Sie ist eine der ältesten Städte des Landes. Bereits im 10. Jahrhundert wurde das Erzbistum Esztergom zur Hauptstadt Ungarns ernannt. Direkt neben dem großen Dom entstand auf dem Burgberg der Königspalast. Im Jahre 1000 wurde der erste ungarische König, Stephan I., in Esztergom gekrönt. Sie blieb die wichtigste Stadt des Landes, bis sie im 13. Jahrhundert bei einer Belagerung zerstört und von Budapest abgelöst wurde. Heute sind sowohl König Stephan I. als auch die Esztergomer Kathedrale auf dem Zehntausend-Forint-Schein verewigt.

Die wohl schönste Anreise in die nördliche Stadt hat man mit dem Schiff, das täglich um 10 Uhr für 5.300 Forint von Budapest aus über Szentendre, Vác und Visegrád am Donauknie entlang bis nach Esztergom fährt. Wer eine günstigere Alternative bevorzugt, kann für 1.120 Forint den Zug vom Budapester Westbahnhof (Nyugati pályaudvar) nach Esztergom nehmen. Dieser fährt zweimal stündlich ab.


Sankt-Adalbert-Kathedrale

Der klassizistische Dom ist das Highlight und Wahrzeichen Esztergoms. Kommt man aus der Esztergomer Innenstadt, so geht es durch einen Waldpark zu dem mächtigen Gebäude auf den Burgberg hinauf. Die Kathedrale darf sich mit 5.600 Quadratmetern als die größte Kirche Ungarns bezeichnen. In dem Gelände um den Dom herum gibt es kleine Cafés, Statuen und Bänke zum Entspannen.

Da die Kirche über der Donau thront, die als natürliche Ländergrenze zwischen der Slowakei und Ungarn verläuft, gibt es von hier aus einen atemberaubenden Ausblick zu genießen. Neben der Esztergomer Altstadt und der grünen Natur im Umland reicht der Blick bis weit in die slowakische Hügellandschaft.

Die Geschichte des Gotteshauses geht bis ins 13. Jahrhundert zurück, noch heute ist sie der Hauptsitz der katholischen Kirche in Ungarn.

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Der Esztergomer Marktplatz.


In ihrem prunkvoll mit Mamor und Gold verzierten Innenraum gibt es unter anderem Meisterwerke von italienischen und ungarischen Künstlern zu sehen sowie eine gewaltige Orgel, deren Pfeifen bis zu elf Meter groß sind. Außerdem können Besucher die Schatzkammer besichtigen, die unter anderem eine Sammlung bedeutender Goldschmiedearbeiten aus dem Besitz ungarischer Könige beherbergt. Wem der Ausblick vom großen Kathedralenplatz aus nicht genügt, kann für 800 Forint auf die Aussichtsplattform der Kuppel hinaufsteigen. Ebenfalls zu besichtigen gibt es auf dem Berg die antiken Gemäuer des Königspalastes, den Stephan I. errichten ließ.


Umwelt- und Wassermuseum Esztergom

Ein Museum über Wasser klingt zunächst wenig spektakulär. Doch tatsächlich bietet das Esztergomer Umwelt- und Wassermuseum einen spannenden Einblick in die Beziehung von Mensch und Natur. Es geht um naturhistorische Ereignisse, wie beispielsweise Fluten, Dürre- oder Regenzeiten, und darum, wie Menschen diese versucht haben, zu regulieren. Ein interaktiver Ausstellungsteil beschäftigt sich mit den physikalischen Eigenschaften von Wasser, zum Beispiel welche Kraft es entwickeln kann. Kinder können hier in kleinen Testbahnen mit Wasser experimentieren. Zu sehen sind außerdem die Archimedes-Wasserspirale und Luftaufnahmen ungarischer Gewässer. Das Museum ist täglich außer dienstags von 9 bis 17 Uhr geöffnet.


Markt an der kleinen Donau

Zwar ist Esztergom offiziell eine Stadt, sie überzeugt allerdings mit einem entspannten Dorfcharme. Cafés säumen den klassizistischen Marktplatz, den ein Springbrunnen ziert. Inmitten der kleinen, bunten Häuschen der Innenstadt fließt parallel zur Donau eine Flußabzweigung, die kleine Donau oder ungarisch Kis-Duna genannt. Entlang ihres Ufers führt eine Promenade an historischen Gebäuden und bepflanzten Mauern vorbei.

In dieser idyllischen Atmosphäre finden regelmäßig Wochenmärkte statt, bei denen besonders Feinschmecker auf ihre Kosten kommen. Von verschiedenen Käsesorten bis hin zu ungarischer Paprikasalami, Honig und lokalen Weinsorten gibt es hier vieles, das die Geschmacksnerven in Entzückung versetzt. Auch eine große Auswahl an Ständen mit Handwerkskunst und Souvenirs ist auf dem Markt zu finden.


Eine Brücke, zwei Länder

Die 514 Meter lange Maria-Valeria-Brücke verdankt ihren Namen der österreichisch-ungarischen Prinzessin Maria Valeria. Sie kam 1868 als einziges Kind des Kaiserpaars Franz Joseph I. und Elisabeth in Ungarn zur Welt.

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Von nahezu jedem Platz in der Stadt ist der 100 Meter hohe Dom zu sehen.
Seit der Eröffnung der Brücke im Jahre 1895 musste sie schon einiges über sich ergehen lassen. Denn sie wurde zuerst im Jahre 1919 bei einem Unfall zerstört und anschließend wiederaufgebaut, um im Kriegsjahr 1944 beim Rückzug deutscher Truppen ein zweites Mal gesprengt zu werden. 2001 wurde sie schließlich erneut wiedereröffnet.

Nur ein Schild weist darauf hin, dass die Brücke auch die Landesgrenze markiert. Wer sich in Esztergom befindet, kann in weniger als einer halben Stunde einen kleinen Spaziergang in die slowakische Stadt Štúrovo unternehmen. Die Schwesterstadt ist historisch und kulturell eng mit Esztergom verknüpft. Da sie bis 1918 zu Ungarn gehörte, sind 6.000 der knapp 11.000 Einwohner Magyaren. Neben Slowakisch wird in Štúrovo auch Ungarisch gesprochen.


Ungarische Klassiker

Am Fuße der Esztergomer Kathedrale liegt das Restaurant Next. Ein Rundbogentor lädt auf eine gemütliche, mit Efeu bepflanzte Terrasse mit hölzernen Sitzecken ein. Für kleines Geld werden Besucher hier mehr als satt. Auf der ins Deutsche übersetzten Speisekarte stehen beispielsweise Rippchen mit Kartoffelbrei, frittiertes Gemüse mit gebackenem Camenbert oder Fleischplatten mit mehreren Spezialitäten. Hauptgerichte gibt es ab sieben Euro.

Wer eher Appetit auf Süßes hat, findet direkt um die Ecke die Múzeum Cukrászda. Die in einem Gewölbekeller befindliche Konditorei hat von Sachertorte bis Rührkuchen etliche Gebäcke im Angebot. Dazu gibt es verschiedene Limonaden und auch Baumstriezel mit Eis oder Sahne. Von der Terrasse aus kann man gut das bunte Treiben in der Altstadt beobachten und so den Tag in Esztergom gemütlich ausklingen lassen.

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