Wie wurden Sie zum Oppositionellen?

Als Kind dachte ich, der Sozialismus sei etwas Schönes. Meine Mutter behandelte als Zahnärztin viele ihrer Freunde, die anfangs an der kommunistischen Bewegung teilnahmen. Mehrere wurden zu Beginn der 50er Jahre verhaftet. Sie kamen 1953 aufgrund des liberalen Kurses von Imre Nagy wieder frei und berichteten uns von ihren schrecklichen Erlebnissen im Zuchthaus und bei der Staatssicherheit. Das erschütterte mich als Vierzehnjähriger. Deshalb begeisterte ich mich 1956 für den Aufstand. Als ich dann im Schlaf von den Flugzeugen der einfallenden sowjetischen Truppen geweckt wurde und fürchtete, dass gleich eine Bombe aufs Haus fallen könnte, war ich sicher, dass ich keinesfalls Anhänger des Kommunismus werden kann. Im Februar 1957 stellten wir zu zweit mit meinem Schulfreund Péter Kovács, der später Kunsthistoriker wurde, Flugblätter gegen die sowjetische Besatzung her, die wir auf Telefonzellen klebten. Ihre Herkunft ließ sich leicht zurückverfolgen und wir wurden festgenommen. Zum Glück leitete die Staatsanwaltschaft kein Gerichtsverfahren ein und nach zwei Monaten Untersuchungshaft konnte ich meine Ausbildung fortsetzen. Das war meine erste oppositionelle Aktion.


Wie entwickelte sich Ihre politische Tätigkeit bis 1989?

Während und nach der Universität hielt ich mich schlicht von allen Parteiorganisationen fern und gehörte auch nicht der kommunistischen Jugend an. In dem Verlag, in dem ich anschließend arbeitete, waren die meisten Angestellten systemkritisch ohne zu wissen, was man tun könne. Einige von ihnen gehörten auch der Partei an; nicht aus Überzeugung, sondern aus Karrieregründen. 1970 machte ich schließlich die Bekanntschaft mit den Studierenden von Georg Lukács, die den Marxismus – entgegen gängiger Vorstellungen – als Freiheitsphilosophie begriffen. Ich gehörte schnell zu ihrem engeren Kreis, aus dem später führende Vertreter der demokratischen Opposition hervorgehen sollten. Wir setzten uns mit marxistischen Fragen der Revolution und der Veränderung des bestehenden Systems auseinander. Ab 1972 veranstaltete ich in meiner Wohnung Seminare zur Ästhetik. Diese Szene stellte eine Subkultur der kritischen Intelligenz ohne irgendeine politische Tätigkeit dar, was sich 1979 änderte, als wir Unterschriften für eine Petition gegen die Verhaftung und spätere Verurteilung von Vaclav Hável und seiner Freunde aufgrund der Charta 77 sammelten. Die erste wurde von 34, die zweite von 250 Personen unterzeichnet, darunter auch viele bekannte Leute, was für damalige Verhältnisse und angesichts der Brisanz des Themas, sehr viel war. Deswegen verlor ich meine Stelle im Buchverlag und wurde zum „Berufsrevolutionär“.

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Ferenc Kőszeg wurde aufgrund seiner oppositionellen Tätigkeiten als Redakteur entlassen und arbeitete für ein paar Jahre als einfacher Buchhändler. Die Aufnahme entstand 1982. (Foto: koszegferenc.hu)

Damit konnte man ohne Partei aber kein Geld verdienen, oder?

Nein, um meine Kinder zu ernähren, besorgte ich mir eine andere Arbeit. Damit sie ihren Platz im Kindergarten des Buchwesens behalten konnten, bewarb ich mich trotz meines Universitätsdiploms als einfacher Verkäufer in einem Buchladen. Ich hatte noch Glück – denn mein Name war einigen durch die oppositionellen Tätigkeiten bekannt –, dass die Tochter der Personalchefin zufällig in den gleichen Kindergarten ging wie mein Sohn und in diesen verliebt war. Die Protektion meines Dreijährigen verhalf mir also zu der Stelle!

