Die im Jahr 1635 gegründete Eötvós Loránd Tudományegyetem, kurz ELTE, ist die älteste Universität Ungarns. In internationalen Hochschulrankings steht sie gewöhnlich an der Spitze der hiesigen Institutionen. Knapp unter 30.000 Studierende sind derzeit in den acht Fakultäten der Universität registriert.

Neben dem regulären Lehrbetrieb bietet die ELTE diesen Sommer nun schon zum 25. Mal Kurse an, die auch Nicht-Studierenden offenstehen. Neben dem vierwöchigen Kurs „Hungarian Language and Culture“ (dt.: „Ungarische Sprache und Kultur“) gibt es diesmal auch den einwöchigen Kurs „Transnational Aspects of Law“ (dt.: Länderübergreifende Aspekte des Rechts“).

Jeder, der in den jeweiligen Fächern etwas dazulernen möchte, hat hier die Möglichkeit. Die Kurse richten sich bewusst an Menschen aus der ganzen Welt, Englisch ist Unterrichtssprache. Neben Lehrveranstaltungen sind auch Ausflüge geplant, die die Kommunikation untereinander verbessern und die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Ländern näher zusammenbringen sollen.


Was wird geboten?

In dem vierwöchigen Kurs „Hungarian Language and Culture“ kann jeder etwas über die ungarische Sprache und Kultur lernen. Man braucht keinerlei Vorkenntnisse oder Erfahrungen mit der ungarischen Sprache. Zu Beginn gibt es einen Ungarisch-Einstufungstest, danach werden die Teilnehmer je nach Sprachniveau in Gruppen eingeteilt. Es gibt Plätze für bis zu 110 Menschen.

Der Kurs findet von Montag bis Freitag von 9 bis 15 Uhr statt. Morgens wird im klassischen Unterricht sprechen, schreiben, lesen und verstehen geübt. Nachmittags werden spezielle Lehreinheiten geboten, bei denen genauer auf die Aussprache eingegangen wird. Gegen Ende des Kurses werden die Teilnehmer erneut gemischt. In Gruppen, die nun aus Anfängern und Fortgeschrittenen bestehen, gehen sie gemeinsam auf die Straße, um das Erlernte anzuwenden. Die Dozenten stellen dabei besondere Aufgaben, wie etwa einen Passanten nach dem Weg zur nächsten Metrostation zu fragen.

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Um für Abwechslung zu sorgen, werden samstags verschiedene Freizeitaktivitäten geboten. Ausflüge sollen den Teilnehmern auf angenehme Art die ungarische Kultur vermitteln. Geplant sind Touren zum Balaton und in die Budaer Berge. Auch der Besuch von Volkstanzkursen, verschiedenen Museen und der Stadt Szentendre stehen auf dem Plan. Der Sonntag ist frei.


Intensivkurs in Rechtsfragen

Im Kurs „Transnational Aspects of Law“ geht es vorrangig um das europäische Recht. Teilnahmevoraussetzung für den einwöchigen Kurs ist, dass man ein Studium in diesem Bereich belegt, anstrebt oder bereits in dieser Richtung praktisch tätig ist.

Morgens werden verschiedene Theoriestunden und praxisorientierte Seminare angeboten. Dabei werden Einblicke in rechtliche Probleme vermittelt, die unterschiedliche Gerichtsbarkeiten und Gesetze betreffen, aber auch Themen wie internationale Verträge, die Beilegung internationaler Handelsstreitigkeiten durch Gerichte und Schiedsgerichte sowie die internationalen Dimensionen des Strafrechts finden Beachtung. Weiterhin erfahren die Teilnehmer mehr über die Auswirkungen des nationalen Rechts, des EU-Rechts und des Völkerrechts auf die internationalen Rechtsbeziehungen. Mittags wird dann in Gruppen an praktischen Fallbeispielen gearbeitet. Der Kurs ist auf zehn Teilnehmer beschränkt – fünf aus Ungarn, fünf aus anderen Ländern.

Am Ende der Kurse erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat. Studierende können sich an ihrer Universität die Veranstaltung eventuell sogar auf ihr Studium anrechnen lassen.


Gemeinsam lernen und neue Kulturen entdecken

Die Koordinatorin für ausländische Studierende an der ELTE, Gréta Ercsey, sieht in dem Lehrangebot eine gute Möglichkeit sich weiterzubilden. „Die Kurse sind nicht nur im Studium hilfreich, sondern auch im Beruf“, stellt sie klar und zieht das Beispiel einer Frau heran, die in einer französischen Anwaltskanzlei arbeitet und nun an dem Sommerkurs teilnimmt, um sich weiterzubilden.

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Am Ende der Kurse erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat.
„Die Kurse bieten auch die Möglichkeit, neue Bekanntschaften zu machen und fremde Kulturen zu entdecken“, ergänzt Ercsey. Sie erzählt, dass nicht nur Europäer an den Kursen teilnehmen, sondern auch Menschen aus Russland, Mexiko, Indien und aus den arabischen Ländern. „Das Durchschnittsalter der Teilnehmer liegt zwischen 20 und 30 Jahren, aber jeder ist herzlich willkommen. Eine 69-jährige Frau ist schon zum dritten Mal dabei, um ihr Ungarisch zu verbessern und sich weiterzubilden.“

Der Anmeldeschluss für „Hungarian Language and Culture“ ist der 10. Juli, für „Transnational Aspects of Law“ ist es der 20. Juli. Mehr Informationen zur Anmeldung und den Preisen finden Sie auf www.elte.hu/en/summer_university

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