Frauen die Zukunft mitgestalten. „Traut Euch, in allen Berufen Großes zu erträumen”, appellierte die Justizministerin an die Schülerinnen.

László György versuchte wiederum, dem weiblichen Publikum technische Karrieren schmackhaft zu machen, in dem er seine Vortragszeit nutzte, um kurz einige Frauen vorzustellen, die es auf dem Gebiet von Wissenschaft und Technik zu Weltruhm gebracht hatten. Unter anderem präsentierte er die Erfinderinnen des Scheibenwischers, der Geschirrspülmaschine und von wegwerfbaren Windeln. In seine Kurzauswahl hatte er auch eine Nobelpreisträgerin und eine Kosmonautin aufgenommen.

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Staatssekretär László György und Justizministerin Judit Varga am Stand von Siemens.
Konversation

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