Ein Leben in der Opposition

Bereits als Gymnasiast beteiligte sich Ferenc Kőszeg (*1939) an Diskussionen des Petőfi-Kreises (Petőfi Kör). Von 1957 bis 1962 studierte er ungarische und klassische Philologie an der Eötvös-Loránd-Universität Budapest. 1963 bis 1975 war er im Verlag „Szépirodalmi Kiadó“, von 1975 bis 1980 im Europa-Verlag als Redakteur tätig. Ab 1980 engagierte er sich für den Armenhilfefonds (Szegényeket Támogató Alap; SZETA). Ab 1981 war er an der von ihm mitgegründeten Untergrundzeitschrift „Beszélő“ (Sprecher) beteiligt. Er verfasste auch selbst viele Beiträge, in denen er vor allem Menschenrechtsfragen thematisierte. 1982 gab er die Samisdat-Anthologie „Feketében“ (In Schwarz) heraus. Von 1982 bis 1984 arbeitete er als Verkäufer in einer Buchhandlung, ab 1986 verdiente er seinen Lebensunterhalt als Deutschlehrer. Zur Parlamentswahl 1985, bei der erstmals Kandidaten einer sogenannten Bevölkerungsliste aufgestellt werden durften, traten dank Kőszegs Initiative auch Vertreter der Opposition an (László Rajk, Gáspár Miklós Tamás, Ferenc Langmár und Tamás Bauer).

1985/86 weilte er zu einem Forschungsaufenthalt an der New School for Social Research in New York, hielt an den Universitäten Columbia und Berkeley Vorlesungen zu den politischen Reformen in Osteuropa und zu den ungarischen Parlamentswahlen. Gemeinsam mit Sándor Szilágyi gründete er das Samisdat-Archiv. 1986 sammelte Kőszeg in Prag und Warschau Unterschriften polnischer, ungarischer, tschechischer, slowakischer und ostdeutscher Bürgerrechtler für eine Erklärung zum 30. Jahrestag der Ungarischen Revolution von 1956. Nach der Rückkehr aus Warschau zogen die Behörden seinen Pass ein. Kőszeg bat daraufhin im „Beszélő“ alle diejenigen um Kontaktaufnahme, denen ebenfalls die Pässe abgenommen worden waren. Als Ergebnis veröffentlichte er 1987 ebenfalls im „Beszélő“ eine Studie, in der er zeigte, wie die Herrschenden die Reisefreiheit beschränkten und die Menschen daran hinderten, das Land zu verlassen. Im Juli 1988 trat er dann aus Protest gegen die Beschränkung der Reisefreiheit gemeinsam mit acht anderen Bürgerrechtlern in einen neuntägigen Hungerstreik, der damit endete, dass den Teilnehmern Pässe ausgestellt wurden.

Im Januar 1988 organisierte Kőszeg eine Postwurfaktion, in der auf Flugblättern aufgerufen wurden, aus den offiziellen Gewerkschaftsverbänden auszutreten. Er gründete eine unabhängige Rechtshilfeorganisation, welche die Verletzung von Bürgerrechten durch den Staat dokumentieren, und den von solchen Bürgerrechtsverstößen betroffenen Personen helfen sollte. Auch an der Entstehung des Netzes Freier Initiativen, das die oppositionellen Aktivitäten ab Mai 1988 koordinierte, war Kőszeg beteiligt. Bereits im August desselben Jahres kam Kőszeg zu dem Schluss, das Netzwerk müsse in eine selbstständige politische Organisation umgestaltet werden. Gemeinsam mit Bálint Magyar und Miklós Szabó ergriff er die Initiative zu einer Vollversammlung der Mitglieder des Netzwerkes, in deren Ergebnis am 13. November 1988 die Partei „Bund Freier Demokraten“ (Szabad Demokraták Szövetsége; SZDSZ) gegründet wurde. 1988 war Kőszeg Mitglied des Landesrates, bis Dezember 1990 Sprecher der Partei. Er war auch einer der Gründer des Helsinki-Komitees für Menschenrechte, das am 19. Mai 1989 in Ungarn seine Tätigkeit aufnahm.

