In der ersten Festrede betonte André Kuper, Präsident des Landtags, dass die ungarische Haltung, die Grenzen für DDR-Bürger zu öffnen, ein nicht zu unterschätzender Faktor auf dem Weg zur deutschen Einheit gewesen sei. „Den ersten Stein der Mauer haben die Ungarn ausgeschlagen. Unser Land ist und bleibt Ungarn dafür dankbar! Nun leben wir in einem vereinten, freien und demokratischen Europa.“ Er wies auf neue Herausforderungen hin, die beide Länder noch gemeinsam zu meistern haben.


Dank für Pflege der deutsch-ungarischen Beziehungen

Peter Heidrich, Präsident der Gesellschaft, bedankte sich eingangs bei seinem Vorredner dafür, dass diese Begegnung stattfinden konnte. „Einen besonderen Dank aber auch an alle Damen und Herren dieses hohen Hauses, die schon seit Jahren in Würdigung des Vertrags über die freundschaftliche Zusammenarbeit und europäische Partnerschaft vom 6. Februar 1992 auf wirtschaftlichem, kulturellem, sozialem und politischem Gebiet, die Beziehung zwischen Ungarn und Deutschland pflegen.“

Generalkonsul Balázs Szegner bedankte sich beim Präsidenten Heidrich, Vizepräsidenten Horst Westkämper – Landtagsabgeordneter und Vorsitzender der Visegrád-Gruppe a.D. – sowie Geschäftsführer Dr. Alfred Graf Apponyi für die Gelegenheit, miteinander feiern zu können. Die Zusammenarbeit mit dem bevölkerungsreichsten Bundesland soll weiter verstärkt werden, wozu alle Möglichkeiten wahrzunehmen sind.


Wichtigkeit der nationalen Identität

Kanzleramtsminister Dr. Gergely Gulyás hob in seiner Rede unter anderem hervor, dass Kommunismusgegner Unterdrückungsgegner, also Freiheitskämpfer gewesen seien, die den „Geschmack der Freiheit“ genießen wollten. Des Weiteren betonte er die Wichtigkeit der nationalen Identität und wies auf die starken Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn hin. „Die Jahre 1989-1990 hatten historische Bedeutung mit Blick auf die künftige demokratische Entwicklung Europas. Unsere Länder sind seit über Tausend Jahren kulturell und wirtschaftlich eng verbunden.“ Einen besonderen Dank sprach er auch den Gründerinnen und Gründern des Ungarischen Malteser Hilfsdienstes aus.

Gründungsmitglied Beatrix Bäume erklärte den Gästen im Anschluss die historischen Ereignisse von damals. Ohne die Malteser wäre die DDR-Flüchtlingskrise nicht zu bewerkstelligen gewesen. „Die Arbeitsweise der Osteuropahilfe, jedem Projekt einen Paten zuzuteilen, der durch persönliche Verbindung vor Ort, den Einsatz von Spendengeldern verantwortet, macht das Besondere unserer Organisation aus“, erklärte sie.

Konversation

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