Ministerpräsident Viktor Orbán stellte klar, einem Bevölkerungstausch könne man nicht zustimmen, wie auch das grüne Argument unsinnig sei, die Erde würde mit der Geburt von weniger Kindern besser fahren. Die von seiner Regierung verfolgte Familienpolitik wird dann am Wendepunkt angelangt sein, wenn Familien mit Kindern ein besseres Lebensniveau als solchen ohne Kinder garantiert werden könne. Das ungarische Modell sei verfassungsrechtlich verankert, um Gerichte vor familienfeindlichen Urteilen zu bewahren und die Einflussnahme der häufig familienfeindlichen NGO auf die Entscheidungsfindung des Staates abzuwehren.

Orbán bezeichnete Serbien und Tschechien als Partner der ungarischen demographischen Politik, drückte den Österreichern die Daumen und brachte seine Hoffnung für einen erfolgreichen Ausgang der Entwicklungen in Italien zum Ausdruck. In der Welt hochtrabender politischer Salons in Europa würden 9 von 10 Meinungen darauf hinauslaufen, Ungarn könne die angestrebte Reproduktionsrate von 2,1 niemals erreichen. Das hätten diese Kreise aber auch früher geglaubt, und dennoch schickte Ungarn den IWF nach Hause, führte die Bankensondersteuer und die Wohnnebenkostensenkung ein, besteuerte die Multis, schuf 1 Mio. Arbeitsplätze binnen zehn Jahren und stoppte die Migranten, zählte Orbán auf. Aus seiner Perspektive ist der Bevölkerungsschwund keine Eigenart der christlichen Zivilisation, sondern eine allgemeine Erscheinung in Europa, das sich von den Verlusten in zwei Weltkriegen nie erholen konnte.

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