Zwei Legislaturperioden lang, von 1990 bis 1998, war er Abgeordneter für den SZDSZ im ungarischen Parlament. Er war Fraktionssprecher, saß im Parlamentsausschuss für Nationale Sicherheit und bekleidete von 1996 bis zum Ende der Legislatur die Funktion des stellvertretenden Präsidenten des Ausschusses. Als Parlamentsmitglied war Kőszeg an der Erarbeitung von Gesetzen beteiligt, die unter anderem die Kompetenzen des Ombudsmanns für Menschenrechte und der Polizei sowie die Kontrolle hoher staatlicher Funktionsträger betrafen. Zu seinen Arbeitsbereichen gehörten auch die Einsetzung eines Amts für Geschichte (das die Ressourcen des Innenministeriums erforschen sollte), die Gesetze zur nationalen Sicherheit, welche die Arbeit der Geheimdienste regulierte, sowie das Asyl- und Flüchtlingsrecht. 1998 kandidierte er nicht mehr.

Bis Ende 2006 war er Vorsitzender des Ungarischen Helsinki-Komitees, seitdem ist er „Alt-Vorsitzender“ der Organisation. Er ist weiterhin publizistisch tätig und veröffentlichte drei Sammlungen von Artikeln, publizistischen und autobiografischen Schriften: Lehetőségek kényszere („Zwang des Möglichen“) 2000, K. történetei („Die Geschichten von K.“) 2009 und Múltunk vége („Das Ende unserer Vergangenheit“) 2011. Seine Schriften der letzten zwanzig Jahren sind im Internet zu finden unter: koszegferenc.hu

Er hat drei Kinder und drei Enkelkinder.

Der Text basiert auf einem Text von Sándor Szilágyi, aus dem Polnischen von Gero Lietz, Quelle: dissidenten.eu

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„Wir arbeiteten aus, was für ein Ausgleich zwischen kommunistischer Macht und Demokratie möglich wäre.“ (Foto: BZT / Nóra Halász)

1981 zählten Sie zu den Gründern der Samisdat-Zeitschrift Beszélő (Sprecher). Wie kam es dazu?

Die ungarische Opposition orientierte sich damals sehr stark am polnischen Beispiel der Solidaritätsbewegung Solidarność. Ende 1980 diskutierten wir, ob die Herausgabe einer Samisdat-Zeitschrift so wie in Polen sinnvoll sei. Auch ich sprach mich schließlich dafür aus. Im Dezember 1981 erschien die erste Ausgabe des Beszélő, gerade als General Jaruzelski das Kriegsrecht in Polen verhängte und die Solidarność vor ihrem Aus zu stehen schien. Manche führenden Köpfe der demokratischen Opposition vertraten die Ansicht, dass auch wir unsere Aktivitäten abbrechen sollten, denn in den nächsten fünfzehn Jahren gäbe es keine Hoffnung auf Veränderungen. János Kis, der zwar nicht formell, aber de facto unser Chefredakteur war, argumentierte dagegen: Nicht zum dritten Mal unterdrückten Armeetruppen eine Volksbewegung, vielmehr sei dies die erste Repression, die nicht vollständig gelang. Im Gegensatz zu Ungarn 1956 und der Tschechoslowakei 1968 wurde die Solidarność nicht vernichtet. Außerdem schlussfolgerte Kis, dass es für eine Volksbewegung nicht ausreiche, bei Ausbruch einer Krise mit der offiziellen Macht zu verhandeln. Sie müsse stattdessen bereits ein Verhandlungsprogramm parat haben, das die Forderungen der Bewegung zusammenfasse. Dies wurde von 1982 bis 1988 zur Hauptlinie des Beszélő. Wir arbeiteten aus, was für ein Ausgleich zwischen kommunistischer Macht und Demokratie möglich wäre. Nicht, weil wir das kommunistische Regime akzeptierten, sondern weil wir annahmen, dass wir das sowjetische Imperium nicht zum Einsturz bringen konnten. Allerdings konnten wir uns auf die Situation vorbereiten, wenn Staat und Partei in ökonomische Schwierigkeiten geraten und Verhandlungen mit ihnen möglich sein würden. Natürlich gab es daneben auch viele andere Themen in der Zeitschrift.

Zentrum der demokratischen Opposition

„Samisdat“ kommt aus dem Russischen самиздат und bedeutet soviel wie „Selbstverlag“. Auf einem Gedichtband von Nikolaj Glaskow 1953 wurde der Begriff erstmals als Parodie auf offizielle Verlagsangaben verwendet, die bei dieser Ausgabe fehlten. Er wurde zum Sammelbegriff für Publikationen, erst in Russland, später im ganzen Ostblock, die ohne offiziellen Verlag gedruckt, abgetippt oder mit Hilfe von Blaupapier-Durchschlägen mühselig kopiert wurden. Die Ausgaben wurden von Hand zu Hand weitergereicht, und oft als antisowjetische oder antisozialistische Agitation und Propaganda verfolgt. Die Samisdat-Schriften der Dissidenten wurden auch ins Ausland geschmuggelt, beispielsweise Berichte über Menschenrechtsverletzungen, und dort von Verlagen gedruckt, was den Begriff „Tamisdat“ (Dortverlag) prägte.

Die ungarische Untergrund-Zeitschrift Beszélő wurde 1980 gegründet, 1981 erschien die erste Ausgabe. Der Name der Zeitschrift bedeutet „Besuchszeit“ (wörtlich: der Sprecher, aber auch „Sprechzeit“, das heißt die Zeit, die einem Häftling im Gefängnis zur Verfügung steht, um mit Angehörigen zu sprechen). Das Beszélő-Umfeld bildete von Anfang an ein äußerst aktives Zentrum der demokratischen Opposition.

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Redakteure von Beszélő: Ottila Solt, György Petri, Miklós Haraszti, Ferenc Kőszeg, Sándor Szilágyi und János Kis. (Foto: László Lugó Lugosi / koszegferenc.hu)

Beszelő war die erste Samisdat-Publikation, bei der die Mitglieder unter ihrem echten Namen schrieben, war das nicht gefährlich?

Wir vertraten den Standpunkt, dass Öffentlichkeit eher schützt als gefährdet. Geheim war nur die Werkstatt, wo die Vervielfältigung geschah und das Lager, wohin die Exemplare gebracht wurden. Nicht einmal die Redakteure kannten die Adressen; bis auf drei oder vier, die unmittelbar an Herstellung und Transport beteiligt waren.


Wo war die Redaktion?

Beszélő hatte in den achtziger Jahren keine Redaktion und so fanden die Redaktionssitzungen wöchentlich hier in unserer Wohnung statt. Später trafen wir uns bei Sándor Szilágyi oder Miklós Haraszti, dessen Wohnung übrigens unter ständiger Beobachtung stand, denn die Staatssicherheit hatte eigens dafür ein Zimmer im gegenüberliegenden Gymnasium gemietet.

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„Ich fliege, die Verfolger der Staatssicherheit sind mir auf der Spur“ Aufnahme von Gábor Demszky vom 11. Juli 1982. (Foto: Im Besitz von Gábor Demszky, koszegferenc.hu)

Wieviele Leute erreichte Ihre Samisdat-Zeitschrift?

Bis 1989 erschien Beszélő vierteljährlich in durchschnittlich 1.500 Exemplaren. Es war nicht einfach an Kopien zu kommen, aber viele Menschen behaupteten nach der Wende, dass sie unsere Zeitschrift stets gelesen haben. Fakt ist aber, dass Radio Freies Europa viel über die Samisdatpresse sendete, wobei Beszélő nicht die erste und einzige, wahrscheinlich aber die wichtigste Zeitschrift war. Ab Januar 1982 besprachen sie regelmäßig unsere Artikel. Immerhin hörten in Ungarn rund eine Million Leute kontinuierlich Radio Freies Europa, sodass Beszélő und die Oppositionellen gut bekannt wurden. An meinem Arbeitsplatz, wo kaum Intellektuelle arbeiteten, wussten alle über den Inhalt der Zeitschrift Bescheid und fragten mich allmorgendlich aus, wie es mit der Opposition weitergehe.


Wie beeinflusste Beszélő die historischen Ereignisse und den Fall des Eisernen Vorhangs?

1987 erschien bei uns eine separate Nummer mit dem Titel „Gesellschaftsvertrag“. Sie war inspiriert von Rousseaus „Contrat Social“ und handelte von unseren konkreten Zielen. Der letzte Satz der Einleitung lautete: „Kádár muss gehen.“ In unseren Augen stellte Kádár das Haupthindernis für Reformen dar. Die zweite Forderung beinhaltete, dass ein Gesetz zur Regulierung der Partei geschaffen werden musste. Viele Leute kritisierten deshalb diesen Aufsatz und fragten, warum wir die Macht der Partei bewahren wollten. Doch wir wollten sie nicht erhalten, sondern verfassungsrechtlich einschränken. Denn sie unterstand keinem Gesetz. Um diese Ziele zu erreichen, forderten wir Verhandlungen. Schon im nächsten Jahr wurde Kádár tatsächlich der Macht enthoben und 1989 begannen auch Verhandlungen mit der Staatspartei.


Bis wann war Ihre Zeitschrift illegal?

1989 hätten wir schon eine Erlaubnis für die legale Publikation bekommen können. Unserer Überzeugung nach braucht eine Zeitung aber gar keine Erlaubnis! Ab dem 12. Januar 1990 erschien Beszélő als politische und kulturelle Wochenzeitung, von 1996 bis 2012 noch monatlich. Chefredakteur war ich von 1990 bis 1994.

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„Die Arbeit an Beszélő bedeutete, sein Leben ständig mit Menschen zu teilen, die man gern hatte, gemeinsam für Veränderungen einzutreten und ohne Zensur schreiben zu können.“ (Foto: BZT / Nóra Halász)

Nehmen Sie an den Veranstaltungen des diesjährigen staatlichen Gedenkprogramms zu 1989 namens „30 éve szabadon“ (30 Jahre frei) teil?

Von der Opposition wurde niemand dazu eingeladen, ich auch nicht. Wir werden ausgeschlossen. Ein Beispiel für dieses Schweigen ist das jüngst erschienene Buch des Komitees für Nationale Erinnerung über das berüchtigte Zwangsarbeitslager der fünfziger Jahre in Recsk. Nur, im Samisdat-Verlag von Gábor Demszky [späterer Budapester Oberbürgermeister und SZDSZ-Mitglied] konnten Bücher über Recsk bereits in den achtziger Jahren erscheinen. Im Literaturverzeichnis des neuen Buches fehlen diese Ausgaben aber völlig. Sie werden einfach verschwiegen, weil Demszky nicht positiv erwähnt werden soll. Auch der Name von István Barankovics taucht im Buch über Recsk nicht auf, denn der konservative Kardinal Mindszenty hatte ihn nicht gern und versuchte, ihn aus der Führung der christlichen Partei zu entfernen. Der einflussreiche liberale Katholik Barankovics leitete die Demokratische Volkspartei 1947 als stärkste, parlamentarische Oppositionskraft. Barankovics wagte es als einziger Abgeordneter die politischen Haftlager und insbesondere Recsk im Parlament konkret anzusprechen.


Was empfinden Sie, wenn Sie auf die Wendezeit zurückblicken?

Persönlich war es trotz aller Unannehmlichkeiten eine schöne, angenehme Periode – „eine verlängerte Jugend“ – um mit den Worten von János Kis zu sprechen, denn ich war fast vierzig. Natürlich verdiente ich irgendwie mein Geld, aber eine Karriere im Beruf war völlig uninteressant! Die Arbeit an Beszélő hingegen bedeutete, sein Leben ständig mit Menschen zu teilen, die man gern hatte, gemeinsam für Veränderungen einzutreten und ohne Zensur schreiben zu können.


Lesen Sie demnächst den zweiten Teil des Interviews, in dem Ferenc Kőszeg berichtet, wie er in den Hungerstreik trat, vom Untergrundredakteur zum Politiker wurde und einsam auf einer Bank in Prag ein Manifest in deutscher Sprache verfasste.

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